Reisen mit Kindern: spielend sicher in die Ferien

Es sollen die schönsten Wochen des Jahres werden: voller Abenteuer, gemeinsamer Aktionen und Spaß. Wenn nur nicht die oft langwierige und vor allem für die lieben Kleinen langweilige Anreise wäre. Ein paar Tipps und Tricks helfen, für mehr Sicherheit unterwegs zu sorgen und Stress für alle zu vermeiden.


Kindersitze im Auto

Generell gilt nach dem Gesetz, dass Kinder bis zum zwölften Lebensjahr oder einer Größe von bis zu 1,50 Meter im Auto in einen Kindersitz oder auf eine Sitzerhöhung gehören.

  • Wichtig und neu: Ab sofort dürfen europaweit Kindersitze, die älter als 13 Jahre sind, nicht mehr verwendet werden. Eltern können das „Verfallsdatum“ auf den meist orangefarbenen Prüfsiegeln ablesen, die auf den Kindersitzen kleben. Beginnt die Prüfnummer mit „01“ oder „02“, ist der Sitz zu entsorgen. Wer das nicht beachtet, riskiert ein Bußgeld von 30 Euro. Die neue Prüfnorm gilt auch für im Auto integrierte Kindersitze.
  • Richtig einrichten: Grundsätzlich sollten Babys in Schalen mit dem Gesicht zur Rückbank fahren, damit Nacken und Kopf geschützt sind. Bei Kindersitzen sollte der Vordersitz so arretiert sein, dass die Kinder Beinfreiheit haben. Je fester der Sitz am Auto fixiert ist, desto besser. Viele Hersteller bieten deshalb Isofix-Halterungen, das sind standardisierte Metall-Laschen, für die Rückbank an.
  • Gurt und Kopfstütze anpassen: Kinder sollten im Auto keine dicke Kleidung tragen, damit der Gurt fest am Körper sitzt. Der Gurt sollte immer über die Schultermitte laufen, damit er weder von der Schulter rutscht noch bei einem Unfall den Hals verletzt. Das Kind sitzt sicher, wenn der Gurt vor dem Beckenknochen nahe am Körper entlangläuft.
  • Airbag deaktivieren: Kindersitze dürfen nur dann auf den Beifahrersitz mit Airbag, wenn die Herstellerhinweise berücksichtigt werden oder der Airbag ausgeschaltet ist.
  • Während der Fahrt beachten: unterwegs prüfen, ob die Kinder noch richtig gesichert sind und rechts ranfahren, wenn sich ein Kind während der Fahrt abschnallt.

Schwanger Auto fahren

  • Keine langen Strecken selbst fahren: Schwangere Frauen sollten möglichst wenig selber fahren, denn das höchste Verletzungsrisiko besteht beim Aufprall auf das Lenkrad.
  • Mit Dreipunktgurt sichern: Schwangere sollten den Schultergurt nicht quer über den Bauch führen, sondern zwischen Brust und Bauch legen. Der Beckengurt gehört zwischen Bauch und Oberschenkel: Bei einem Unfall wird so der Bauch geschont. Damit der Gurt während der Fahrt nicht rutscht, kann man ein kleines Kissen unterlegen.
  • Speziellen Gurtadapter nutzen: Im Fachhandel gibt es Gurtadapter, die das Drei-Punkt-System fixieren. Die Fahrerin setzt sich auf ein flaches Kissen, von dem aus eine doppelte Schlaufe zwischen den Oberschenkeln nach oben geführt wird. Sie umschließt den Beckengurt und sorgt dafür, dass er während der Fahrt nicht verrutscht.
  • Gesundheitstipps beachten: Mindestens alle zwei Stunden Pause machen und bewegen. Zwischendurch die Zehen mehrfach hochziehen („Wadenpumpe“) und die Fußsohlen abwechselnd fest auf den Boden drücken. Besonders viel trinken, möglichst mehr als zwei Liter am Tag.

Kinder im Flugzeug

Kleine Kinder fliegen nur im Auto-Kindersitz sicher in die Ferien. Ein Anschnallgurt allein reicht nicht aus, das Sitzen auf dem Schoß der Eltern ist gefährlich. Deshalb nur bei Airlines buchen, deren Sitzplätze für Kinderautositze geeignet sind.

  • Passende Airline suchen: LTU, Air Berlin, TUIfly, Condor und die türkische Atlas-Jet haben ein Prüfverfahren von TÜV Rheinland durchlaufen. Unbedingt bei der Buchung angeben, dass man einen Kindersitz mitbringt. Bei anderen Fluggesellschaften vor der Buchung klären, ob man den Kindersitz mitbringen kann.
  • Geeigneten Kindersitz mitbringen: Für das Flugzeug geeignete Autokindersitze tragen einen Vermerk von TÜV Rheinland – „For use in Aircraft“, zur Nutzung in Flugzeugen. Das sind derzeit: Römer King quickfix, Römer Baby Safe, Römer Baby-Safe plus, Luftikid, Maxi Cosi Citi, Maxi Cosi Citi SPS und Storchenmühle Maximum.
  • Sitzplatz für Kleinkinder buchen: Kinder unter zwei Jahren brauchen im Autositz einen eigenen Platz im Flieger. Die Fluggesellschaften bieten hier oft einen Kindertarif. Ab Sommer 2008 sind außerdem europaweit für Kinder unter zwei Jahren „Rückhaltesysteme“ vorgeschrieben. Wie die im Einzelfall aussehen, darüber müssen sich die EU-Mitgliedsstaaten noch einigen.
  • Auf Druckausgleich achten: Mütter sollten ihre Säuglinge und Kleinkinder bei Start und Landung entweder stillen oder ihnen ein Fläschchen geben, weil das den Druckausgleich erleichtert. Ältere Kinder können einen Kaugummi kauen oder ein Bonbon lutschen.

Unterhaltung für unterwegs

  • Spielend in die Ferien: Mit Rate- und Fantasie-Spielen wie Buchstabenketten (ein Wort muss mit dem Endbuchstaben des vorherigen beginnen); Kfz-Kennzeichen raten; „Ich packe meinen Koffer“; „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Mal-, Bilder- und Lesebücher mitnehmen. Auch Kartenspiele wie „Mau-Mau“ oder ein Quartett eignen sich gut.
  • Hören und Sehen: Hörspiele und -bücher sowie Musik für Kinder nicht vergessen. Wer einen tragbaren DVD-Player mit zusätzlichen Monitoren hat, kann sie auf die Kopfstützen stecken, so können sich die Kids einen Kinderfilm ansehen.
  • Tipps gegen Reisekrankheit: Reisekranke Kinder sollten während der Fahrt nicht lesen oder gar Game Boy spielen – das verwirrt ihr Gleichgewichtsorgan noch mehr. Mahlzeiten sollten leicht und fettarm sein, damit sie den Magen nicht belasten. Aber auch Kaugummi kauen oder Äpfel und Karotten knabbern wirkt gegen Übelkeit. Manche schwören auf die Kraft von Ingwer-Bonbons. Bei Beschwerden hilft ein spezieller Kaugummi aus der Apotheke und Zäpfchen gegen Übelkeit („Emesan“, „Vomex“).
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