Tachomanipulation

Mit Blockchain gegen Kilometer-Schwindel

Eine vernetzte Welt bringt immer auch die digitale Weitergabe von Daten mit sich. Verbraucher stehen dem aber aus Sorge um die Sicherheit und den Schutz ihrer persönlichen Daten kritisch gegenüber. Fehlende Transparenz, Kontrollverlust und die Angst vor Datendiebstahl, Missbrauch und Manipulation sind nur einige der Bedenken. Dem gegenüber steht die Attraktivität von Anwendungen zum Thema „vernetztes Fahren“, die nur mit dem Einverständnis der Verbraucher zur Datenweitergabe funktionieren. Von solchen Anwendungen könnten Verbraucher künftig vor allem beim Gebrauchtwagenkauf profitieren, denn das Risiko einer Tachomanipulation ließe sich so senken.

Milliardenschäden durch Tachomanipulation

Rein technisch gesehen ist Tachomanipulation simpel – mit immensen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Polizei geht davon aus, dass durch Tachobetrug ein jährlicher Schaden von rund sechs Milliarden Euro entsteht – allein in Deutschland. Demnach ist beim Gebrauchtwagenverkauf jeder dritte Tacho manipuliert, wodurch sich der Wert eines Fahrzeugs um bis zu 3.000 Euro steigern lässt. Ein einträgliches Geschäft für den Verkäufer; Opfer sind hierbei die Verbraucher. Einer Studie von TÜV Rheinland zufolge wären 70 Prozent der Käufer bereit, mehr zu zahlen, wenn sie den tatsächlichen Tachostand durch eine Art digitales Fahrtenbuch nachvollziehen könnten. Auch mehr als 90 Prozent der Verkäufer stimmen zu, dass eine solche Kilometerübersicht ein hilfreiches Tool beim Verkauf eines Fahrzeugs wäre. Sie wären mit einer digitalen Aufzeichnung des Tachostands einverstanden.

Blockchain-Technologie soll für Vertrauen sorgen

Die von TÜV Rheinland zertifizierte und von Bosch entwickelte Anwendung liest die tatsächlich gefahrenen Kilometer mit einem Connectivity-Device aus und übermittelt die Daten vom Fahrzeug direkt in die Cloud. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie eine sichere Angelegenheit. Die Blockchain erfasst jede Veränderung ganz genau und speichert alle Daten durch kryptographische Verkettung in einem dezentralen Netzwerk. So entsteht eine Art verschlüsseltes digitales Fahrtenbuch. Der Autobesitzer und spätere Verkäufer kann sich dann ein Zertifikat ausstellen lassen, das die Echtheit der Daten belegt.

Obwohl eine solche Blockchain-basierte Lösung bei den Prototypen schon funktioniert, sind noch einige Herausforderungen zu meistern. Hohe Sicherheitsstandards, die richtige Verschlüsselungstechnik, optimierte Transaktionsverfahren sowie die rechtliche Absicherung sind nur einige der Faktoren, die künftig für Sicherheit beim Gebrauchtwagenkauf sorgen könnten. Das Vertrauen in den digitalen Datentransfer lohnt sich also – vorausgesetzt, die Sicherheitsbedingungen stimmen.

Ansprechpartner bei TÜV Rheinland

Torsten Brämer

Director Sales Mobility

TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH

Tel.: +49 221 806-2706

E-Mail: torsten.braemer@de.tuv.com