Projektarbeit

Schulungsinitiative in Myanmar

Im August 2013 wurde das erste eigene Projekt der TÜV Rheinland Stiftung "Lean Manufacturing und CSR im Textilsektor in Myanmar" realisiert.

Hintergrund

Hauptanliegen des Projekts im Textilsektor Myanmars war es, die sich langsam regenerierende Bekleidungsindustrie in Myanmar an aktuelle Anforderungen des Weltmarkts anzupassen und dabei die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter gemäß den Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu verbessern. Die Bedeutung dieses Projekts für die Konkurrenzfähigkeit der Textilbranche verdeutlicht ein kleiner Ausflug in Myanmars jüngste Geschichte: Noch zu Beginn dieses Jahrtausends der bedeutendste Wirtschaftszweig in dem südostasiatischen Land, ließen Handelssanktionen gegen das Militärregime den Sektor in nur wenigen Jahren auf ein Viertel seiner ursprünglichen Größe zusammenschrumpfen. Seit 2011 ist Myanmar wieder eine Republik, alte Handelswege sind wieder offen, ein Wiedereinstieg in den Markt möglich. Jedoch haben sich die Ansprüche der internationalen Kunden an Effizienz und Nachhaltigkeit in der Textilproduktion verändert. Die Bekleidungsindustrie von Myanmar steht nun vor der großen Herausforderung, ihre verlorene Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.

Ziele

Mit einem gemeinsam entwickelten Trainingsprogramm unterstützten die TÜV Rheinland Stiftung und die Myanmar Garment Manufacturers Association (MGMA) ausgewählte lokale Unternehmen dabei, ihre Produktionsprozesse zu optimieren. Die Idee dahinter: Eine effizientere Produktion sorgt für höhere Erlöse, und mit diesen Erlösen lassen sich wiederum Arbeits- und Ressourcenschutz sukzessive auf ein auch in den kritischen Augen europäischer Einkäufer konkurrenzfähiges Niveau anheben.

Inhalte

Das erarbeitete Programm begann – nach einem ersten Kennenlernen zwischen der TÜV Rheinland Stiftung, der MGMA und lokalen Unternehmen – mit Briefings, in denen wichtige Themen wie die Bedeutung sozialer Verantwortung, die Erwartungen europäischer Einkäufer und Zertifizierungsprozesse besprochen wurden. Nicht zuletzt wurde der Kern des Projekts – der Handlungsbedarf bezüglich der herrschenden Arbeits- und Sozialstandards und der Prozessoptimierung – thematisiert und diskutiert.

Nach Audits von 8 Produktionsstätten wurden zwei repräsentative Firmen ausgewählt, für die ein detaillierter Action Plan erstellt wurde. Zunächst sah der Plan On-the-Job-Trainings zu den Themen "Produktivität und Qualität" sowie "Arbeits- und Sozialstandards" vor, bevor dann die 2-monatige Implementationsphase in den Unternehmen begann, die von regelmäßigen Assessments begleitet wurde und mit einem finalen Audit der erreichten Leistungen und Ergebnisse abgeschlossen wurde.

Bei dem Abschlussworkshop im Dezember 2013 fungierten die beiden ausgewählten Produktionsstätten als Multiplikatoren der erlernten Inhalte, indem sie die gesammelten Erfahrungen und Erfolge mit den anderen 6 Unternehmen teilten.

Ergebnisse

Bereits nach wenigen Monaten zeigten sich bei den teilnehmenden Unternehmen spürbare Fortschritte. Das Projekt ist von Seiten der TÜV Rheinland Stiftung zwar abgeschlossen, damit die erzielten Erfolge aber kein Einzelfall bleiben, wird die MGMA als Wissensdrehscheibe die gewonnenen Kenntnisse unter ihren Mitgliedern streuen.

Hilfe von Haiti bis Japan

Die TÜV Rheinland Stiftung unterstützt in Zusammenarbeit mit der TÜV Rheinland AG unterschiedliche Projekte auf dem Gebiet der Sicherheits- und Energietechnik, des Verkehrswesens und Umweltschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Verbesserung von Bildung und Ausbildung.

So konnte die TÜV Rheinland Stiftung in den vergangenen Jahren durch Zuspendung der TÜV Rheinland AG mehrere Projekte mit Hilfe von Spendengeldern unterstützen. Bei der Projektauswahl und -durchführung verlässt sich die Stiftung auf die Hilfe kompetenter Partnerorganisationen wie CARE, Help e.V. oder Ingenieure ohne Grenzen e.V.. Dabei wird auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe Wert gelegt: Menschen in Notlagen sollen dazu befähigt werden, ihre eigene Lage zu verbessern und zur Lösung eines Problems beizutragen. Besonders wichtig ist, dass die gebotene Hilfe nicht nur kurzfristig Wirkung zeigt sondern die Situation der örtlichen Bevölkerung nachhaltig verbessert.

Beispielsweise wurde einer Mädchenschule in Tansania durch den Bau einer Zisterne eine bessere Versorgung mit Trinkwasser ermöglicht. In Ruanda befähigte die Finanzierung eines Brückenbauseminars die Bevölkerung, sich selbst eine bessere Infrastruktur und damit leichteren Zugang zu Lebensmitteln, Schulen und medizinischer Versorgung zu verschaffen. Und auch in Pakistan, Mosambik, im Niger und im Tschad trug der sinnvolle Einsatz von Spendengeldern durch Partnerorganisationen vor Ort zur Verbesserung der Lebenssituation der jeweiligen Bevölkerung bei.

Die TÜV Rheinland Stiftung engagiert sich auch in der Katastrophenhilfe im In- und Ausland. Mit Hilfe von Spendengeldern der TÜV-Rheinland-Mitarbeiter und der Verdopplung des gesammelten Betrages durch den Vorstand konnten viele Menschen in Ausnahmesituationen unterstützt werden – zum Beispiel nach dem Erdbeben in Haiti 2010, nach dem Tsunami in Japan 2011 und nach den Überschwemmungen in Deutschland 2013.