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Arbeit, Gesundheit, Qualifikation

Arbeit, Gesundheit, Qualifikation

Gesundheit und berufliche Qualifikation der Mitarbeitenden: Schlüsselfaktoren für Unternehmen

Der Mensch an seinem Arbeitsplatz und in seinem beruflichen Umfeld bildet einen Dreh- und Angelpunkt der Geschäftstätigkeit von TÜV Rheinland. Die Prüforganisation wurde 1872 nicht zuletzt gegründet, um die Zahl der Arbeitsunfälle einzudämmen, die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen und zugleich deren Qualifikation zu verbessern. Diese Themen entwickelt TÜV Rheinland seither ständig weiter und bietet arbeitsmedizinische Untersuchungen ebenso an wie das Management der Arbeitssicherheit, betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen oder die technische Ausbildung und berufliche Qualifikation in einer Vielzahl von Berufen.

Ging es beim Arbeitsschutz lange Zeit um die rein technische Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz, so stehen heute eine umfassende Prävention und die ganzheitliche Gesundheitsvorsorge im Fokus. Ein Trend, der durch die Digitalisierung, globale Vernetzung und zunehmend ältere Belegschaften noch befördert wird. Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten, liegt im ureigenen Interesse von Unternehmen, bergen doch arbeitsbedingte Erkrankungen und Ausfälle betriebswirtschaftliche Risiken. Gleichzeitig haben Arbeitgeber eine gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht und sind dafür verantwortlich, ihren Beschäftigten einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz bereitzustellen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen indes vielfach nicht über die notwendigen Ressourcen, um die Vorgaben der Gesundheitsvorsorge umzusetzen.

Mit mehr als 700 Beschäftigten zählt TÜV Rheinland zu den größten Anbietern von qualifizierten Arbeits- und Gesundheitsschutz-Dienstleistungen in Deutschland. Durch ihre Ausbildung sowie regelmäßige Schulungen und Lehrgänge sind etwa die Betriebsärztinnen und -ärzte sowie die Fachkräfte für Arbeitssicherheit befähigt, Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, die im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes gefordert werden. Für bestimmte arbeitsmedizinische Bereiche wie den Strahlenschutz erwerben die Mediziner von TÜV Rheinland zusätzliche Sonderqualifikationen.

Dauerthema Arbeitssicherheit

Trotz insgesamt rückläufiger Tendenz ereignen sich in Deutschland immer noch rund 880.000 Arbeitsunfälle pro Jahr (2018). Nach dem deutschen Arbeitssicherheitsgesetz sind alle Arbeitgeber ausnahmslos verpflichtet, für jeden Arbeitsplatz Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen und zu dokumentieren. Sie können dazu Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit einstellen oder diese Aufgaben an einen Dienstleister übertragen. Die Fachleute für Arbeitssicherheit von TÜV Rheinland unterstützen Arbeitgeber dabei, die gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen und eine geeignete Arbeitsschutzorganisation aufzubauen. Sie führen Arbeitsplatzmessungen und Prüfungen von elektrischen Geräten durch, beraten in Fragen des Brandschutzes und übernehmen die sicherheitstechnische Beratung zu Anlagen und Arbeitsmitteln.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bezieht sich nicht nur auf physische Gefährdungen, sondern auch auf psychische Belastungen. Mit einem professionellen betrieblichen Gesundheitsmanagement können Unternehmen die aktuellen Herausforderungen systematisch und effektiv meistern. TÜV Rheinland unterstützt Arbeitgeber dabei, ein solches System zu etablieren.

Arbeitsmedizinische Prüfungen und Untersuchungen

An rund 55 Standorten betreibt TÜV Rheinland zudem spezielle arbeitsmedizinische Zentren. Untersuchungen des Hörvermögens und der Sehfähigkeit werden hier ebenso durchgeführt wie Eignungsprüfungen oder vorbeugende Maßnahmen wie Grippeschutzimpfungen, Check-up-Untersuchungen sowie reisemedizinische Beratungen.

