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Prüfungen rund um Auto und Mobilität

Prüfungen rund um Auto und Mobilität

Mobilität bei TÜV Rheinland: Weit mehr als eine Plakette

Wer in Deutschland Auto fährt, verbindet mit dem Begriff „TÜV“ vor allem eines: die regelmäßig fällige Hauptuntersuchung. An rund 160 Prüfstellen in Deutschland untersuchen Prüferinnen und Prüfer von TÜV Rheinland Kraftfahrzeuge auf eventuelle technische Mängel – und müssen dabei selbst eine lange Liste von Qualitätskriterien erfüllen. Doch neben der Fahrzeugprüfung bietet TÜV Rheinland noch weit mehr Dienstleistungen zu Mobilitätsthemen an.

Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland fast 800 Kraftfahrzeuge. Damit der dichte Verkehr für alle Beteiligten möglichst sicher und umweltfreundlich fließt, macht der Gesetzgeber strenge Vorgaben – auch für die technische Überprüfung der Fahrzeuge. Berechtigt sind dazu nur technische Prüfstellen und amtlich anerkannte Überwachungsorganisationen wie TÜV Rheinland. Auf Basis des Kraftfahrtsachverständigengesetzes begutachten die Prüfingenieurinnen und -ingenieure Fahrzeugänderungen und führen die vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen durch. Dabei checken die Fachleute unter anderem die Beleuchtungsanlage, Fahrwerk, Reifen und Bremsen, Sicherheitsgurte sowie die Auspuff- und Abgasanlage. Sichtbares Zeichen für die bestandene Prüfung ist die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen, die – beim Pkw – bis zur nächsten Fälligkeit in der Regel nach 24 Monaten gültig ist.

Staatlich geprüfter Sachverstand

Die Aufsicht über die technischen Prüfstellen, die TÜV Rheinland in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland betreibt, sowie über die amtlich anerkannte, bundesweit tätige Überwachungsorganisation von TÜV Rheinland liegt bei den jeweiligen Landesministerien. Von den amtlich anerkannten Sachverständigen und Prüfingenieuren, die dort tätig sind, fordern die Behörden ganz bestimmte Qualifikationen. Zusätzlich zum Studium des Maschinenbaus, der Kraftfahrzeug- oder Elektrotechnik absolvieren die angehenden Sachverständigen eine mehrmonatige Ausbildung. Nach Abschluss der Ausbildung wird die Prüfung vor der jeweils zuständigen Behörde abgelegt. Regelmäßige offene und verdeckte Tests zur Qualitätssicherung, kontinuierliche Fortbildungen und ein intensiver fachlicher Austausch sind weitere Voraussetzungen, um kompetent und unabhängig urteilen zu können. Über den technischen Zustand von Fahrzeugen, aber auch über die Eignung der Fahrerinnen und Fahrer. Auf Basis der einschlägigen Gesetze verantworten die Sachverständigen von TÜV Rheinland hierzulande außerdem rund 300.000 Führerscheinprüfungen pro Jahr. Um mehr Sicherheit auf den Straßen durch technisch sichere Fahrzeuge kümmert sich TÜV Rheinland aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Chile, Frankreich, Lettland und Spanien. Insgesamt prüfen die Expertinnen und Experten so rund 10 Millionen Fahrzeuge pro Jahr.

Zukunftsthemen der Mobilität

Die Fachleute von TÜV Rheinland befassen sich darüber hinaus mit vielen weiteren Mobilitätsthemen. So sind sie neben der Automobilbranche beispielsweise in den Branchen Bahntechnik, Luftfahrt sowie Transport und Logistik aktiv. Sie erstellen Gutachten, begleiten Unternehmen bei der Produktentwicklung – und haben dabei immer den Einsatz innovativer Technologien und deren Sicherheit im Blick.

