Sicherheit versus Freiheit und Datenschutz

Veranstaltungssicherheit  - Sicherheit versus Freiheit und Datenschutz

Sicherheit ist für jeden Menschen ein elementares Bedürfnis. Gleiches gilt für das Gefühl von Freiheit und den Schutz der Privatsphäre. Bei der Entwicklung von Sicherheitskonzepten liegt darin häufig ein Problem: Wie viel Freiheit und wie viel Privatsphäre muss zum Preis der Sicherheit preisgegeben werden?

Die Eingangsbereiche sind für die Sicherheit einer jeden Veranstaltung neuralgische Punkte. Hier haben Veranstalter den größten Einfluss. Hier können sie entscheiden, wer oder auch was auf ihre Veranstaltung gelangt. Gründliche Personenkontrollen sind und bleiben daher unerlässlich. Doch je gründlicher das Sicherheitspersonal seiner Arbeit nachgeht, desto länger sind mitunter die Schlangen vor den Eingangstoren es entstehen Wartezeiten, die die Geduld mancher Besucher auf die Probe stellen. „Das Wichtigste ist, dass das Personal entsprechend geschult ist. Es muss bei der Personenkontrolle stets gewissenhaft vorgehen, auch wenn der Andrang groß ist und die Ungeduld wächst. Vorwiegend machen wir jedoch die Erfahrung, dass die Leute vor allem durch die Terrorgefahr bis in die Haarspitzen für das Thema sensibilisiert sind“, berichtet Michael Baumanns, Dozent an der TÜV Rheinland Akademie, der bei unzähligen großen und kleinen Events im Einsatz ist. „Sie akzeptieren längere Wartezeiten, weil sie diese ebenfalls für absolut notwendig halten. Gleiches ist bei den Beschränkungen für Taschengrößen oder Ähnlichem zu beobachten. Anfangs gab es da noch viel Widerstand und Unverständnis. Inzwischen haben die Besucher diese Maßnahme aber akzeptiert.“

Kameraüberwachung im Fokus

Neben den Personenkontrollen setzen Veranstalter im Eingangsbereich auf teils massive Videoüberwachung. Illegale Aktivitäten, wie Drogenhandel oder Schwarzmarktverkäufe, sowie sich auffällig verhaltende Personen werden über die Kameras erfasst und anschließend ausfindig gemacht. „Auf diese Weise wird bei jeder größeren Veranstaltung unzähligen Personen der Zutritt verwehrt“, sagt Baumanns. Doch besonders in puncto Kameraüberwachung schlagen nicht nur Datenschützer Alarm. Das gilt sowohl für Veranstaltungen als auch bei der Überwachung von öffentlichen Plätzen – im besonderen Fall, wenn es um die biometrische Gesichtserkennung geht. „In Deutschland ist man auf das Thema Datenschutz besonders fixiert. In anderen Ländern gibt es da weit weniger Bedenken“, sagt Olaf Seiche, der unter anderem Veranstaltungsauditor bei TÜV Rheinland ist. „Meiner Meinung nach herrscht da eine gewisse Ambivalenz. Die Leute geben unter anderem über soziale Netzwerke Unmengen an persönlichen Informationen preis, haben in Bezug auf die Kameraüberwachung aber teils große Bedenken. Dabei hat gerade diese Technik in puncto Sicherheit ein enormes Potenzial.“

Bildnachweise: © Ryuichi Maruo [YCAM] / flickr