Hilfestellung bei psychischen Belastungen

Stress, Erschöpfungssymptome, Burn-out: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz haben in den vergangenen Jahren messbar zugenommen und spiegeln sich in der Krankenstatistik wider. Seit 2013 muss jeder Arbeitgeber in Deutschland vom Kleinstunternehmer bis hin zum Konzern im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung auch die psychischen Belastungen ermitteln und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die Betriebspsychologen von TÜV Rheinland unterstützen Unternehmen bei dieser Herausforderung. Eine professionelle Mitarbeiter- und Sozialberatung hat sich vor allem im Umgang mit schweren Erkrankungen sowie in Krisen- und Belastungssituationen bewährt. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern, die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu erleichtern und wirtschaftliche Verluste für Arbeitgeber durch Fehlzeiten zu vermeiden.

Menschen qualifizieren, Unternehmen befähigen, digitalen Wandel begleiten

Neben der Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge spielt für TÜV Rheinland auch die berufliche Qualifizierung eine zentrale Rolle. So waren die technische Ausbildung und berufliche Qualifikation des Personals von Industrieunternehmen stets wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit von TÜV Rheinland. Im Zuge der digitalen Transformation sind die Anforderungen an die fachgerechte Bedienung, Kontrolle und Wartung von Maschinen und Systemen immer weiter gestiegen. Gleichzeitig gewinnen wissensbasierte Dienstleistungen und Produkte zunehmend an Bedeutung. Mit einem gezielten Aus- und Weiterbildungsangebot und der effektiven Verknüpfung analoger und digitaler Lernformen trägt TÜV Rheinland dieser Entwicklung Rechnung. Allein die Akademie ist heute in mehr als 25 Ländern weltweit aktiv und bietet ein vielfältiges, branchenübergreifendes Spektrum an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen – in traditionellen Arbeitsfeldern wie dem Schweißen ebenso wie in den Bereichen IT, Gesundheit, Pflege, Mobilität, Bauen oder Immobilien.

Mitarbeiter mit geprüfter Qualifikation

Der Geschäftserfolg von Unternehmen hängt maßgeblich vom Know-how und der Kompetenz der Beschäftigten ab. Mitarbeiter mit Personenzertifikat verfügen über eine unabhängig geprüfte Qualifikation – ein wichtiger Faktor im Wettbewerb. Die Personenzertifizierungsstelle von TÜV Rheinland ist nach DIN EN ISO 17024 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS akkreditiert. Diese internationale Norm legt einheitliche Anforderungen an die Arbeitsweise von Personenzertifizierungsstellen fest. Damit liegt der Personenzertifizierung ein weltweit anerkanntes Regelwerk zugrunde, das eine internationale Vergleichbarkeit der Zertifizierungen ermöglicht. Grundsätzlich können sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen die Qualifikation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch unabhängige Dritte wie TÜV Rheinland überprüfen und bestätigen lassen. Die Personenzertifizierungsstelle von TÜV Rheinland „PersCert TÜV“ nimmt jährlich rund 30.000 solcher Personenzertifizierungen vor. Das Spektrum reicht vom Fachplaner Brandschutz über den IT-Sicherheitsbeauftragten und Umweltschutzmanager bis zum „1st and 2nd Party Auditor Medical Devices International (TÜV)“. Neben den Abschlüssen, die im Rahmen der Akkreditierung nach DIN EN ISO 17024 erfolgen, entwickelt PersCert TÜV zahlreiche Zertifizierungsprogramme, die mit Kooperationspartnern aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich, mit Bildungsanbietern, Verbänden und Behörden umgesetzt werden. PersCert TÜV dokumentiert die Abschlüsse auf der allgemein zugänglichen Online-Plattform www.certipedia.com von TÜV Rheinland.

Prüfungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Folgenden erklären wir ausgewählte Fachbegriffe aus der Prüfung von Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz durch TÜV Rheinland.