Ein eigenes Team – „Future Mobility Solutions“ – befasst sich mit den Zukunftsthemen der Mobilität. Das Team analysiert Markttrends und Marktentwicklungen im Bereich Mobilität, um neue Geschäftsmöglichkeiten und entsprechende Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln. Es bringt Expertinnen und Experten aus dem gesamten TÜV Rheinland zusammen, um Projekte beispielsweise in der Elektromobilität, zur Fahrzeugsicherheit und zu Assistenzsystemen, zum automatisierten und autonomen Fahren sowie zu neuen Mobilitätskonzepten voranzubringen. Konkret geht es etwa darum, durch Digitalisierung und Datennutzung neue Dienstleistungen zu entwickeln. So beschäftigen sich die Fachleute damit, wie sich der Zustand von Batterien elektrisch betriebener Fahrzeuge am besten ermitteln lässt oder die Erstellung von Gutachten bei Fahrzeugschäden am besten automatisieren lässt.

Prüfungen rund um Auto und Mobilität von A bis Z

Im Folgenden erklären wir wichtige Fachbegriffe und zeigen Fakten zu Prüfungen von TÜV Rheinland im Bereich Kraftfahrzeuge und Mobilität.

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Bahntechnik

Im Geschäftsfeld Bahntechnik bietet TÜV Rheinland weltweit Dienstleistungen für die gesamte Branche. Rund 350 Bahnfachleute begutachten, zertifizieren und beraten. Zu den Kunden zählen Betreiber von Infrastruktur, Fernverkehr, Cargo, Schienenpersonennahverkehr und ÖPNV ebenso wie Hersteller von Schienenfahrzeugen und Komponenten sowie Behörden und Ministerien. Hierbei unterstützen die Expertinnen und Experten von TÜV Rheinland beispielsweise in Entwicklungs- und Zulassungsprozessen, Fahrzeugbeschaffungsverfahren oder rund um Verkehrsverträge, optimieren Werkstätten, Instandhaltungsprogramme und Unternehmensprozesse.

Führerscheinprüfungen bei TÜV Rheinland

Der Geschäftsbereich Mobilität bei TÜV Rheinland verantwortet auch die Führerscheinprüfung mit rund 300.000 Prüfungen im Jahr. Die Geburtsstunde des amtlichen Führerscheins schlug mit dem kaiserlichen „Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909“. Diese rechtsverbindliche Regelung für ganz Deutschland löste die Ausweisflut der Königreiche, Herzog- und Fürstentümer im Deutschen Reich ab. Darin hieß es: „Wer auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Erlaubnis gilt für das gesamte Reich; sie ist zu erteilen, wenn der Nachsuchende seine Befähigung durch eine Prüfung dargetan hat und nicht Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Bescheinigung (Führerschein) zu erbringen.“

Seit den 1990er Jahren befassen sich verschiedene Gremien und Institutionen mit der Optimierung der Führerscheinprüfung, um die Unfallhäufigkeit bei Fahranfängern zu reduzieren. Mit der Bearbeitung und Umsetzung wurde eine Arbeitsgemeinschaft der technischen Überwachungsorganisationen beauftragt. Eines der Hauptergebnisse: Der früher verwendete Fragebogen wurde bei der theoretischen Prüfung durch eine Prüfung am Computer abgelöst. Das von TÜV Rheinland entwickelte Hardware-Konzept bietet größtmögliche Sicherheit im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit sowie auch bezüglich der allgemeinen Betriebssicherheit.

Die Führerscheinprüfungen werden im Auftrag der Bundesländer auf Basis der einschlägigen Gesetze von Mitarbeitern von TÜV Rheinland durchgeführt. Eine Kopplung zwischen den fachlich, disziplinarisch und wirtschaftlich verantwortlichen Personen besteht bei allen Prüforganisationen in Deutschland nicht mehr. Die disziplinarische und die wirtschaftliche Verantwortung liegt allein in der jeweiligen Region, die fachliche Verantwortung liegt dagegen bei der Leitung des gesamten Bereichs für ein gesamtes Bundesland, wobei dem Kompetenzzentrum der Hauptverwaltung von TÜV Rheinland in Köln eine koordinierende Funktion zukommt.

