Jeder kann mithelfen: Goldene Regeln zur Sicherheit auf Spielplätzen

Spielplatzprüfung

„Beim Besuch eines Spielplatzes kann dessen Sicherheit von Eltern mit wenigen Blicken oder Handgriffen untersucht werden“, erklärt Berthold Tempel, Spielplatz-Tester beim TÜV Rheinland.

Die goldenen Regeln für eine Sichtkontrolle und Erkennung von Warnzeichen hat der TÜV Rheinland zusammengestellt.

„Der wichtigste Schritt ist es jedoch, den Betreiber des Platzes oder das zuständige Amt über Schäden oder Mängel zu informieren“, sagt Tempel.

In der Regel steht am Eingang des Spielplatzes ein Kennschild mit einer Kontakt-Telefonnummer sowie der Adresse oder der Ordnungsnummer des Platzes. Ist dies nicht der Fall, hilft die zuständige Stadtverwaltung (Ordnungsamt oder Grünflächenamt) weiter.

Boden, Geräte, Bewuchs – Die wichtigsten Prüfpunkte einer Sichtkontrolle

  • Wie sehen die Bodenbeläge aus? Achten Sie auf Witterungsschäden oder den „Wegspiel-Effekt“: Haben Regen oder starke Beanspruchung unter einem Spielgerät den Sandboden oder Rindenmulch ausgedünnt? Fehlen Gummiplatten? Womöglich kann der Boden Stürze nicht mehr genügend abdämpfen. Sind in der Nähe der Geräte Einfassungen aus Stein oder Beton zum Vorschein gekommen, auf die Kinder fallen könnten?
  • Ist der Sand mit Hundekot, Glasscherben etc. verschmutzt? Gibt es Vandalismusschäden an den Geräten?
  • Je nach Verschmutzungsgrad und Beanspruchung sollten die Sandbereiche regelmäßig komplett erneuert werden. Ist das der Fall?
  • Stehen an den Spielgeräten Schrauben und Nägel hervor? Haben sie scharfe Ecken und Kanten?
  • Haben sich Bauteile, beispielsweise am Podest oder dem Aufstieg eines Kletterturms, gelöst? Bei Schäden sollten Kinder so lange nicht mehr auf dem Gerät spielen, bis es fachgerecht repariert ist.
  • Wachsen auf dem Spielplatz Pflanzen mit Blüten oder Beeren, die Sie nicht kennen bzw. die giftig sind? Achten Sie zum Beispiel auf Ilex, Goldregen, Seidelbast oder Pfaffenhut. Gerade kleine Kinder stecken Beeren gerne in den Mund, das kann sehr gefährlich werden.

Besondere Warnzeichen

  • Rost an Metallspielgeräten ist immer ein ernstes Warnzeichen. Durch einfaches Hinsehen ist der Grad der Zerstörung nicht erkennbar. Daher sollte der Betreiber lieber einmal mehr als einmal zuwenig informiert werden, um Einsturzgefahr zu vermeiden.
  • Gleiches gilt für Fäulnis an Holzspielgeräten. Mit bloßem Auge ist der Grad der Zerstörung auch beim Holz nicht erkennbar. Haben die Balken Risse? Sind an den Nahtstellen Verschleißpunkte erkennbar? Sind Schaukelsitze und Kettenglieder abgenutzt?
  • Spielplätze sind weder Partyzonen noch Hundedressurplätze. Anwohner sollten daher sofort den Betreiber informieren, wenn der Platz abends und nachts zweckentfremdet wird.
  • Wichtig: Es ist hilfreich, sich beim Telefonat den Ansprechpartner sowie Uhrzeit und kurze Stichpunkte zum Inhalt des Gesprächs zu notieren, um noch einmal nachhaken zu können, falls von Seiten der Verantwortlichen nichts passiert.