Projekt: Gesunder Lebensraum Schule

Ziele

Mit dem Pilotprojekt „Gesunder Lebensraum Schule“ wollten die Kooperationspartner vor allem auf zwei Fragen Antworten geben:

  1. Welche Auswirkungen hat der konventionelle Bau von Häusern, Wohnungen, Büro- oder öffentlichen Gebäuden auf die Qualität der Innenraumluft und welche gesundheitlichen Risiken gehen davon aus?
  2. Welche Einflussmöglichkeiten gibt es für Planer, Hersteller und Händler von Baustoffen, Nutzer, Besitzer und Betreiber von Gebäuden, um die gesundheitliche Sicherheit und die Aufenthaltsqualität im Alltag zu optimieren?

Unser Pilotprojekt fing im Jahr 2015 bei den Jüngsten an, den Kindern.

In der Kölner Zentrale von TÜV Rheinland haben Sentinel Haus Institut und TÜV Rheinland zwei Klassenzimmer errichtet – eines mit konventionellen nicht nach gesundheitlichen Gesichtspunkten ausgewählten Produkten, das andere mit geprüft schadstoffarmen Baustoffen. TÜV Rheinland führte die Untersuchungen in beiden Klassenzimmern durch, in denen die Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen in der Raumluft ermittelt wurden. Xylol, Toluol oder Ethylbenzol sind typische Schadstoffe, die häufig als Lösemittel in Farben, Lacken und Klebern eingesetzt werden. Wird bei Auswahl der Baustoffe nicht auf schadstoffarme Produkte geachtet, können mehrere hundert dieser Verbindungen in der Raumluft nachgewiesen werden. Die Konzentrationen dieser Schadstoffe können dann so hoch sein, dass bei den Menschen, die sich in den neuen oder renovierten Räumen aufhalten, gesundheitliche Probleme auftreten.

Neben der Auswahl der Baustoffe unterlag auch die Wahl des Mobiliars und der Reinigungsmittel in den Modellklassenzimmern folgenden Kriterien:

  • Konventionell/nicht unter Schadstoffgesichtspunkten ausgewählt
  • Schadstoffarm

Daher wurden sowohl nach Fertigstellung der Klassenräume, als auch nach deren Möblierung und dem Einbringen von Reinigungs- und Pflegemitteln in festen zeitlichen Abständen Raumluftuntersuchungen in den Klassenräumen durchgeführt.

Das Wohlbefinden unserer Kinder hat höchste Priorität. Ihnen wollen wir Bildung und ein gesundes Leben angedeihen lassen. Deshalb unterstützte das Umweltbundesamt dieses Projekt.

Nutzen

Unsere Kinder werden uns danken, aber auch jeder andere wird die verbesserte Lebensqualität spüren – im Wohlbefinden und damit auch gesundheitlich.

Gerade beim Bauen im Bestand, sind besondere Gefahren nicht zu unterschätzen. Baustoffe wie der legendäre und mittlerweile gefürchtete Asbest sowie heute als krebserzeugend eingestufte Teerprodukte aus industrieller Vornutzung sind auch aktuell noch in vielen Gebäuden zu finden. Die Folgen sind hinreichend bekannt. Das bedeutet, dass beim Bauen im Bestand neben der Auswahl der neuen Produkte auch die bereits vorhandenen Schadstoffe ermittelt und berücksichtigt werden müssen.

Der finanzielle Gegenpol zeigt nur geringe Mehraufwendungen. Abhängig von der Bau- bzw. Renovierungssumme liegen die Kosten für die schadstoffarme Variante nach vorliegenden Erfahrungen zwischen 0,2 und 2 Prozent höher als beim Einsatz von konventionellen Baumaterialien.

Wirtschaftlich betrachtet generiert Bauen mit schadstoffarmen Materialien einen deutlichen Mehrwert – nicht nur für die Nutzer der Wohn-, Arbeits- oder Lehrräume. Betreiber und Besitzer erfahren eine Wertsteigerung der Immobilie. Sie können mit der Nachhaltigkeit ihrer Entscheidung sowie dem gesunden Leben, Lernen und Arbeiten werben. Hersteller und Händler von schadstoffgeprüften Baustoffen beweisen sich einmal mehr auf dem Markt durch ihre Weitsicht. Ihre Investitionen in Prüfsiegel und Zertifikate bieten den Kunden, wie Planer oder Bauherrn, Entscheidungshilfe für die Auswahl der Immobilie. Die Reputation aller Beteiligten sowie die Werthaltigkeit der Immobilie steigen.