Glossar

  • KMU
    • Kleine und mittlere Unternehmen gemäß Definition 2003/361/EG der EU-Kommission: Das Unternehmen hat weniger als 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro.

      Achtung: Unternehmensverbünde sind zu berücksichtigen, schnell zählt ein kleines Unternehmen dann als Nicht-KMU! Ein Unternehmen ist weiterhin kein KMU, wenn mind. 25 % seines Kapitals oder seiner Stimmrechte von einer öffentlichen Stelle oder Körperschaft des öffentlichen Rechts kontrolliert wird. Zur Ermittlung der Mitarbeiterzahl, des Jahresumsatzes und der Bilanzsumme siehe Leitfaden der EU zur KMU Definition, welcher unter folgendem Link abgerufen werden kann:
      http://ec.europa.eu/growth/smes/business-friendlyenvironment/sme-definition/index_en.htm

  • Nicht-KMU
    • Unternehmen mit mind. 250 Mitarbeiter oder weniger als 250 Mitarbeiter, aber mit mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz und mehr als 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme

  • BAFA und BMWi
    • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und nimmt unter anderem im Bereich Energie wichtige administrative Aufgaben des Bundes wahr. Dazu zählen beispielsweise die stichprobenhaften Überprüfung der Energieaudits sowie der Bereitstellung einer öffentlichen Liste von Personen, die über die erforderliche Qualifikation verfügen, um ein Energieaudit im Sinne von § 8 des EDL-G* durchzuführen. Weiterhin setzt das BAFA Fördermaßnahmen zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien und zur Energieeinsparung um.

      Weitere Informationen finden Sie unter www.bafa.de

  • EDL-G (Energiedienstleistungsgesetz)
    • Die EU-Mitgliedstaaten haben sich 2007 darauf verständigt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Am 4. Dezember 2012 ist dazu die EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED) in Kraft getreten.

      Diese Richtlinie wird von der Bundesrepublik i.w. in Form des Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) umgesetzt. Daher sind große Unternehmen (sog. Nicht-KMU*) gemäß Art. 8 Abs. 4 EED bzw. §§ 8 ff. EDL-G nunmehr verpflichtet, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 und danach regelmäßig alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen. Kontrolliert wird die Erfüllung dieser Verpflichtung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), auf dessen Internet-Seiten (s.o.) auch ein umfangreiches Merkblatt zu den Energieaudits zu finden ist.

  • EnEV
    • Zweck der Energieeinsparverordnung (kurz EnEV) ist die Einsparung von Energie in Gebäuden. Dazu definiert die Verordnung Anforderungen zum Energiebedarf von Neubauten oder Modernisierungen und schreibt die gesetzliche Pflicht zur Vorlage von Energieausweisen für Gebäude vor. Weiterhin werden Betreiberpflichten wie die nachträgliche Dämmung von oberen Geschossdecken oder die energetische Inspektion von Klimaanlagen festgeschrieben. Seit der ersten Energieeinsparverordnung (EnEV 2002) haben sich die energetischen Anforderungen schrittweise verschärft.

  • Commissioning Management
    • Die geordneten Inbetriebnahme (Commissioning) wird aufgrund steigender organisatorischer und technischer Komplexität von Gebäuden und Anlagen immer wichtiger. Beim Commissioning Management handelt es sich um einen systematischen Prozess. Im Zuge des Commissionings wird sichergestellt, dass die hohen Erwartungen des Nutzers bezüglich Leistungsfähigkeit, Effizienz und Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen zu jedem Zeitpunkt des Projektablaufs erfüllt werden – sowohl in der Planung, als auch in der Ausführung. Dazu bedarf es einer fachtechnisch qualifizierten und kompetenten Begleitung.

  • DIN EN 16247-1:2012, Energieaudits – Teil 1: Allgemeine Anforderungen
    • Die europäische Norm legt die Anforderungen, allgemeinen Methoden und Ergebnisse von Energieaudits fest. Sie ist anwendbar auf alle Formen von Anlagen und Organisationen, sämtliche Energieformen und Energieeinsätze mit Ausnahme von einzelnen Privatwohnungen. Die allgemeinen Anforderungen werden durch spezielle Anforderungen an Energieaudits in den separaten Teilen 2 bis 4: für Gebäude, Industrieprozesse und Transport ergänzt.

  • DIN EN ISO 50001: 2011, Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
    • Diese Internationale Norm legt Anforderungen eines Energiemanagementsystems (EnMS) fest, anhand derer eine Organisation eine Energiepolitik entwickeln und einführen, und strategische und operative Energieziele, sowie Aktionspläne, welche gesetzliche Anforderungen und Informationen bezüglich des wesentlichen Energieeinsatzes berücksichtigen, festlegen kann. Ein EnMS versetzt eine Organisation in die Lage, ihre in der (Energie) Politik eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten, die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer energiebezogenen Leistung zu ergreifen sowie die Konformität des Systems mit den Anforderungen dieser Internationalen Norm nachzuweisen.

  • EnergieStG/StromStG
    • Das Energiesteuergesetz (EnergieStG) und das Stromsteuergesetz (StromStG) halten spezielle steuerliche Ausnahmeregelungen bereit, die zu einer Befreiung oder zu einer Entlastung von der Energiesteuer führen. Das Energiesteuergesetz kennt darüber hinaus eine Vielzahl von Verwendungen, bei denen Energieerzeugnisse steuerermäßigt eingesetzt werden können.

      Im Stromsteuerrecht gibt es Steuerbefreiungen, Steuerermäßigungen und Steuerentlastungen. Dabei bezieht sich die Begünstigung stets auf die Art der Stromerzeugung oder die Art der Verwendung. Grundsätzlich greifen Steuerbefreiung und Steuerermäßigung vor der Verwendung des Stroms, die Steuerentlastung dagegen greift im Regelfall danach.

  • Begrenzung der EEG-Umlage
    • Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sollen die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien angemessen verteilt werden. Im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung können stromkostenintensive Unternehmen bestimmter Branchen und Schienenbahnen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag für eine Stromabnahmestelle auf Begrenzung der EEG-Umlage stellen. Diese Begrenzung erfolgt, um die Stromkosten dieser Unternehmen zu senken und so ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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