Bildung: Menschen qualifizieren, Unternehmen befähigen, digitalen Wandel ermöglichen

Ausbildung, Qualifizierung und Prüfung in zahlreichen Branchen und Berufen.

Schweißerausbildung

Die Arbeits- und Lebenswelten besonders der industrialisierten Länder sind in einem grundlegenden Wandel begriffen: Wissensbasierte Dienstleistungen und Produkte werden im Rahmen der digitalen Transformation für die Wertschöpfung von Unternehmen immer wichtiger. Bildung ist eine der wichtigsten ökonomischen Ressourcen weltweit und Fundament für Wirtschaft, Wohlstand und Fortschritt in Verantwortung. Für Menschen und Unternehmen liegen hierin große Chancen und Herausforderungen: Der Zugang zu Bildung entscheidet zunehmend über die Zukunftschancen ganzer Gesellschaften.

Ausbildung und Qualifizierung durch TÜV Rheinland

Unter dem Dach des Geschäftsbereichs Academy & Life Care bündelt TÜV Rheinland Leistungen für Menschen in ihrem Arbeitsumfeld. Ein wichtiges Geschäftsfeld ist der Bereich Ausbildung und Qualifizierung, der bei TÜV Rheinland so vielfältig ist wie die Branchen und Berufe in Industrie und Dienstleistungssektor. Über die Akademie, den Hochschul-Campus und eigene Privatschulen vertreten rund 700 Experten für berufliche Weiterbildung mehr als 70 Themen. Das Spektrum reicht von industrieller Produktion, IT, Logistik, Energie, Umwelt, Arbeitsschutz, Qualität, Management, Gesundheit und Pflege über Bauen und Immobilien oder Mobilität bis zu klassischen Qualifikationen wie der des Schweißens – natürlich mit modernsten Methoden. Mit der Qualifizierung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Auszubildenden, Studierenden und Arbeitsuchenden leistet TÜV Rheinland einen wichtigen Beitrag, dass der Einzelne ebenso wie ganze Organisationen die digitale Transformation meistern und ihre Chancen nutzen können.

International tätige Akademie mit Seminaren, Lehrgängen und Studiengängen

Auch wenn der Einzug von Digitalisierung und Automatisierung in der Industrie und in kritischen Infrastrukturen wie beispielsweise der Energieversorgung in vollem Gange ist: Die Sicherheit industrieller Anlagen hängt nicht nur von der Technik ab. Ebenso entscheidend sind Prozesse, Arbeitsabläufe und – nach wie vor – der „Faktor Mensch“. Gerade im Rahmen der Digitalisierung wachsen die Komplexität und Anforderungen an die fachgerechte Bedienung von Steuerungsanlagen sowie an die sachgemäße Wartung und Kontrolle. All dies ist für den zuverlässigen und sicheren Betrieb von Maschinen, Systemen und Anlagen unverzichtbar und damit auch für den Schutz der Menschen vor negativen Auswirkungen. Zudem gilt: Innovationen können sich nur durchsetzen, wenn die Menschen berechtigtes Vertrauen in deren Sicherheit haben. Dieser Gedanke prägt TÜV Rheinland seit Gründung des DÜV und der Dampfkesselüberwachungsvereine im 19. Jahrhundert. Die technische Ausbildung und berufliche Qualifikation des Personals, also die Befähigung von Menschen im sicheren Umgang mit Technologie, waren von Beginn an wesentliche Bestandteile der Tätigkeit von TÜV Rheinland.

Was vor 140 Jahren mit der Qualifizierung von Dampfkesselwärtern in Industrieunternehmen begann, hat sich heute zu einer international tätigen Akademie entwickelt, die mit einem branchenübergreifenden Portfolio in mehr als 20 Ländern weltweit aktiv ist. Allein in Deutschland erweitern jährlich mehr als 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in rund 30.000 angebotenen Veranstaltungen der TÜV Rheinland Akademie ihren Wissenshorizont und erarbeiten sich mit Hilfe von TÜV Rheinland neue Chancen am Arbeitsmarkt. Rund 2.500 Experten, Dozenten und Trainer sorgen für eine anerkannt hohe Qualität der Seminare, Lehrgänge, Konferenzen und Studiengänge, die in der Regel mit international anerkannten Zertifikaten abschließen. Die wichtigsten Branchen sind dabei die Produzierende Industrie, Automotive sowie Gesundheit. Zu den am stärksten nachgefragten Kompetenznachweisen zählen zurzeit die zur Versorgung chronische Wunden, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz für Kontraktoren – als Vertragspartner in Projekten – und nicht zuletzt die im Bereich Qualitätsmanagement.

