Prüfungen rund um Auto und Mobilität

In Deutschland rollen Jahr für Jahr rund 2,7 Millionen Kraftfahrzeuge zur Hauptuntersuchung bei TÜV Rheinland. Insgesamt betreibt TÜV Rheinland gut 200 Servicestationen in Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland, an denen Fahrzeuguntersuchungen vorgenommen werden können. Neben dem Kfz-Prüfgeschäft und der Bahntechnik verantwortet der Bereich Mobilität bei TÜV Rheinland auch die Führerscheinprüfung mit etwa 260.000 Prüfungen im Jahr.

Führerscheinprüfung und Fahrzeuguntersuchungen sind in Deutschland genau geregelt. Die Tätigkeit des TÜV Rheinland ist streng reglementiert und wird durch die staatlichen Aufsichtsbehörden kontrolliert, um die Qualität und die Unabhängigkeit der vorgenommenen Prüfungen zu gewährleisten.

TÜV Rheinland Mobiltät

Qualifikation und Kontrolle der Sachverständigen

Grundsätzlich dürfen für die Tätigkeiten der Technischen Prüfstellen und der amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen, zu denen TÜV Rheinland zählt, nur Sachverständige beziehungsweise Prüfingenieure eingesetzt werden. Diese nehmen Fahrzeuguntersuchungen ebenso vor wie Führerscheinprüfungen ab. Im so genannten Kraftfahrtsachverständigengesetz sind für diese Mitarbeiter bestimmte Qualifikationen zwingend vorgeschrieben. Dazu zählt ein erfolgreich abgeschlossenes Studium des Maschinenbaus, der Kraftfahrzeugtechnik oder der Elektrotechnik. Nach der Hochschulausbildung erfolgt bei TÜV Rheinland eine 18-monatige Ausbildung zum Sachverständigen, die mit einer Prüfung vor der jeweils zuständigen Behörde des Bundeslandes abgeschlossen wird.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit werden die Sachverständigen regelmäßig durch den Arbeitgeber mit offenen und verdeckten Tests geprüft. Auch die Aufsichtsbehörde führt verdeckte Tests zur Qualitätssicherung durch. Des Weiteren haben sich alle Prüforganisationen in einem Verein für Qualitätsmanagement zusammen-geschlossen, in dem kontinuierlich die Tätigkeit aller Mitarbeiter nach festgelegten Regeln überprüft wird. Aus all diesen Maßnahmen wird dann zusätzlich durch die Verantwortlichen bei TÜV Rheinland einmal jährlich ein Qualitätsreport erstellt, der den Aufsichtsbehörden vorgelegt wird.

Außerdem hat der Gesetzgeber die regelmäßige Weiterbildung geregelt. Jeder Sachverständige oder Prüfingenieur muss jährlich 40 Weiterbildungs-stunden absolvieren. Bei TÜV Rheinland überwacht die Abteilung Aus- und Weiterbildung die strikte Einhaltung dieser vorgeschriebenen Regelung. Zusätzlich findet im Rahmen der externen Audits die Prüfung einzelner Nachweise statt.

Eine weitere Anforderung an die Sachverständigen ist ihre charakterliche Eignung. Aus diesem Grunde werden alle Sachverständigen speziell erfasst und z.B. bei Verkehrsvergehen durch die Genehmigungsbehörde des Bundeslandes über die zu erwartende Strafe hinaus disziplinarisch gemaßregelt.

Darüber hinaus befasst sich TÜV Rheinland mit Zukunftsthemen der Mobilität: Um neue Ideen zu identifizieren und deren Entwicklungen in sichere Bahnen zu lenken ist das Team „Future Mobility Solutions“ entstanden. Das Team analysiert Markttrends und Marktentwicklungen im Bereich Mobilität, um neue Geschäftsmöglichkeiten und entsprechende Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln. Es bringt Experten aus dem gesamten TÜV Rheinland zusammen, um Projekte beispielsweise in der Elektromobilität oder dem automatisierten und autonomen Fahren voranzubringen. Auch andere alternativer Antriebstechnologien, vernetztes Fahren sowie Fahrzeugsicherheit und Assistenzsysteme werden von den Expertinnen und Experten vorangetrieben.