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Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

Die Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten liegt beim Arbeitgeber. Bereits am 12. Dezember 1973 wurde ein Gesetz zum Schutz der Arbeitnehmer verabschiedet – das deutsche Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit, kurz Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG). Das ASiG beinhaltet die Pflicht des Arbeitgebers, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu beschäftigen und sich in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz von Fachleuten beraten zu lassen. Das gilt auch für Unternehmen, die nur einen Mitarbeiter beschäftigen. Ob dazu entsprechend qualifizierte Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit eingestellt werden oder diese Aufgaben an einen Dienstleister wie TÜV Rheinland übertragen werden, entscheidet der Unternehmer.

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit von TÜV Rheinland haben die Aufgabe, Gefährdungen und Belastungen im Arbeitsumfeld zu erkennen und Maßnahmen vorzuschlagen oder zu entwickeln, um die Mitarbeiter zu schützen. Sie unterstützen Arbeitgeber unter anderem bei der Erstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen und beim Aufbau einer geeigneten Arbeitsschutzorganisation. Sie führen Begehungen, Arbeitsplatzmessungen und Prüfungen von elektrischen Geräten durch, beraten in Fragen des Brandschutzes und übernehmen die sicherheitstechnische Beratung zu Anlagen und Arbeitsmitteln.

Arbeitsschutzmanagementsystem

Um die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristig zu schützen, empfiehlt es sich für Unternehmen und Institutionen, ein wirksames Arbeitsschutzmanagementsystem einzuführen. TÜV Rheinland auditiert und zertifiziert diese Systeme – entweder für technische Dienstleister und deren Personaldienstleister im Rahmen einer Arbeitssicherheits-Zertifizierung oder branchenübergreifend als Standard für das gesamte Unternehmen.

Gefährdungsbeurteilung

Mit der Forderung zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung lässt das Arbeitsschutzgesetz Arbeitgebern die Freiheit, die Schutzmaßnahmen den branchen- und betriebsspezifischen Besonderheiten ihrer Unternehmen anzupassen. Diese Freiheit bedeutet für den Arbeitgeber allerdings auch, dass er in der Lage sein muss, alles zu erkennen, was in seinem Unternehmen oder an den Arbeitsplätzen zu Unfällen oder physischen bzw. psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen kann. Er muss das Gefährdungspotenzial abschätzen und Maßnahmen zur Beseitigung der Gefährdungen aus der Beurteilung ableiten. Hierbei kann sich der Arbeitgeber helfen lassen, indem er fachkundige Personen mit der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung beauftragt.

Durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung sowie ihre banchenübergreifenden Kenntnisse verfügen die Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit von TÜV Rheinland über die erforderlichen Kenntnisse. Durch regelmäßige interne und externe Schulungen und Lehrgänge wird überdies sichergestellt, dass sie immer auf dem aktuellen Wissenstand sind. Die so ausgebildeten Arbeitsschutzexperten von TÜV Rheinland kennen die Spielräume der gesetzlichen Regelungen und können die erforderlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen auf ein Unternehmen oder den jeweiligen Arbeitgeber individuell anpassen. Solche Beurteilungen sind im Büro selbstverständlich völlig anders als in einer Fabrik oder auf der Baustelle. Elektrische Anlagen und Maschinen, mechanische Risiken oder allgemein die Arbeitsschwere, der Umgang mit Gefahrstoffen, Lärm oder Hitze und Kälte können ebenso zu Gefährdungen für die Gesundheit beitragen wie (zunehmend) psychische Belastungen.

Bei Bedarf greifen die Arbeitsschutzexperten von TÜV Rheinland auf ein breit aufgestelltes Präventionsteam zurück. Das geschieht beispielsweise, wenn sich bei der Beurteilung der psychischen Belastungen herausstellt, dass die Unterstützung durch einen Betriebspsychologen sinnvoll ist. Im Idealfall werden so durch die Gefährdungsbeurteilung Arbeitsunfälle oder längere Ausfallzeiten vermieden und die Gesundheit der Beschäftigten bleibt erhalten. Es kommt zu weniger Störungen im Produktionsprozess und das Unternehmen kann reibungslos und effizient arbeiten.