Personenzertifizierung: Mitarbeiter mit unabhängig geprüften Qualifikationen

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das Rückgrat eines Unternehmens; sie tragen wesentlich zum Geschäftserfolg bei. Gleichzeitig wird der Wettbewerb um Fachkräfte und Führungskräftenachwuchs härter. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit Personenzertifikat hilft Unternehmen, sich erfolgreich vom Wettbewerb abzuheben.

International vergleichbar werden die Kompetenzen des Einzelnen auf Basis von Personenzertifizierungen, für die TÜV Rheinland nach der Norm DIN EN ISO 17024 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS akkreditiert ist. Diese internationale Norm legt einheitliche Anforderungen an die Arbeitsweise von Personenzertifizierungsstellen fest. Damit beruht die Personenzertifizierung auf einem weltweit anerkannten Regelwerk, das Vorteile für Unternehmen wie für einzelne Absolventen beinhaltet: Für global tätige Unternehmen ist die Personenzertifizierung ein wichtiges Werkzeug der Personalentwicklung. Kompetenzen, die vor einer neutralen Stelle überprüft wurden, lassen sich schwarz auf weiß belegen – ein Imagegewinn gegenüber Dritten und ein Wettbewerbsvorteil.

Grundsätzlich können sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen die Qualifikation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch unabhängige Dritte wie TÜV Rheinland überprüfen und bestätigen lassen. Die Personenzertifizierungsstelle von TÜV Rheinland namens „PersCert TÜV“ nimmt jährlich rund 25.000 solcher Personenzertifizierungen vor. Die Personenzertifizierungen von TÜV Rheinland sind so vielfältig wie die Anforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft und nicht auf bestimmte Branchen oder Fachgebiete beschränkt. Das Spektrum reicht vom Fachplaner Brandschutz über den IT-Sicherheitsbeauftragten und Umweltschutzmanager bis zum „1st and 2nd Party Auditor Medical Devices International (TÜV)“. So zertifizierte Spezialisten können interne Audits und Lieferantenaudits – also Überprüfungen – in der Medizinprodukteindustrie planen, vorbereiten, durchführen und auswerten. Weitere Beispiele sind geprüfte Account Manager, der Internationale Schweißfachmann oder der Qualitätsmanager.

Die Personenzertifizierung durch TÜV Rheinland erfolgt auf Basis definierter und standardisierter Qualifikationsanforderungen und transparenter Prüfkriterien. Grundlage ist ein festgelegtes Kompetenzprofil des Antragstellers, das TÜV Rheinland daraufhin überprüft, ob es dem jeweiligen Zertifizierungsprogramm entspricht.

Zertifizierungsprogramme mit Kooperationen in Industrie und Öffentlicher Hand

Neben den Abschlüssen, die im Rahmen der Akkreditierung nach DIN EN ISO 17024 erfolgen, entwickelt PersCert TÜV zahlreiche Zertifizierungsprogramme, die mit Kooperationspartnern aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich, mit Bildungsanbietern, Verbänden und Behörden umgesetzt werden.

PersCert TÜV dokumentiert die Abschlüsse auf der allgemein zugänglichen Online-Plattform www.certipedia.com von TÜV Rheinland. Dort sind alle aktiven Zertifizierungsprogramme hinterlegt, die TÜV Rheinland ausgestellt hat. Zertifizierte Personen haben die Möglichkeit, ihre zertifizierten Kompetenzen ebenfalls auf der Plattform www.certipedia.com von TÜV Rheinland zu veröffentlichen.

Die Zukunft des Lernens: digital und analog

Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Nahezu 80 Prozent aller Beschäftigten weltweit sind bereits auf Internet und Telekommunikation angewiesen. Mobile und flexible Arbeitsformen führen zu einer zunehmenden Kommunikation auf allen Kanälen und in sozialen Netzwerken, die sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch zwischen Unternehmen stattfinden kann. Mobiles Internet und flächendeckendes Breitband machen die vernetzte Kommunikation möglich und teilweise auch erforderlich.

Für Unternehmen ebenso wie für Beschäftigte ist es eine Herausforderung, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und die damit verbundenen Chancen zu nutzen. Beides setzt Basiskompetenzen bis hin zu fortgeschrittenem Know-how voraus. In einer Zeit, in der der Grad der Digitalisierung über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen entscheidet, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lage sein, kontinuierlich neues Wissen zu erwerben, technologische Innovationen rasch in Arbeitsprozesse zu integrieren und flexibel mit wechselnden Aufgabenstellungen umzugehen.