Im Rahmen der Anerkennung, die nach der Fahrerlaubnisverordnung vorgeschrieben ist, werden alle Organisationen, die Führerscheinprüfungen durchführen, jährlich von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zertifiziert. Die BASt ist eine dem Bundesverkehrsministerium nachgeordnete Behörde. Hinzu kommen interne Prüfungen, die in allen Regionen von den Qualitätsmanagementbeauftragten des TÜV Rheinland durchgeführt werden. Jenseits der internen und externen Qualitätskontrollen ist TÜV Rheinland mittels seiner fachlichen Koordinierungsstelle in einen gesetzlich vorgeschriebenen, bundesweit organisierten Erfahrungsaustausch eingebunden, an dem alle technischen Prüforganisationen in Deutschland, das Bundesverkehrsministerium, die Bundesländer sowie die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände teilnehmen.

Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen

Jedes Jahr rollen bei TÜV Rheinland bundesweit mehr als 2,7 Millionen Kraftfahrzeuge zur Hauptuntersuchung (HU). Insgesamt betreibt TÜV Rheinland fast 160 Prüfstellen in Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland, an denen Fahrzeuguntersuchungen vorgenommen werden können. Fahrzeuguntersuchungen sind in Deutschland ebenso wie die Führerscheinprüfung genau geregelt. Die Tätigkeit von TÜV Rheinland ist streng reglementiert und wird durch die staatlichen Aufsichtsbehörden kontrolliert, um die Qualität und die Unabhängigkeit der vorgenommenen Prüfungen zu gewährleisten.

Die Hauptuntersuchung dient dazu, die technische Sicherheit der Fahrzeuge und den Umweltschutz zu gewährleisten. Überprüft werden unter anderem die Beleuchtungsanlage, Fahrwerk mit Rädern, Reifen und Bremsanlage, Motorraum, Innenraum, Scheiben, Scheibenwischer und die Scheibenwaschanlage, Sicherheitsgurte und die weitere Sicherheitsausstattung sowie Auspuff- und Abgasanlage.

Für alle Autos gibt es nach der Untersuchung einen genauen Prüfbericht, in dem jeder einzelne Mangel als gefährlicher (VM), erheblicher (EM) oder geringer (GM) Mangel aufgeführt. Erforderliche und fällige Reparaturen können somit leichter vorgenommen werden. Gibt es Mängel, die eine unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellen, steht im Prüfbericht „verkehrsunsicher“ (VU). Das Fahrzeug darf dann nicht mehr am Verkehr teilnehmen. Teil der Prüfung ist seit 2012 eine kurze Konditionierungsfahrt mit einer Geschwindigkeit von mindestens 8 km/h. Diese kurze Fahrt vervollständigt die bis dahin geltende statische Prüfung. Wichtige Untersuchungspunkte werden schon bei dieser Fahrt abgedeckt, beispielsweise die Aktivierung und Prüfung der elektronischen Steuerungen einzelner Fahrzeugeinrichtungen. Für Fahrzeuge, die erstmalig ab 1. Juli 2012 in den Verkehr gekommen sind, ist die Überprüfung aller elektronischen Sicherheitssysteme im Rahmen der HU verstärkt vorgesehen. So kontrollieren die Prüfer von TÜV Rheinland, ob elektronisch geregelte Sicherheitssysteme und umweltrelevante Fahrzeugeinrichtungen einwandfrei funktionieren – wie zum Beispiel die Airbags.

Konformitätsüberwachung an Fahrzeugen

Hersteller sind verpflichtet, die Produktion und die im Markt befindlichen Fahrzeuge auf Konformität hin zu überwachen. Die so genannte „Conformity of Production (CoP)“ wird regelmäßig durch geeignete industrielle Fertigungsabläufe und zusätzlich vorgenommene Überprüfungen von neuen Fahrzeugen, üblicherweise am Ende der Produktionslinie gewährleistet. Der sogenannte „In Service Conformity Check“ ist die Überprüfung von im Verkehr befindlichen Fahrzeugen mit einer definierten Laufleistung.

Sowohl die CoP als auch die „In Service Conformity Checks“ müssen unter der Verantwortung des Herstellers durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Konformitätsüberwachung sind vom Hersteller der Genehmigungsbehörde mitzuteilen. Ergänzend zu den vorgenannten Maßnahmen des Herstellers können alle Genehmigungsbehörden zur den von ihnen erteilten Genehmigungen Konformitätsüberprüfungen sowohl an den genehmigten Produkten als auch bezüglich der vom Hersteller angewendeten Verfahren durchführen oder durchführen lassen.