TÜV Rheinland Führerscheinprüfung

Führerscheinprüfungen bei TÜV Rheinland

Mit dem kaiserlichen „Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909“ schlug die Geburtsstunde des amtlichen Führerscheins. Diese rechts¬verbindliche Regelung für ganz Deutschland löste die Ausweisflut der Königreiche, Herzog- und Fürstentümer im Deutschen Reich ab. Darin hieß es: „Wer auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Erlaubnis gilt für das gesamte Reich; sie ist zu erteilen, wenn der Nachsuchende seine Befähigung durch eine Prüfung dargetan hat und nicht Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Bescheinigung (Führerschein) zu erbringen.“

Seit den 1990er Jahren befassen sich verschiedene Gremien und Institutionen mit der Optimierung der Führerscheinprüfung, um die Unfallhäufigkeit bei Fahran-fängern zu reduzieren. Mit der Bearbeitung und Umsetzung wurde eine Arbeitsgemeinschaft der technischen Überwachungsorganisationen beauftragt. Eines der Hauptergebnisse: Der früher verwendete Fragebogen wurde bei der theoretischen Prüfung durch eine Prüfung am Computer abgelöst. Das von TÜV Rheinland entwickelte Hardware-Konzept bietet größtmögliche Sicherheit im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit sowie auch bezüglich der allgemeinen Betriebssicherheit.

Führerscheinprüfung PC

Wie funktioniert die theoretische Führerscheinprüfung am PC?

Das Prüfungsverfahren am Computer gilt für alle Klassen – gleich, ob Motorrad, Pkw, Lkw oder Bus – und wird in elf gesetzlich festgelegten Fremdsprachen angeboten. Besteht der Prüfling nach der theoretischen auch die praktische Prüfung, erhält er eine gültige EU-Fahrerlaubnis.

Mit der Theorieprüfung am PC sollen insbesondere junge Fahranfänger noch besser auf das reale Verkehrsgeschehen vorbereitet werden und somit ein weiterer Beitrag zur Senkung des Unfallrisikos in dieser Altersgruppe geleistet werden. Die Bewerber können sich mit dem Ablauf der Prüfung vertraut machen, indem sie sich beispielsweise auf der Internetseite des TÜV Rheinland unter www.tuv.com/fuehrerscheinpruefung eine Musterprüfung anschauen.

Die Reihenfolge der Fragen und Antworten bestimmt das Programm. Der Teilnehmer muss sich bereits in der Vorbereitungsphase intensiver mit den Verkehrsregeln befassen als früher, sie wirklich verstehen und begreifen. Ein rein fotografisches Gedächtnis hilft nicht weiter. Der Prüfling wird nacheinander jeweils nur mit einer Frage konfrontiert, was die Konzentration auf die einzelne Frage erhöht. Der vom Gesetzgeber festgelegte Fragenpool lässt sich im Falle von Gesetzesänderungen einfacher aktualisieren und das System bietet mehr Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung der theoretischen Führerscheinprüfung.

Ein weiterer Vorteil: Der Kandidat kann keine Fragen mehr übersehen, denn er wird vor der Abgabe an nicht beantwortete Aufgaben erinnert. Und: Nach Abschluss der Prüfung erhält der Bewerber sofort das Ergebnisprotokoll mit einer Auswertung nach Themengebieten. Das ermöglicht auch das gezielte Lernen für den Fall einer Wiederholungsprüfung.

Kontrolle der Prüforganisationen

Die Führerscheinprüfungen werden im Auftrag der Bundesländer auf Basis der einschlägigen Gesetze von Mitarbeitern des TÜV Rheinland durchgeführt. Eine Kopplung zwischen den fachlich, disziplinarisch und wirtschaftlich verantwortlichen Personen besteht bei allen Prüforganisationen in Deutschland nicht mehr. Die disziplinarische und die wirtschaftliche Verantwortung liegt allein in der jeweiligen Region, die fachliche Verantwortung liegt dagegen bei der Leitung des gesamten Bereichs für ein gesamtes Bundesland, wobei dem Kompetenzzentrum der Hauptverwaltung von TÜV Rheinland in Köln eine koordinierende Funktion zukommt.

Im Rahmen der Anerkennung, die nach der Fahrerlaubnisverordnung vorgeschrieben ist, werden alle Organisationen, die Führerscheinprüfungen durchführen, jährlich von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zertifiziert. Die BASt ist eine dem Bundesverkehrsministerium nachgeordnete Behörde. Hinzu kommen interne Prüfungen, die in allen Regionen von den Qualitäts-managementbeauftragten des TÜV Rheinland durchgeführt werden. Dadurch wird innerhalb von drei Jahren jeder Prüfer mindestens einen halben Tag bei der Durchführung von Führerscheinprüfungen begutachtet und begleitet. Schließlich muss jeder Führerscheinprüfer per Gesetz fünf Tage Weiterbildung pro Jahr nachweisen. Aktuelle Fachinformationen werden regelmäßig an die Mitarbeiter weitergegeben – sowohl hausintern als auch über eine zentrale Stelle für alle technischen Prüforganisationen.