Damit Menschen wie Organisationen den digitalen Wandel meistern, begleitet die TÜV Rheinland Akademie Unternehmen in der Qualifizierung von Mitarbeitern. In Zusammenarbeit mit namhaften IT-Unternehmen wie Microsoft, Oracle oder Cisco bietet TÜV Rheinland herstellerspezifische Trainings und Softwareschulungen an. Die von zertifizierten Trainern durchgeführten Lehrgänge basieren auf Seminarkonzepten und Originalunterlagen der Hersteller. Die Trainings vermitteln Administratoren, Netzwerktechnikern oder Datenbankentwicklern das notwendige Know-how, um den Anforderungen der technischen Entwicklung gewachsen zu sein.

Zudem setzt TÜV Rheinland auf die effektive Verknüpfung analoger und digitaler Lernformen. Das so genannte „Blended Learning“ eröffnet neue Möglichkeiten der Vermittlung von Lerninhalten und schafft neue Zugänge zum Wissenserwerb. TÜV Rheinland verbindet ganz bewusst herkömmliche Schulungselemente und klassische Präsenzseminare mit elektronischen Bausteinen, etwa mit virtuellen Sprechstunden oder Live-Chats. Über digitale Lernmanagementsysteme von TÜV Rheinland, die standortunabhängige Fortbildungen bis hin zum eigenen Arbeitsplatz ermöglichen, können Unternehmen ihre betriebliche Weiterbildung zudem systematisch und zielgerichtet planen, durchführen und dokumentieren. Die TÜV Rheinland E-Learning-Bibliothek hält zahlreiche elektronische Lernprogramme bereit, die sich dem jeweiligen Trainingsbedarf anpassen und individuelle Lernfortschritte ermöglichen.

Auch durch die Einbindung von Computerspieltechnologien (Gamification) entstehen neue Lernanwendungen, die die Wissens- und Kompetenzvermittlung verbessern. Die Lernspielexperten von TÜV Rheinland nutzen ganz bewusst auch den Trend zum „Serious Gaming“, wenn es beispielsweise um Produkt- und Verkaufstraining, Wirtschaftsplanspiele oder Schulung zum Umgang mit Passwörtern, Spams und Netzwerken geht. Dabei wird die Arbeitsumgebung zu einem virtuellen Spielfeld.

TÜV Rheinland Hochschul-Campus

Beim neuen Studienkonzept des TÜV Rheinland Hochschul-Campus gehen die Grenzen zwischen beruflicher Aufstiegsfortbildung und akademischem Studium fließend ineinander über. Der Campus bietet berufsbegleitende Studiengänge aus den Bereichen Technik, IT, Gesundheit und Management. In zehn deutschen Städten ermöglicht TÜV Rheinland berufliche Weiterbildung, Aufstiegsqualifizierung wie beispielsweise Meisterkurse oder auch ein rein akademisches Studium.

Der Hochschul-Campus setzt unterschiedliche Lernformen ein. Die virtuelle Präsenz etwa erlaubt den Studierenden ein flexibles Lernen von jedem beliebigen Ort. Der Web-Campus ermöglicht es, außerhalb der Präsenzphasen Kontakt zu Kommilitonen und Lehrbeauftragten zu halten. Mit mittlerweile mehr als 10.000 Absolventen ist TÜV Rheinland deutschlandweit einer der wichtigsten Anbieter berufsbegleitender Studiengänge und Weiterbildungen.

Durch die enge Kooperation mit Zertifizierungsstellen und Hochschulen ist es möglich, auf die Prüfungsanforderungen zugeschnittene Curricula zu konzipieren. Chancen für Beschäftigte im Gesundheitswesen bieten neue Lehrgänge für anspruchsvollere Aufgaben, unter anderem in der Pflegebegutachtung und im Pflegemanagement. Die Fortbildung zum Pflegesachverständigen (TÜV) etwa befähigt zur Beurteilung von Pflegeprozessen, zur Bestimmung der Pflegegrade von Patienten und zur Erstellung von Gutachten für Gerichte und Leistungsträger.

Alle Studiengänge und Weiterbildungen am Hochschul-Campus sind akkreditiert oder zertifiziert und führen zu national und international anerkannten Abschlüssen.

Download des Textmaterials