Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G)

Energiedienstleistungsgesetz verpflichtet zum Energieaudit oder zur ISO 50001 Zertifizierung

Auf Basis der europäischen Energieeffizienzrichtlinie RL 2012/27/EU verpflichtet das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) alle Nicht-KMUs (KMU: kleine und mittelständige Unternehmen)* zur Durchführung eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1. Die Änderung des EDL-G ist am 22.04.2015 in Kraft getreten und definiert, dass die Energieaudits mindestens alle vier Jahre wiederholt werden müssen. Das erste Audit hatte bereits bis zum 05. Dezember 2015 zu erfolgen.

Energieaudits bewerten den IST-Zustand des Energieverbrauchs eines Unternehmens und decken Verbesserungspotenziale auf. Diese Optimierungspotentiale werden von den betreffenden Unternehmen jedoch nur selten genutzt, wie die Studie „Markterhebung Energieaudit 2016“ herausgefunden hat. Die identifizierten Energie-Einsparungen lagen in allen Branchen lediglich zwischen 0,45 und 4,41 Prozent, im Schnitt bei nur etwa zwei Prozent.

Nutzen Sie Ihre Einsparpotentiale beim Energieverbrauch!

Alternativ zu den Energieaudits können Unternehmen ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem (UMS) nach EMAS einführen, um das EDL-G zu erfüllen. Während das Energieaudit nur Defizite offen legt, hilft ein konsequentes Managementsystem darüber hinaus kontinuierliche Verbesserungen an bestehenden Prozessen vorzunehmen. Für die Einführungsphase sah der Gesetzgeber eine Frist bis zum 05. Dezember 2015 vor. Die Zertifizierung des gewählten Managementsystems muss anschließend bis spätestens 31. Dezember 2016 erfolgen.

Sie haben weitere Fragen zum Thema Energiedienstleistungsgesetz oder wünschen ein individuelles, unverbindliches Angebot? Sprechen Sie uns an!

Aktueller Hinweis zu den Fristen des EDL-G

Die Frist zur Durchführung eines Energieaudits ist am 05.12.2015 abgelaufen. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Unternehmen?

Unternehmen die bislang weder ein Energieaudit durchgeführt noch mit dem Aufbau eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 oder Umweltmanagementsystems nach EMAS begonnen haben, haben die gesetzlichen Anforderungen des EDL-G nicht fristgerecht zum 5.12.2015 erfüllt. Diesen Unternehmen wird dennoch empfohlen, alle notwendigen Schritte zur Einhaltung des Energiedienstleistungsgesetzes einzuleiten. Eine mögliche Option ist dabei, eine akkreditierte Stelle mit der Zertifizierung nach ISO 50001 oder EMAS zu beauftragen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Einführung Ihres Umwelt- oder Energiemanagementsystems. Kontaktieren Sie uns!

Energieaudit oder Managementsystem – Wo liegt der Schlüssel zum Erfolg?

Die DIN EN 16247-1 legt Anforderungen, Methoden und Ergebnisse für ein Energieaudit fest. Im eigentlichen Sinne stellt die Norm den Ablauf einer qualifizierten Energieanalyse dar. Ein Energieaudit beinhaltet in der Regel eine Analyse des Energieverbrauches sowie eine Potenzialanalyse. Zu beachten ist jedoch: Die DIN EN 16247-1 ist keine Managementsystem-Norm, ein Energieaudit entspricht demnach auch keiner Zertifizierung. Ein Energieaudit hilft lediglich den IST-Zustand des Energieverbrauches zu bewerten, nicht jedoch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess aufrecht zu erhalten.

Bei der ISO 50001 handelt es sich dagegen um ein in der Wirtschaft bewährtes System mit etablierten Regelungen. Die Einführung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 stellt somit eine sichere und planbare Variante dar um das Energiedienstleistungsgesetz zu erfüllen. Durch die systematische Einführung des Energiemanagementsystems ist eine nachhaltige und kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen möglich. Einsparungspotentiale werden nicht nur erkannt, wie es bei einem Energieaudit der Fall ist, sondern in einem weiteren Schritt auch nach Möglichkeit umgesetzt. Ähnliches gilt für die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS. Hier wird eine nachhaltige Verbesserung der Umweltleistung angestrebt.

Auch steuerlich gesehen lohnt sich die Einführung eines Managementsystems mehr als die Durchführung eines Energieaudits. Nach §55 Energiesteuergesetz bzw. §10 Stromsteuergesetz können Nicht-KMU des produzierenden Gewerbes von einer Steuerentlastung nur profitieren, wenn sie ein Managementsystem gemäß der internationalen Normen ISO 50001 oder EMAS eingeführt haben. Bestätigt werden muss das Managementsystem gemäß ISO 50001 durch eine Zertifizierung eines akkreditierten Zertifizierers. Die Bestätigung der Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS erfolgt durch die Prüfung eines Umweltgutachters und der anschließenden Eintragung in das EMAS-Register.

Ihre Vorteile einer ISO 50001 Zertifizierung auf einen Blick

Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ist in vielerlei Hinsicht von Vorteil:

  • International anerkanntes und bewährtes Managementsystem
  • Sichere und planbare Variante, um das EDL-G zu erfüllen
  • Kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz möglich
  • Positiver Imageeffekt statt pure Pflichterfüllung
  • Ankopplung an bestehende Managementsysteme möglich
  • Eignung für Unternehmen mit vielen Standorten
  • Sicherung von Steuervorteilen durch Spitzenausgleich
  • Verringerung der EEG-Umlage unter Umständen möglich

Unsere Empfehlung zum EDL-G:

Entscheiden auch Sie sich für eine nachhaltige Verbesserung Ihrer Energieeffizienz mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 und profitieren Sie von positiven Energiebilanzen, Imagegewinn und Steuerentlastungen!

Unternehmen, die ein Managementsystem mit längerfristigem Mehrwert einem verpflichtenden Energieaudit vorziehen, hat der Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis Ende 2016 eingeräumt, um eine solide Implementierung der ISO 50001 bzw. EMAS zu ermöglichen. Also nutzen auch Sie Ihre Chance und erhöhen Sie die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Wir stehen Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite und begleiten Sie auf Ihrem Weg zu einem nachhaltigen Energiemanagement nach ISO 50001 oder alternativ zu einem effektiven Umweltmanagement nach EMAS. Kontaktieren Sie uns!

  • * KMU Definition
    • * Kleine und mittlere Unternehmen; im geänderten Energie- und Stromsteuergesetz wird für den Begriff KMU auf eine Definition der EU verwiesen [2003/361/EG (ABl. L 124 vom 20.5.2003, S. 36)]. Auszug: "Die Größenklasse der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) setzt sich aus Unternehmen zusammen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Mio. EUR beläuft."

  • Anzeigen