Jenseits der internen und externen Qualitätskontrollen ist TÜV Rheinland mittels seiner fachlichen Koordinierungsstelle in einen gesetzlich vorgeschriebenen, bundesweit organisierten Erfahrungsaustausch eingebunden, an dem alle technischen Prüforganisationen in Deutschland, das Bundesverkehrsministerium, die Bundesländer sowie die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände teilnehmen.

HU TÜV rheinland

Kraftfahrzeugprüfung bei TÜV Rheinland in Deutschland

Die für Kraftfahrzeuge in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene technische Überprüfung ist ebenso wie die Führerscheinprüfung streng reglementiert und wird genau überwacht. Im Auftrag der einzelnen Bundesländer werden bei den amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen, zu denen TÜV Rheinland gehört, die wiederkehrenden Prüfungen sowie die Begutachtungen von Fahrzeugänderungen durch die Prüfingenieure auf Basis des Gesetzes für Kraftfahrtsachverständige durchgeführt. Die amtliche Anerkennung zur Errichtung und Unterhaltung der Technischen Prüfstelle in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin liegt beim TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V. Dieser Verein wiederum hat die beiden Gesellschaften TÜV Rheinland Kraftfahrt sowie TÜV Pfalz Verkehrswesen mit der Wahrnehmung der Aufgaben beauftragt.

Im Auftrag der einzelnen Bundesländer werden auf den technischen Prüfstellen die vorgeschriebenen, wiederkehrenden Prüfungen sowie die Begutachtungen von Fahrzeugänderungen durch die Sachverständigen auf Basis des Kraftfahrsachverständigengesetzes durchgeführt. Die wiederkehrenden Prüfungen sind als Hauptuntersuchung bekannt.

Die Aufsicht über die technischen Prüfstellen liegt bei den jeweiligen Landesministerien. Der einzelne Sachverständige ist fachlich nur dem Leiter der technischen Prüfstelle sowie den Weisungen der Aufsichtsbehörde unterstellt. Qualitätsüberprüfungen finden mit internen Kontrollen von TÜV Rheinland ebenso wie mit Prüfungen der Aufsichtsbehörden verdeckt und offen statt – analog zur Kontrolle der Qualität bei den Führerscheinprüfungen.

Hauptuntersuchung TÜV Rheinland

Hauptuntersuchung bei Autos

Jedes Jahr rollen bei TÜV Rheinland bundesweit über 2,7 Millionen Kraftfahrzeuge zur Hauptuntersuchung (HU). Die Hauptuntersuchung dient dazu, die technische Sicherheit der Fahrzeuge und den Umweltschutz zu gewährleisten. Überprüft werden unter anderem die Beleuchtungsanlage, Fahrwerk mit Rädern, Reifen und Bremsanlage, Motorraum, Innenraum, Scheiben, Scheibenwischer und die Scheibenwaschanlage, Sicherheitsgurte und die weitere Sicherheitsausstattung sowie Auspuff- und Abgasanlage.

Seit dem 1. Juli 2012 gelten zudem einige Änderungen: Für alle Autos gibt es nach der Untersuchung einen genauen Prüfbericht, in dem jeder einzelne Mangel als erheblicher oder leichter Mangel aufgeführt ist. Erforderliche und fällige Reparaturen können somit leichter vorgenommen werden. Zudem ist die Prüfung um eine kurze Probefahrt erweitert worden. Für neue Fahrzeuge, die erstmalig ab 1. Juli 2012 in den Verkehr gekommen sind, ist künftig auch die Überprüfung aller elektronischen Sicherheitssysteme im Rahmen der HU verstärkt vorgesehen. So kontrollieren die Prüfer von TÜV Rheinland, ob elektronisch geregelte Sicherheitssysteme und umweltrelevante Fahrzeugeinrichtungen einwandfrei funktionieren – wie zum Beispiel die Airbags.

