TÜV Rheinland im Wandel: Neuer Vorstand mit neuer Strategie

26.01.2012Köln

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TÜV Rheinland erzielt 2011 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte: Der Umsatz steigt um 10 Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro, das Ergebnis (EBIT) erreicht voraussichtlich die Rekordhöhe von mehr als 120 Millionen Euro.

Dr.-Ing. Manfred Bayerlein, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG: „2011 war ein sehr gutes Jahr für TÜV Rheinland. Alle Geschäftsbereiche und Regionen schreiben schwarze Zahlen. Das Wachstum in Deutschland ist gut und außerhalb Deutschlands haben wir um mehr als 16 Prozent zugelegt. Die Erträge benötigen wir, um unsere künftige Wachstumsstrategie zu finanzieren.“

TÜV Rheinland feiert dieses Jahr sein 140-jähriges Jubiläum. 1872 in Wuppertal als regionales Unternehmen gegründet, ist TÜV Rheinland 2011 endgültig in der Liga der Global Player der Branche angekommen: Knapp die Hälfte des Umsatzes kommt vom Geschäft außerhalb Deutschlands, sechs von zehn Mitarbeitern arbeiten international. „Dieser Entwicklung haben wir mit dem Umbau und der Neuausrichtung des Vorstands der TÜV Rheinland AG Rechnung getragen“, erklärt Dr.-Ing. Bayerlein. „Wir haben die internationale Ausrichtung wieder mit mehr Technikkompetenz an der Unternehmensspitze vereint.“ Hierzu seien mit dem Chief International Officer und dem Chief Technology Officer zwei neue Positionen im Vorstand geschaffen worden.

Die anhaltende Globalisierung und die in zahlreichen Regionen der Welt weiter fortschreitende Industrialisierung sind wesentliche Triebfedern der Erfolgsgeschichte von TÜV Rheinland. Insbesondere die Leistungen rund um Produkttests und Prüfungen für die Industrie sowie die steigende Nachfrage nach Zertifizierungen in unterschiedlichsten Branchen und Regionen tragen zum Wachstum bei. Dr.-Ing. Manfred Bayerlein: „Unsere Kunden erwarten von uns inzwischen nicht nur einzelne Prüfungen, sondern fragen uns immer mehr nach komplexen Lösungen. Früher waren wir ein Prüfunternehmen. Jetzt vollziehen wir den Wandel vom Prüfdienstleister zum Lösungsanbieter.“

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand die Planungen der Strategie 2017 begonnen. TÜV Rheinland will in den kommenden Jahren aus Sicht der Kunden der beste nachhaltige und unabhängige Dienstleistungskonzern für Prüfung, Zertifizierung, Beratung und Training weltweit werden. Im Zentrum stehen dabei das Leistungsportfolio einerseits sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter andererseits.

Die entscheidenden Wachstumsregionen sind für TÜV Rheinland auf absehbare Zeit die Märkte in Asien, Indien, Mittlerem Osten, Südafrika sowie Südamerika. Wachstumstreiber sind die fortschreitende Globalisierung, die sich entwickelnden Binnenmärkte dieser Regionen sowie die Industrialisierung, die sich dort stark beschleunigt hat.

Sicherheitsstandards, Fragen des Umweltschutzes, des Klimawandels sowie der demografischen Entwicklung gewinnen in diesen Ländern an gesellschaftlicher Bedeutung. Dies führt dazu, dass die Lösungskompetenz von TÜV Rheinland zunehmend gefragt ist. Dr.-Ing. Bayerlein: „Wir werden unsere Wurzeln in Deutschland und im europäischen Markt keinesfalls vernachlässigen. Aber die stark wachsenden Märkte liegen für uns außerhalb Europas.“

Investitionen auf Rekordniveau

Das Wachstum spiegelt sich auch bei den Investitionen von TÜV Rheinland wider. 2011 erreichten diese ebenfalls ein Rekordniveau von über 85 Millionen Euro. Neue und erweiterte Prüfzentren entstanden unter anderem in der Türkei, in Indien und Shanghai. Hier liegen die Schwerpunkte auf Prüfungen für die Konsumgüterhersteller (chemische, mechanische und elektrische Prüfungen), die Solar- und die Möbelbranche. Bestehende Laboratorien in Köln und Nürnberg wurden zudem weiter ausgebaut. Für 2012 werden die Investitionen in Prüfzentren insbesondere in Asien sowie in Europa fortgesetzt. So wird am Standort Shanghai das 17.000 Quadratmeter große Testzentrum – wo derzeit 300 Mitarbeiter arbeiten – weiter ausgebaut. In Nürnberg wird das bestehende Batterieprüflabor durch ein hochmodernes Labor abgelöst, in dem – wie bereits am Standort Yokohama – auch Batterien von Elektroautos geprüft werden können.

