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Studie: Autonomes Fahren

Alles unter Kontrolle?

Wie stark autonome Fahrzeuge in Zukunft unser Straßenbild prägen, hängt vor allem davon ab, ob die Verbraucher die dafür nötigen Technologien als sicher und verlässlich bewerten. Grundsätzlich sind deutsche Autofahrer dem autonomen Fahren gegenüber positiv eingestellt. Eher skeptisch bleiben sie jedoch bei der Gewährleistung des Datenschutzes, dem Schutz vor Cyber-Kriminalität und der funktionalen Sicherheit bei fortschreitender Automatisierung. Sprich: Kann ich jederzeit selbst eingreifen? Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den Verbrauchern in China und den USA. Wo genau noch Verbesserungsbedarf besteht, zeigt eine aktuelle Studie von TÜV Rheinland zum Thema „Sicherheit autonomer Fahrzeuge“.

Überzeugungsarbeit für Autopilot leisten

Autofahrer behalten lieber selbst die Kontrolle über ihr Fahrzeug – zumindest muss dies im Notfall immer möglich sein, so die mehrheitliche Bedingung aller Teilnehmer aus Deutschland und den USA. In China ist man etwas weniger skeptisch gegenüber dem Autopiloten. Dass sich die Verkehrssicherheit durch völlig fahrerlose Autos insgesamt verbessert, glauben aber die wenigsten Befragten: „Die Überzeugung der Endverbraucher, dass mit zunehmender Automatisierung die Verkehrssicherheit abnimmt – und das in allen drei Ländern –, ist für mich überraschend und eines der wichtigsten Ergebnisse unserer Untersuchung, weil deutlich wird, dass wir gegenüber dem Endverbraucher aktiv werden müssen“, sagt Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobilität TÜV Rheinland.

Sind meine Daten wirklich sicher?

Dass in modernen Fahrzeugen Daten erfasst und an Automobilhersteller weitergegeben werden, darüber ist sich die große Mehrheit der Autofahrer in allen drei Ländern bewusst. Für welchen Zweck allerdings welche Daten verwendet werden, wer Zugriff auf die Daten hat und wie gut diese geschützt sind – darüber besteht weiterhin große Ahnungslosigkeit, vor allem bei Deutschen und Amerikanern. Mehr als die Hälfte fühlt sich nicht ausreichend informiert. Die chinesischen Verbraucher glauben, besser Bescheid zu wissen, was mit ihren Daten passiert – hier fühlen sich nur 15 Prozent schlecht informiert.

Skepsis beim Schutz vor Cyber-Angriffen

Auch wenn bei den Verbrauchern grundsätzlich die Bereitschaft besteht, Daten an Automobilhersteller zu übermitteln, herrscht in allen drei Ländern Skepsis darüber, ob diese Daten auch tatsächlich sicher geschützt sind. Die Angst davor, dass persönliche Daten in die Hände von Unbefugten gelangen könnten, ist weit verbreitet: 30 Prozent der Befragten in Deutschland stimmten dieser Aussage „voll und ganz zu“, in den USA 28 Prozent und in China 13 Prozent.

Das mangelnde Vertrauen der Kunden in die Cyber-Security geht so weit, dass die Mehrheit (Deutschland 66 Prozent, USA 61 Prozent, China 60 Prozent) nach einem Hackerangriff sogar die Automarke wechseln würde.

Fazit: Verbesserungsbedarf beim Thema Sicherheit

Um die Akzeptanz für autonomes Fahren weiter zu erhöhen, fordern Verbraucher in Deutschland, China und den USA von der Politik und Industrie:

  • den Wissensstand zu erhöhen,
  • persönliche Eingriffsmöglichkeiten im Auto sicherzustellen,
  • den Datenschutz und die Mitbestimmung bei der Datennutzung transparenter zu gestalten und
  • wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz vor Cyber-Kriminalität einzurichten.

Vor allem beim Thema Sicherheit besteht also noch Verbesserungsbedarf, wie die Studie von TÜV Rheinland zeigt.

Datenbasis:

Für die Studie befragte TÜV Rheinland online jeweils rund 1.000 Privatpersonen ab 18 Jahren mit einem Pkw-Führerschein in den bedeutenden Märkten Deutschland, USA und China. Die Untersuchung erstreckte sich über einen Zeitraum von 3 Monaten (August bis Oktober 2017).

Ansprechpartner von TÜV Rheinland:

Dr. Frank Schierge

Leiter Innovations- und Marktforschung

TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH

E-Mail: Frank.Schierge @de.tuv.com

Tel.: +49 221 806-1925

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