Zu Beginn der Prüfung ist eine kurze Probefahrt mit einer Geschwindigkeit von mindestens 8 km/h vorgeschrieben. Diese kurze Fahrt vervollständigt die bisherige statische Prüfung. Wichtige Untersuchungspunkte werden schon bei dieser Fahrt abgedeckt, beispielsweise die Aktivierung und Prüfung der elektronischen Steuerungen einzelner Fahrzeugeinrichtungen.

AutoBild TÜV-Report 2017

Jährliche Mängelstatistik bei Autos

Die Sachverständigen der verschiedenen TÜV-Unternehmen stellen einmal jährlich für Deutschland ihre Mängelstatistik vor. 2017 stellten sie bei 19,9 Prozent aller Autos erhebliche Mängel fest. Das heißt: Diese Autos erhalten keine TÜV-Plakette, sondern müssen nach Reparatur nochmals zur Prüfung. Besonders häufig entdecken die Prüfer von TÜV Rheinland bei der Hauptuntersuchung Defekte an Beleuchtung, an Bremsen, Auspuff sowie Achsen, Rädern und Reifen.

Je älter die Fahrzeuge desto höher ist die Mängelrate. Bei Autos älter als zehn Jahre hat sogar jedes vierte Fahrzeug erhebliche Mängel. Die Streuung der Mängelrate je Altersklasse zwischen dem besten und dem schlechtesten Pkw ist sehr groß: Von den zwei- bis dreijährigen Pkw fallen 5,8 Prozent wegen erheblicher Mängel durch die Hauptuntersuchung, von den zehn- bis elfjährigen über 26 Prozent.

Zum TÜV Report 2018

Hauptuntersuchungsplaketten

Vergabe der Prüfplaketten für Kraftfahrzeuge

Sichtbares Zeichen für die wiederkehrende Prüfung an einem Kraftfahrzeug ist die Prüfplakette. Diese gibt es in sechs verschiedenen Farben, jeweils einem bestimmten Jahr zugeordnet. Das Fälligkeitsjahr ist in der Mitte der Prüfplakette zu erkennen, die Angabe des Monats erfolgt über eine Zahl zwischen 1 und 12, die entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn auf dem Rand der Plakette aufgebracht ist. Beim Aufkleben der Plakette wird der Fälligkeitsmonat auf 12 Uhr geklebt. Durch eine schwarze Markierung der Plakette am Rande zwischen 11 und 1 ist dann aus der Entfernung heraus für die Polizei die Erkennbarkeit des Fälligkeitsmonats gewährleistet (das Fälligkeitsjahr ergibt sich durch die Farbe). Die Einführung der Plakette erfolgte 1960, um die Kontrolle durch die Polizei zu erleichtern. Aus diesem Grund wird auch die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen angebracht.

Eine Plakette für einen Pkw ist immer 24 Monate ab der Prüfung gültig, auch wenn die Prüffrist überzogen wurde. Ist die Frist um mehr als zwei Monate überzogen, hat der Gesetzgeber eine zusätzliche Gebühr eingeführt. Beim Pkw macht beträgt diese rund 10 Euro. Die Gebühr für die Ergänzungsprüfung wird erhoben, weil die Prüforganisationen bei solchen Fahrzeugen verpflichtend eine Ergänzungsprüfung durchführen müssen. Grund dafür ist die zunehmende Anzahl der Mängel, je länger die Prüftermine auseinander liegen.

Aber Achtung, denn weiterhin gilt: Die HU darf nicht überzogen werden, das ist eine Ordnungswidrigkeit. Sanktionen und Bußgelder für eine Fristüberziehung bleiben gleich: Bei Pkw, Motorrädern und leichten Anhängern kostet eine Überziehung ab 25 Euro. Außerdem kann je nach Fahrzeugart und Überziehungsdauer auch noch ein Punkt in Flensburg fällig werden.

Abgasuntersuchung bei der periodischen Überwachung (AU)

Moderne Fahrzeuge verfügen über ein sogenanntes On-Board-Diagnosesystem (OBD), das unter anderem die Funktion der abgasrelevanten Komponenten während des Fahrbetriebes permanent überprüft und die Nachbehandlung der Abgase überwacht. Eine Fehlfunktion wird dem Fahrer angezeigt. Bei der heutigen Abgasuntersuchung (UMA) wird über den sogenannten „OBD-Stecker“ die Funktionsfähigkeit der OBD überprüft und Fehler oder Einträge ausgelesen. Zum 1. Januar 2018 wurde das zweistufige OBD-Prüfverfahren, das für Kraftfahrzeuge ab Erstzulassung 1. Januar 2006 in Deutschland vorgeschrieben war, aufgehoben. Stattdessen wurde die generelle Messung der Abgase im Endrohr für alle Kraftfahrzeuge wiedereingeführt, bei denen eine Abgasuntersuchung durchgeführt werden muss.

