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Geschichte

Geschichte TUV Rheinland

Geschichte: Vom DÜV zum TÜV

Gegründet wurde TÜV Rheinland 1872 als „Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“ im heutigen Wuppertal. Im Zuge der technischen Entwicklung weitete sich die Prüftätigkeit immer mehr aus. Kontrolliert werden mussten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben Druckbehältern auch Aufzüge, Maschinen und natürlich Kraftfahrzeuge. Bis heute bleiben Sicherheit und Qualität von Mensch, Technik und Umwelt gefragt – und das weltweit.

Die Entwicklung zum heutigen TÜV Rheinland vollzog sich schrittweise: Nach der Gründung des Vereins 1872 folgte 1877 der Zusammenschluss von 80 Dampfkesselbetreibern zum „Rheinischen Dampfkessel-Überwachungsverein (DÜV) Cöln-Düsseldorf“. Die fortschreitende Industrialisierung brachte im 19. und 20. Jahrhundert eine rasante technische Entwicklung mit sich. Dadurch weitete sich das Spektrum der Anlagen, Produkte und technischen Geräte, die nach Einschätzung und Ansicht staatlicher Behörden überprüft werden mussten, erheblich aus. Die Überwachungsvereine übernahmen in unterschiedlichem Umfang somit neben der Überprüfung von Dampfkesseln beispielsweise auch die technische Kontrolle von Aufzügen, Druckbehältern, Kraftwerken, Tankanlagen, Maschinen und – seit Anfang des 20. Jahrhunderts – natürlich von Kraftfahrzeugen.

1936 erfolgte die Umbenennung der Dampfkessel-Überwachungsvereine in die Technischen Überwachungsvereine, kurz TÜV. Aus dem Rheinischen DÜV wurde der TÜV Köln und 1962 der TÜV Rheinland e.V. mit damals 600 Beschäftigten an sechs Standorten.

Ein weiterer bedeutender Schritt in der Entwicklung des Vereins war der Aufbau der deutschlandweiten Präsenz. Meilensteine auf diesem Weg waren 1997 die Fusion des TÜV Berlin-Brandenburg und des TÜV Rheinland sowie 2003 des TÜV Pfalz auf den TÜV Rheinland. 2005 folgte mit dem Kauf der bayerischen Landesgewerbeanstalt LGA ein weiterer großer Schritt zur Konsolidierung des Prüfmarktes in Deutschland, der 2013 durch die Eingliederung der in der Fahrzeugprüfung tätigen FSP-Gruppe seinen vorläufigen Endpunkt erreichte.

1970 begann mit der Gründung der ersten ausländischen Tochtergesellschaft zudem die schrittweise Internationalisierung. 1993 erzielte TÜV Rheinland rund 12 Prozent des gesamten Umsatzes mit etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ausland. Inzwischen sind fast 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TÜV Rheinland außerhalb Deutschlands tätig. Sie erzielen rund 47 Prozent des gesamten Umsatzes.

1993 gab sich TÜV Rheinland eine neue Unternehmensstruktur: Während der damalige TÜV Rheinland e.V. weiterhin im wesentlichen staatsentlastende Aufgaben wie die Prüfung von Autos und anderen Kraftfahrzeugen, aber auch von Dampfkesseln und Aufzügen erfüllte, wurde das sonstige Geschäft – auch im Ausland – von der neu gegründeten Aktiengesellschaft gesteuert, deren Aktien vollständig der Verein hielt und heute noch hält.

Das Prüfgeschäft hat sich in diesen Jahren auch in Deutschland weiter verändert. Neben der beschriebenen Konsolidierung der Prüfvereine erfolgte eine schrittweise Liberalisierung des Prüfmarktes durch die Politik. Zunächst betraf dies die Hauptuntersuchung bei Kraftfahrzeugen. Ein weiterer großer Schritt war 2002 das Inkrafttreten der Betriebssicherheitsverordnung unter anderem für sogenannte überwachungsbedürftige Anlagen. Seitdem werden beispielsweise Dampfkesselanlagen oder Druckbehälter, Tankstellen- oder Aufzugsanlagen von zugelassenen Überwachungsstellen in einem für ganz Deutschland liberalisierten Markt überprüft, aber nicht mehr nur von den TÜV.

Zunehmenden Einfluss auf die Prüftätigkeit von TÜV Rheinland nimmt mit dem Beginn des neuen Jahrtausends die Digitalisierung. Die internationalen Fachleute des Unternehmens tragen weltweit dazu bei, den Schutz von Netzwerk- und Informationssystemen zu verbessern, aber auch die zunehmend vernetzten Fahrzeuge, Industrieanlagen und Verbraucherprodukte gegen Cyberangriffe abzusichern. Zudem setzt TÜV Rheinland mehr und mehr digitale Lösungen bei den eigenen Prüfungen ein.

Entwicklung TÜV Rheinland

1872 Gründung als Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen
1877 Zusammenschluss zum Rheinischen Dampfkesselüberwachungsverein (DÜV)
1936 Umbenennung in Technischer Überwachungsverein Köln (TÜV)
1962 Umbenennung in TÜV Rheinland e.V., sechs Standorte im Rheinland mit 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
1970Gründung der ersten Tochtergesellschaft im Ausland
1993 Gründung TÜV Rheinland AG
1997 Fusion von TÜV Berlin-Brandenburg und TÜV Rheinland zum TÜV Rheinland Berlin Brandenburg e.V.
2003Fusion mit dem TÜV Pfalz zum TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.
2005Integration der LGA sowie zwei großer ungarischer Prüfinstitute
2006 Beitritt zum Global Compact der Vereinten Nationen, Integration zwei führender brasilianischer Prüfdienstleister
2007Gründung der Gesellschaft in Australien, auf allen Kontinenten vertreten
2010TÜV Rheinland wird mit der Übernahme von Geris zum größten technischen Prüfdienstleister in Brasilien
201260 Prozent der Beschäftigten des TÜV Rheinland sind außerhalb Deutschlands tätig
2014TÜV Rheinland wird mit Unternehmensübernahmen im Bereich IT-Sicherheit einer der größten unabhängigen Prüfdienstleister für Informationssicherheit weltweit
2017Abschluss des Ausbaus und der energetischen Sanierungen am Standort der Konzernzentrale in Köln mit Investitionen von fast 70 Millionen Euro
2019Übernahme des spanischen Unternehmens Certio und damit Stärkung des Netzes von Prüfstellen für Fahrzeuguntersuchungen in Spanien um zwölf weitere Standorte

Stand: April 2020