Kontrolle der Prüforganisationen für Kraftfahrzeugprüfung

Die für Kraftfahrzeuge in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene technische Überprüfung ist ebenso wie die Führerscheinprüfung streng reglementiert und wird genau überwacht. Im Auftrag der einzelnen Bundesländer werden bei den amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen, zu denen TÜV Rheinland gehört, die wiederkehrenden Prüfungen sowie die Begutachtungen von Fahrzeugänderungen durch die Prüfingenieure auf Basis des Gesetzes für Kraftfahrtsachverständige durchgeführt. Die amtliche Anerkennung zur Errichtung und Unterhaltung der Technischen Prüfstelle in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin liegt beim TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V. Dieser Verein wiederum hat die beiden Gesellschaften TÜV Rheinland Kraftfahrt sowie TÜV Pfalz Verkehrswesen mit der Wahrnehmung der Aufgaben beauftragt.

Im Auftrag der einzelnen Bundesländer werden auf den technischen Prüfstellen die vorgeschriebenen, wiederkehrenden Prüfungen sowie die Begutachtungen von Fahrzeugänderungen durch die amtlich anerkannten Sachverständigen auf Basis des Kraftfahrsachverständigengesetzes durchgeführt. Diese wiederkehrenden Prüfungen sind als Hauptuntersuchung bekannt.

Die Aufsicht über die technischen Prüfstellen liegt bei den jeweiligen Landesministerien. Der einzelne Sachverständige ist fachlich nur dem Leiter der technischen Prüfstelle sowie den Weisungen der Aufsichtsbehörde unterstellt. Qualitätsüberprüfungen finden mit internen Kontrollen von TÜV Rheinland ebenso wie mit Prüfungen der Aufsichtsbehörden verdeckt und offen statt – analog zur Kontrolle der Qualität bei den Führerscheinprüfungen.

Mängelstatistik bei Autos („TÜV-Report“)

Die Sachverständigen der verschiedenen TÜV-Unternehmen stellen einmal jährlich für Deutschland ihre Mängelstatistik im „TÜV-Report“ vor. 2019 stellten sie bei 21,5 Prozent aller Autos erhebliche Mängel fest. Das heißt: Diese Autos erhalten keine TÜV-Plakette, sondern müssen nach Reparatur nochmals zur Prüfung. Besonders häufig entdecken die Prüfer von TÜV Rheinland bei der Hauptuntersuchung Defekte an Beleuchtung, an Bremsen, Auspuff sowie Achsen, Rädern und Reifen.

Je älter die Fahrzeuge desto höher ist die Mängelrate. Bei Autos älter als zehn Jahre hat sogar mehr als jedes vierte Fahrzeug erhebliche Mängel. Die Streuung der Mängelrate je Altersklasse zwischen dem besten und dem schlechtesten Pkw ist sehr groß. Im Durchschnitt fallen von den zwei- bis dreijährigen Pkw 5,8 Prozent wegen erheblicher Mängel durch die Hauptuntersuchung, von den zehn- bis elfjährigen über 28 Prozent.

Prüfplaketten für Kraftfahrzeuge

Sichtbares Zeichen für die wiederkehrende Prüfung an einem Kraftfahrzeug ist die Prüfplakette. Diese gibt es in sechs verschiedenen Farben, jeweils einem bestimmten Jahr zugeordnet. Das Fälligkeitsjahr ist in der Mitte der Prüfplakette zu erkennen, die Angabe des Monats erfolgt über eine Zahl zwischen 1 und 12, die entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn auf dem Rand der Plakette aufgebracht ist. Beim Aufkleben der Plakette wird der Fälligkeitsmonat auf 12 Uhr geklebt. Durch eine schwarze Markierung der Plakette am Rande zwischen 11 und 1 ist dann aus der Entfernung heraus für die Polizei die Erkennbarkeit des Fälligkeitsmonats gewährleistet (das Fälligkeitsjahr ergibt sich durch die Farbe). Die Einführung der Plakette erfolgte 1960, um die Kontrolle durch die Polizei zu erleichtern. Aus diesem Grund wird auch die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen angebracht.