Die Systemgenehmigung für Abgas (Homologation)

Der Fahrzeughersteller beauftragt einen so genannten Technischen Dienst seiner Wahl mit der Durchführung oder Überwachung der Emissionsmessungen. Diese erfolgen dann nach definierten, europaweit gültigen Prüfstandards. Technische Dienste werden in Deutschland vom Kraftfahrt-Bundesamt anerkannt und benannt; auch Labore von TÜV Rheinland sind als Technischer Dienst anerkannt.

Bei der Homologation eines Pkws oder kleinen Lkws wird dann der Schadstoffausstoß (CO, HC, NOx, CO2 und Partikel) auf dem Rollenprüfstand in einem fest definierten Fahrzyklus (NEFZ) ermittelt. Darüber hinaus werden die CO-Emissionen im Leerlauf, die Kurbelgehäuseemissionen, die Verdunstungsemissionen, die Dauerhaltbarkeit des Emissionsminderungssystems, eine Abgasprüfung bei tiefen Temperaturen (-7°C) und das On-Bord-Diagnosesystem (OBD) gemäß den Vorschriften geprüft.

Die Vorbereitung und Dauer dieser aufwendigen Prüfstandmessungen beträgt mehrere Wochen. Der Fahrzeughersteller beschreibt alle abgasrelevanten Bauteile und übergibt diese Daten in Form eines sogenannten Beschreibungsbogens dem Technischen Dienst.

Erfüllt das Fahrzeug mit seinem Abgassystem die geltenden Vorschriften (z.B. der Abgasklasse Euro 6) und hat der Technische Dienst die Übereinstimmung zwischen Herstellerbeschreibung und Prüffahrzeug festgestellt, wird ein positiver Prüfbericht erstellt, den der Technische Dienst gemäß Auftrag des Fahrzeugherstellers bei einer Europäischen Genehmigungsbehörde zur Genehmigung einreicht. Nach Prüfung der eingereichten Dokumente erstellt diese Behörde dann eine entsprechende Genehmigung.

Konformitätsüberwachung an Fahrzeugen

Der Hersteller ist verpflichtet, die Produktion und die im Markt befindlichen Fahrzeuge auf Konformität hin zu überwachen. Die so genannte „Conformity of Production (CoP)“ wird regelmäßig durch geeignete industrielle Fertigungsabläufe und zusätzlich vorgenommene Überprüfungen von neuen Fahrzeugen, üblicherweise am Ende der Produktionslinie gewährleistet. Der sogenannte „In Service Conformity Check“ ist die Überprüfung von im Verkehr befindlichen Fahrzeugen mit einer definierten Laufleistung.

Sowohl die CoP als auch die „In Service Conformity Checks“ müssen unter der Verantwortung des Herstellers durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Konformitätsüberwachung sind vom Hersteller der Genehmigungsbehörde mitzuteilen.

Ergänzend zu den vorgenannten Maßnahmen des Herstellers können alle Genehmigungsbehörden zur den von ihnen erteilten Genehmigungen Konformitätsüberprüfungen sowohl an den genehmigten Produkten als auch bezüglich der vom Hersteller angewendeten Verfahren durchführen oder durchführen lassen.

Real Drive Emission

Die Abgasmessungen unter definierten Laborbedingungen auf einem Rollenprüfstand sind zwar sehr gut wiederholbar und vergleichbar, können aber nur ausgewählte Situationen des realen Fahrbetriebs wiederspiegeln.

Mit den erst seit wenigen Jahren zur Verfügung stehenden mobilen Abgasmesssystemen lassen sich nun auch Abgasmessungen im echten Fahrbetrieb durchführen. Auf diese Weise können die relevanten Abgas- und Verbrauchswerte nun auch unter realen Bedingungen ermittelt werden. Damit kann eine Verbesserung (größere Realitätsnähe) der auf den Prüfständen gefahrenen Fahrprogramme herbeigeführt werden.

In den kommenden Jahren soll die mobile Abgasmessung Bestandteil der Europäischen Abgasvorschriften werden. Etwaige überdurchschnittliche Diskrepanzen zwischen einer Labormessung auf dem Rollenprüfstand und der Messung unter realen Fahrbedingungen werden damit erkennbar.

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