Diagnose NORMalität

Diagnose NORMalität

Ärzte heilen Krankheiten und lindern Beschwerden – auch mithilfe der Digitalisierung. Normen und Prüfstandards tragen dazu bei, dass Hightech-Instrumente und Algorithmen sicher und zuverlässig zum Wohle des Patienten eingesetzt werden können.

Schonende Eingriffe, weniger Komplikationen, schnellere Genesung: Experten versprechen sich viel von der Digitalisierung des Operationssaals. Bald sollen Chirurgen dank Augmented-Reality-Brillen eine Art Röntgenblick erhalten. Im virtuell-realen Bildmix sehen sie die genaue Position aller Organe des Patienten, können zu operierende Bereiche markieren und sensible Punkte hervorheben. Vom mit Sensortechnik bestückten Operationsbesteck erhalten sie Rückmeldung zum Eingriff, eine Warnung etwa, wenn ein Nerv verletzt werden könnte. Bereits heute verrichten Roboter in vielen Kliniken wichtige Helferdienste. Sie richten hochpräzise Röntgenstrahlen aus oder führen geschickt und präzise kleinste Instrumente, gesteuert vom Chirurgen per Joystick. Ob jetzt oder in Zukunft – Geräte und Systeme im Medizinsektor müssen in allen Belangen sicher und zuverlässig sein. OP-Räume, Verwaltung, Labore und Intensivstationen sind zunehmend digital miteinander vernetzt. TÜV Rheinland prüft daher nicht nur die Funktion und Sicherheit der Hardware, sondern auch die der Algorithmen. Schließlich kann der kleinste Fehler im Programmcode Menschenleben gefährden und Cyberattacken auf unzureichend gesicherte IT-Systeme können den Krankenhausbetrieb lahmlegen. Wie wichtig da der Schutz vor Hackerattacken ist, wurde im Mai 2017 deutlich: Der Computervirus „WannaCry“ sorgte in einigen britischen Kliniken dafür, dass Operationen verschoben werden mussten, Patientendaten nicht verfügbar waren und die Telekommunikation ausfiel.

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Bildnachweise: © Werner Müller