Psychische Belastungen

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz haben in den vergangenen Jahren messbar zugenommen und spiegeln sich in der Krankenstatistik negativ wider. Immer öfter werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit Erschöpfungssymptomen, Motivationsverlust, Burnout oder Boreout konfrontiert. Aktuellen Studien zufolge gehören psychische Störungen zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen überhaupt. Jeder Arbeitgeber – vom Kleinstunternehmer bis hin zum Konzern – muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (GBU) auch die psychischen Belastungen analysieren, bewerten und Maßnahmen ableiten. Die Betriebspsychologinnen und -psychologen von TÜV Rheinland unterstützen die Arbeitgeber bei dieser Herausforderung. Sie analysieren und erheben die psychischen Belastungen, sprechen Empfehlungen für konkrete Verbesserungsmaßnahmen aus und setzen diese gemeinsam mit den Kunden um. Dabei haben sie auch fachübergreifende Lösungen im Blick. Ob es um gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung, wertschätzende Kommunikation innerhalb des Betriebs und zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden, die Steuerung von Leistungs- oder Termindruck geht, ob das Führungsverhalten verändert oder Teambeziehungen und Arbeitsbedingungen innerhalb des Betriebs verbessert werden sollen: Die Zusammenarbeit mit den Betriebspsychologen von TÜV Rheinland soll dazu beitragen, dauerhafte Überforderung und Demotivation zu vermeiden, die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen sowie Fehler und Fehlzeiten langfristig zu verringern.

Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren (SiGeKo)

Speziell für die Anforderungen von Großbaustellen gibt es bei TÜV Rheinland Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren (kurz: SiGeKo). Diese Fachleute übernehmen idealerweise von der Planung des Bauprojekts an den Kontakt mit den Aufsichtsbehörden zu Fragen der Gesundheit und des Arbeitsschutzes. Wichtig ist dabei, dass sie neben den praktischen Erfahrungen auch alle erforderlichen Rechtsgrundlagen kennen und berücksichtigen – beispielsweise in Deutschland die Baustellenverordnung oder die einschlägigen Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen und Vorgaben der Gesetzlichen Unfallversicherung.

Soziale Gesundheit

Einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Motivation und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz leistet TÜV Rheinland mit seiner Mitarbeiter- und Sozialberatung. Bei längerer Krankheit oder in Krisen- und Belastungssituationen reicht die alleinige Betreuung durch einen Betriebsarzt in vielen Fällen nicht aus. Die Berater von TÜV Rheinland begleiten Unternehmen und Arbeitnehmer bei der Umsetzung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements, unterstützen mit der Einzelberatung am Mitarbeitertelefon oder bei der Vermittlung geeigneter therapeutischer Maßnahmen. So sind die Experten von TÜV Rheinland beispielsweise auch Ansprechpartner für Mitarbeiter, die aufgrund von Konflikten am Arbeitsplatz arbeitsunfähig werden.

Zu weiteren Aspekten der Mitarbeiter- und Sozialberatung zählen darüber hinaus Unterstützung bei der Trauerbewältigung, beim Umgang mit schweren Erkrankungen, Sucht, Depressionen und Stress. Auch Über- oder Unterforderung am Arbeitsplatz kann zu Krankheit und Arbeitsausfällen führen. Die Berater von TÜV Rheinland analysieren die Situation und entwickeln gemeinsam mit dem Arbeitnehmer Strategien der Bewältigung. Ziel ist es in jedem Fall, die Lebensqualität für die Betroffenen langfristig zu verbessern, die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu erleichtern und für Arbeitgeber wirtschaftliche Verluste durch Fehlzeiten zu vermeiden.

Stand: April 2020