Eine Plakette für einen Pkw ist 24 Monate (bei Neufahrzeugen 36 Monate) ab der Prüfung gültig, auch wenn die Prüffrist überzogen wurde. Ist die Frist um mehr als zwei Monate überzogen, hat der Gesetzgeber eine zusätzliche Gebühr eingeführt. Beim Pkw beträgt diese rund 10 Euro. Die Gebühr für die Ergänzungsprüfung wird erhoben, weil die Prüforganisationen bei solchen Fahrzeugen verpflichtend eine Ergänzungsprüfung durchführen müssen. Grund dafür ist die zunehmende Anzahl der Mängel, je länger die Prüftermine auseinanderliegen. Aber Achtung, denn weiterhin gilt: Die HU darf nicht überzogen werden, das ist eine Ordnungswidrigkeit. Sanktionen und Bußgelder für eine Fristüberziehung bleiben gleich: Bei Pkw, Motorrädern und leichten Anhängern kostet eine Überziehung ab 25 Euro. Außerdem kann je nach Fahrzeugart und Überziehungsdauer auch noch ein Punkt in Flensburg fällig werden.

Qualifikation und Kontrolle der Sachverständigen

Grundsätzlich dürfen für die Tätigkeiten der Technischen Prüfstellen und der amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen, zu denen TÜV Rheinland zählt, nur Sachverständige beziehungsweise Prüfingenieure eingesetzt werden. Diese nehmen Fahrzeuguntersuchungen vor; Führerscheinprüfungen nehmen ausschließlich amtlich anerkannte Sachverständige beziehungsweise Prüfer aus den technischen Prüfstellen ab. Im so genannten Kraftfahrtsachverständigengesetz sind für diese Mitarbeiter bestimmte Qualifikationen zwingend vorgeschrieben. Dazu zählt ein erfolgreich abgeschlossenes Studium des Maschinenbaus, der Kraftfahrzeugtechnik oder der Elektrotechnik. Nach der Hochschulausbildung erfolgt bei TÜV Rheinland eine mehrmonatige Ausbildung zum Sachverständigen, die mit einer Prüfung vor der jeweils zuständigen Behörde des Bundeslandes abgeschlossen wird.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit werden die Sachverständigen regelmäßig durch den Arbeitgeber mit offenen und verdeckten Tests geprüft. Auch die Aufsichtsbehörde führt verdeckte Tests zur Qualitätssicherung durch. Des Weiteren haben sich alle Prüforganisationen in einem Verein für Qualitätsmanagement zusammengeschlossen, in dem kontinuierlich die Tätigkeit aller Mitarbeiter nach festgelegten Regeln überprüft wird. Aus all diesen Maßnahmen wird dann zusätzlich durch die Verantwortlichen bei TÜV Rheinland einmal jährlich ein Qualitätsreport erstellt, der den Aufsichtsbehörden vorgelegt wird.

Außerdem hat der Gesetzgeber die regelmäßige Weiterbildung geregelt. Jeder Sachverständige oder Prüfingenieur muss jährlich 40 Weiterbildungsstunden absolvieren. Bei TÜV Rheinland überwacht die Abteilung Aus- und Weiterbildung die strikte Einhaltung dieser vorgeschriebenen Regelung. Zusätzlich findet im Rahmen der externen Audits die Prüfung einzelner Nachweise statt. Eine weitere Anforderung an die Sachverständigen ist ihre charakterliche Eignung. Aus diesem Grunde werden Sachverständige bei Verkehrsvergehen speziell erfasst.

Real Driving Emissions

Die Erhebung der Emissionen im praktischen Fahrbetrieb (Real Driving Emissions) ist Bestandteil der Typgenehmigung von Fahrzeugen. Die Abgasmessungen unter definierten Laborbedingungen auf einem Rollenprüfstand sind zwar sehr gut wiederholbar und vergleichbar, können aber nur ausgewählte Situationen des realen Fahrbetriebs wiederspiegeln. Mit mobilen Abgasmesssystemen lassen sich Abgasmessungen im praktischen Fahrbetrieb durchführen. Auf diese Weise können die relevanten Abgas- und Verbrauchswerte nun auch unter realen Bedingungen ermittelt werden. Damit kann eine Verbesserung (größere Realitätsnähe) der auf den Prüfständen gefahrenen Fahrprogramme herbeigeführt werden. Etwaige überdurchschnittliche Diskrepanzen zwischen einer Labormessung auf dem Rollenprüfstand und der Messung unter realen Fahrbedingungen werden damit erkennbar.

