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TÜV Rheinland: 65 Jahre Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge in Deutschland

29.11.2016Berlin / Köln

Historische Hauptuntersuchung

Der 1. Dezember 1951 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Verkehrssicherheit: Vor 65 Jahren mussten Kraftfahrzeuge zum ersten Mal zum TÜV zur Hauptuntersuchung . Damals war es noch ein reiner Mechanik-Check. Heute prüfen die Sachverständigen von TÜV Rheinland weit mehr als Bremsen, Stoßdämpfer, tragende Teile und Beleuchtung. Inzwischen umfasst die Prüfung rund 160 einzelne Punkte mit einer Probefahrt und auch die Elektronik von Assistenzsystemen in modernen Fahrzeugen.

Der wichtigste Grund für die Einführung der Hauptuntersuchung war damals die Verkehrssicherheit auf den Straßen. Andreas Röse, Technischer Leiter der Kfz-Prüfstellen von TÜV Rheinland in Berlin: „Der Fahrzeugverkehr nahm seit Ende der 40er Jahre spürbar zu. Die Motorisierung in Deutschland stieg enorm an. Gleichzeitig nahmen die Unfälle nahmen beträchtlich zu. Ein Grund: gravierende technische Mängel an den Fahrzeugen.“ Dies führte zur Erkenntnis, dass eine technische Prüfung notwendig sei, mit der unter anderem auch TÜV Rheinland vor 65 Jahren am 1. Dezember 1951 startete. Die Einführung war eine Erfolgsgeschichte: Tatsächlich spielen technische Defekte als Unfallursache in Deutschland heute kaum noch eine Rolle.

Damals verschickten die Behörden an die Fahrzeughalter noch „Einladungen“ zur Kfz-Überprüfung. Viele ignorierten einfach diese Aufforderung, fortan alle zwei Jahre zum TÜV zu fahren. Erst seit der Einführung der Plakette im Jahr 1961 können die Ordnungshüter säumige Verkehrssünder am Siegel auf dem hinteren Kennzeichen leicht erkennen.

Blechlawine überrollt die Prüfstellen

Als Folge der Plakettenpflicht überrollte 1961 eine ungeheure Blechlawine die Prüfstellen. „Der Ansturm war kaum zu bewältigen, lange Wartezeiten musste man geduldig in Kauf nehmen“, sagt Andreas Röse.“ Heute können die Kunden von TÜV Rheinland online ihren Termin für die Hauptuntersuchung buchen. Anstatt Hammer und Schraubendreher gehören heute Computer und Hightech-Ausstattung zur Fahrzeugprüfung in den weltweiten Prüfstellen bei TÜV Rheinland. Allein in Deutschland verfügt TÜV Rheinland über 140 Servicestationen und prüft rund 2,7 Millionen Fahrzeuge im Jahr.

Die 65-jährige Erfolgsbilanz der Hauptuntersuchung spricht für sich: In Deutschland lag 2015 die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr bei 3.459, während es 1950 bei weit weniger Fahrzeugen über 7.000 Verkehrstote gab, 1970 kamen gar über 19.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. „Heute spielen technische Mängel bei Verkehrsunfällen kaum noch eine Rolle. Nicht nur dass die Fahrzeuge sicherer geworden sind, auch die Hauptuntersuchungen haben einen wesentlichen Anteil daran, dass die Zahl der Verkehrstoten seit den 50er Jahren deutlich gesunken ist, obwohl auf den Straßen erheblich mehr Fahrzeuge unterwegs“, sagt Andreas Röse, der technische Leiter der TÜV Rheinland-Prüfstellen in Berlin.

Wie wichtig die regelmäßige Kfz-Untersuchungen für die Verkehrssicherheit trotzdem bleiben, unterstreicht das Ergebnis der rund 9 Millionen ausgewerteten Hauptuntersuchungen für den aktuellen Auto Bild TÜV-Report 2017: Fast 20 Prozent aller Fahrzeuge haben wegen erheblicher Mängel im vergangenen die HU nicht bestanden. Dabei gilt: Je älter die Fahrzeuge, desto höher die Mängelquote.

Proficheck für Fahranfänger

Einen freiwilligen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet TÜV Rheinland auch mit der Aktion „Proficheck“ für Fahranfänger : Dabei erhalten junge Autofahrer nach bestandener Führerscheinprüfung vom TÜV Rheinland einen Gutschein für die kostenlose Überprüfung ihres ersten eigenen Wagens. Die Fachleute kontrollieren und bewerten über 30 sicherheitsrelevante Bauteile. „Mit dem Proficheck helfen wir, technische Mängel rechtzeitig zu erkennen und das überproportional hohe Unfallrisiko junger Fahrerinnen und Fahrer zu minimieren“, betont Röse. Denn Führerscheinneulinge suchen meist ein kostengünstiges, älteres Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Doch nicht immer sind die betagten Vehikel auch technisch einwandfrei. Untersuchungen belegen, dass bei älteren Fahrzeugen sehr viel häufiger technische Mängel Ursache eines Unfalls sind.

Kontakt für Journalisten: Wolfram Stahl
+49 30 7562-1201
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