Was ist das ASiG?

Das ASiG beinhaltet drei Schwerpunkte.
Zum einen wird darin die Pflicht des Arbeitgebers manifestiert, sich in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz von Fachleuten beraten zu lassen. Das gilt bereits bei einem Mitarbeiter.

Kann der Arbeitgeber keinen qualifizierten, betriebsinternen Berater stellen, hat er auch die Möglichkeit, diese Aufgabe einem überbetrieblichen Dienst zu übertragen.

Im Weiteren legt das Gesetz fest, welche speziellen Qualifikationen die Arbeitsmediziner und Fachkräfte für Arbeitssicherheit mitbringen müssen und welche Arbeitsaufgaben ihre Tätigkeit umfasst.

Damit sorgt das ASiG für einen sehr hohen Qualitätssprung in der Geschichte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Was passiert bei einem Verstoß gegen das ASiG?

In der Regel sich heute viele Betriebe an das ASiG. Doch leider nimmt es mancher Arbeitgeber mit den gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz noch immer nicht so genau.

Der Verstoß gegen die Vorgaben kann aus Unwissenheit geschehen. Problematisch wird es, wenn sich in einem Unternehmen ein schwerer Arbeitsunfall ereignet oder es zu einer arbeitsbedingten Erkrankung kommt. Wäre dieses vermeidbar gewesen, hat der Arbeitgeber fahrlässig gehandelt.

Hätte er im Vorfeld von dem Gesetz wissen können und geschah der Verstoß grob fahrlässig oder sogar mit Vorsatz, kann der Arbeitgeber unter Umständen straf- sowie zivilrechtlich herangezogen werden.

Weitere Informationen zum ASiG finden Sie auf den Internetseiten des Bundesministerium für Arbeit und Soziales http://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze/arbeitssicherheitsgesetz.html

Arbeitsunfälle in Deutschland mit Todesfolge

Vom Gesetz zum Zertifikat

Mit der Arbeitssicherheit geht es bergauf, mit den Unfallzahlen bergab. In Zeiten von Nachkriegsboom und Wirtschaftswunder war Arbeitssicherheit kein großes Thema: Jährlich ereigneten sich zwei Millionen Arbeitsunfälle. Erst mit Inkrafttreten des Arbeitssicherheitsgesetz im Jahre 1973 sinkt die Zahl der Toten und Verletzten beständig.

Heute, viele Jahre später, gibt es ein Arbeitsschutzmanagementsystem, das in über 80 Ländern anerkannt ist: „Occupational Health and Safety Assessment Series“, kurz OHSAS 18001:2007. Lässt sich ein Unternehmen danach zertifizieren, verpflichtet es sich, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz kontinuierlich zu verbessern.

Unregelmäßige Pausen, ständige Erreichbarkeit, fehlende Schutzkleidung – nicht jeder Arbeitgeber nimmt den Schutz seiner Mitarbeiter so genau. Dabei ist er gesetzlich an die Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Mitarbeitern gebunden. Kommt er dieser nicht nach, handelt er fahrlässig und muss bei einem Unfall mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Damit es nicht so weit kommt, sollten sich Unternehmen einen besseren Überblick verschaffen, und sich nach Arbeitsschutzmanagementsystemen zertifizieren lassen. Während sich OHSAS unter anderem für Fabriken, Büros oder Verwaltungen eignet, wurde der Standard „Sicherheits-Certifikat-Contraktoren“, kurz SCC, für technische Dienstleister der Mineralölindustrie entwickelt. Sowohl OHSAS als auch SCC helfen Unternehmen, Risiken abzuwägen und Arbeitsunfälle zu verhindern.

Doch für den Arbeitsschutz sind nicht nur Arbeitgeber gefordert, sondern auch Arbeitnehmer. Im Idealfall überlegen Mitarbeiter und Betriebsleitung gemeinsam, wie sie für Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen können und was zwingend erforderlich ist. Um den Arbeitsschutz weltweit zu vereinheitlichen, arbeitet die Internationale Organisation für Standardisierungen (ISO) derzeit an einer neuen Arbeitsschutznorm, der ISO 45001. Auch unsere Experten sind an dieser Entwicklung beteiligt.