Schaden- und Wertgutachten

Im Bereich „Schaden- und Wertgutachten“ bieten die Fachleute von TÜV Rheinland unabhängige technische Berichte über den Zustand von Fahrzeugen an. Das ist beispielsweise gefragt, wenn durch einen Verkehrsunfall oder Hagelereignis ein Schaden am Fahrzeug entstanden ist oder bei einem geleasten Fahrzeug zum Ende der Vertragslaufzeit ein neutraler Bericht über den Fahrzeugzustand erforderlich wird.

Theoretische Führerscheinprüfung am PC

Das Prüfungsverfahren am Computer gilt für alle Klassen – gleich, ob Motorrad, Pkw, Lkw oder Bus – und wird in Deutsch oder einer von zwölf gesetzlich festgelegten Fremdsprachen angeboten. Besteht die Bewerberin beziehungsweise der Bewerber nach der theoretischen auch die praktische Prüfung, erhält sie oder er eine gültige EU-Fahrerlaubnis. Mit der Theorieprüfung am Computer sollen insbesondere junge Fahranfänger noch besser auf das reale Verkehrsgeschehen vorbereitet werden und somit ein weiterer Beitrag zur Senkung des Unfallrisikos in dieser Altersgruppe geleistet werden. Die Bewerber können sich mit dem Ablauf der Prüfung vertraut machen, indem sie sich beispielsweise auf der Internetseite des TÜV Rheinland unter www.tuv.com/fuehrerscheinpruefung eine Musterprüfung anschauen.

Die Reihenfolge der Fragen und Antworten bestimmt das Programm. Der Teilnehmer muss sich bereits in der Vorbereitungsphase intensiver mit den Verkehrsregeln befassen als früher, sie wirklich verstehen und begreifen. Ein rein fotografisches Gedächtnis hilft nicht weiter. Die Bewerberin beziehungsweise der Bewerber wird nacheinander jeweils nur mit einer Frage konfrontiert, was die Konzentration auf die einzelne Frage erhöht. Der vom Gesetzgeber festgelegte Fragenpool lässt sich im Falle von Gesetzesänderungen einfacher aktualisieren und das System bietet mehr Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung der theoretischen Führerscheinprüfung. Ein weiterer Vorteil: Kandidaten können keine Fragen mehr übersehen, denn sie werden vor der Abgabe an nicht beantwortete Aufgaben erinnert. Und: Nach Abschluss der Prüfung erhalten Bewerberinnen und Bewerber sofort das Ergebnisprotokoll mit einer Auswertung nach Themengebieten. Das ermöglicht auch das gezielte Lernen für den Fall einer Wiederholungsprüfung.

Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems (UMA)

Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems (UMA), früher bekannt als Abgasuntersuchung oder AU, ist in Deutschland für jedes Kraftfahrzeug Pflicht und erfolgt im Rahmen der regelmäßigen Hauptuntersuchung. Moderne Fahrzeuge verfügen über ein sogenanntes On-Board-Diagnosesystem (OBD), das unter anderem die Funktion der abgasrelevanten Komponenten während des Fahrbetriebes permanent überprüft und die Nachbehandlung der Abgase überwacht. Eine Fehlfunktion wird dem Fahrer angezeigt. Bei der heutigen Abgasuntersuchung wird über den sogenannten „OBD-Stecker“ die Funktionsfähigkeit der OBD überprüft und Fehler oder Einträge ausgelesen. Zum 1. Januar 2018 wurde das zweistufige OBD-Prüfverfahren, das für Kraftfahrzeuge ab Erstzulassung 1. Januar 2006 in Deutschland vorgeschrieben war, aufgehoben. Stattdessen wurde die generelle Messung der Abgase im Endrohr für alle Kraftfahrzeuge wiedereingeführt, bei denen eine Abgasuntersuchung durchgeführt werden muss.

Stand: April 2020