Verstärken wird TÜV Rheinland als Element der Wachstumsstrategie auch die gezielte Akquisition von Unternehmen. Dr.-Ing. Bayerlein: „Wir suchen nach Unternehmen, die entweder unser Leistungsportfolio ergänzen oder in Ländern und Branchen verankert sind, in denen wir starkes Wachstum erwarten.“

Im vergangenen Jahr hat TÜV Rheinland unter anderem den hoch spezialisierten Prüfdienstleister Sonovation in den Niederlanden übernommen. Das Unternehmen bietet insbesondere für die Öl- und Gasindustrie Leistungen im Bereich der zerstörungsfreien Prüfungen (Non-destructive Testing). Dazu zählen unter anderem Ultraschallanalysen, Korrosionsuntersuchungen oder Messmethoden zur Bestimmung von Wanddicken beispielsweise von Rohrsystemen oder Druckbehältern. Ebenfalls einen hochspezialisierten Ingenieurdienstleister hat TÜV Rheinland in Korea übernommen und so sein Know-how in Fragen des Strahlenschutzes sowie in Sicherheitsanalysen der Nukleartechnik verstärkt.

Darüber hinaus hat TÜV Rheinland 2011 auch klassische Bereiche wie die Fahrzeugprüfung weiter ausgebaut: Neben der Übernahme von drei etablierten Prüfzentren für Fahrzeuge in Süddeutschland erwarb TÜV Rheinland auch die Mehrheit an der französischen Société Européenne de Controle Technique Automobile (Secta Autosur). Das 1990 gegründete Unternehmen Secta Autosur ist Lizenzgeber für über 800 Testcenter zur technischen Fahrzeugprüfung in ganz Frankreich, in denen rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Somit führt TÜV Rheinland jährlich bereits rund 5,5 Millionen Hauptuntersuchungen an Fahrzeugen in verschiedenen europäischen Ländern sowie in Argentinien und Chile durch.

2012 hat mit einer weiteren Übernahme begonnen: Im Januar hat TÜV Rheinland in den USA Rail Safety Consulting (RSC) übernommen. Das Unternehmen hat sich auf die Erfüllung der Sicherheitsanforderungen für moderne, elektronikbasierte Zugleit- und Signalsysteme spezialisiert.

Kompetenz der Mitarbeiter trägt das Wachstum

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist 2011 um rund 10 Prozent auf heute 16.000 gestiegen. Qualifikation und Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidende Erfolgsfaktoren für die Strategie des Unternehmens. Mittelfristig soll die Zahl der Beschäftigten jährlich um rund 2.000 weltweit ansteigen. Die Gewinnung von hochqualifizierten Fachkräften ist deshalb für den künftigen Erfolg von TÜV Rheinland von großer Bedeutung. Dr.-Ing. Manfred Bayerlein: „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber. Wir wollen das weltweit beste unabhängige Prüf- und Zertifizierunternehmen werden und deshalb wollen wir auch die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen.“

Hierzu gehört, dass TÜV Rheinland auch als attraktive Arbeitgebermarke wahrgenommen wird. Dies gilt insbesondere für die internationale Wahrnehmung. In Deutschland ist TÜV Rheinland seit Jahren unter den Top 30 der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure. In den Wachstumsmärkten Asien oder Südamerika ist es zusätzlich ein wichtiges Ziel, mehr internationale Manager für Führungspositionen zu gewinnen. Die Diversität, die sich bei den 16.000 Mitarbeitern widerspiegelt, soll sich in den kommenden Jahren zunehmend auch im Management zeigen.

Als TÜV Rheinland vor 140 Jahren gegründet wurde, hatte er bereits das Ziel mit Ressourcen effizient umzugehen, Sicherheit zu erhöhen und damit den Kunden – damals der Schwerindustrie – zu helfen.

Dr.-Ing. Manfred Bayerlein: „Mit der Strategie 2017 übersetzen wir diese Werte neu. Unsere Arbeit soll unsere Kunden erfolgreicher machen. Das heißt für unsere Kunden, dass sie einen Gewinn aus unserer Arbeit haben. Unsere Lösungen sollen sie effizienter und damit auch wirtschaftlich besser machen. Dieser Mehrwert macht Kunden zufrieden und TÜV Rheinland erfolgreich.“

Fotos von Dr.-Ing. Manfred Bayerlein sowie weitere Pressefotos zum Download unter www.tuv.com/presse im Internet.

Hartmut Müller-Gerbes
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