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Umrüstung: umweltfreundlich und kostengünstig
Sparsam, sauber, sicher: Der Betrieb eines Gasautos ist unkompliziert. Auch eine Nachrüstung erfolgt in der Regel marken- und modellübergreifend ohne Probleme.
Gründe für eine Umrüstung
Das wichtigste Argument für eine Umrüstung ist sicherlich der hohe Mineralölpreis. Mit Autogas fährt der Wagen zum halben Preis. Auch mit Erdgas lässt sich einiges einsparen. Gute Gründe:
Autogas (LPG)
- In Deutschland ist Autogas bis Ende 2018 steuerlich begünstigt. Die Kosten pro Liter liegen derzeit etwa bei 0,71 Euro/Liter (August 2008).
- Die Versorgung wird immer besser. Das bereits dichte Tankstellennetz wächst weiter.
- Der Einbau eines bivalenten Antriebs, bei dem entweder mit Benzin oder Autogas gefahren werden kann, ist möglich.
- Geringe Wartungskosten
- Der Gasantrieb ist besonders umweltfreundlich. Wer ihn oft nutzt, produziert bis zu 80 Prozent weniger Schadstoffe und an die 15 Prozent weniger CO2 als Fahrer der mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeuge.
- Steigerung des Wiederverkaufswerts des Fahrzeugs
Erdgas (CNG)
- Um die Einführung dieser Technologie zu unterstützen, ist Erdgas bis zum Jahr 2018 mineralölsteuerbegünstigt. Ein Kilogramm Erdgas kostet je nach Gassorte und Region zurzeit (August 2008) zwischen 0,70 und 1,10 Euro.
- Mit CNG fahren fast ausschließlich Neuwagen, die bereits ab Werk entsprechend ausgerüstet sind. Denn eine Umrüstung ist zwar möglich, aber mit 3.200 bis 4.500 Euro ziemlich kostenintensiv. Wer sich von seinem Gebrauchten nicht trennen kann und die Kosten nicht scheut: Viele Versorgungsunternehmen subventionieren eine Umrüstung auf CNG, was die Investition zumindest teilweise amortisiert. Es lohnt sich, bei örtlichen Versorgern nachzufragen. Allerdings kann die Höhe der Subventionierung je nach Region unterschiedlich sein. Viele Energieversorger subventionieren den Umbau mit Tankgutscheinen oder Barzuschüssen.
- Der Einbau eines bivalenten Antriebs, bei dem entweder mit Benzin oder Erdgas gefahren werden kann, ist möglich.
- Erdgasautos können alternativ auch mit Biogas betankt werden (CO2-neutral).
- Geringer Schadstoffausstoß
- Der Druckanstieg in der Brennkammer von Erdgasmotoren ist nicht so stark: Sie laufen im Vergleich zu Benzinmotoren leiser.
Sicherheit
Bei Gasantrieben stellen sich viele die Frage nach der Sicherheit. Grundsätzlich: Autogas ist ungiftig. Und: Gasantriebe sind sicher. Explodieren kann ein Gastank nicht, denn erhöht sich der Druck durch Feuerhitze auf einen kritischen Wert, entweicht das Gas für die Autoinsassen gefahrlos über Notventile. Das ausströmende Gas kann zwar Feuer fangen, eine Sprengwirkung entwickelt sich jedoch nicht, auch nicht im Falle eines Unfalls.
Praxistipps zur Nachrüstung
Mittlerweile bieten Werkstätten für fast jedes gängige Fahrzeug einen Umrüstsatz bzw. ein Umrüstkit an. Neben den großen Kombis und Vans können Autogasfans auch Kleinwagen und Oldtimer mit Gas fahren lassen. Ein H-Kennzeichen gibt es nach der Umrüstung aber nur, wenn der zeitgenössische Charakter des Pkw als kraftfahrttechnisches Kulturgut noch überzeugt. Daher den Einbau vorher mit den zuständigen Prüf-Experten absprechen.
Die Nachrüstung für Autogas und Erdgas erfolgt unterschiedlich, denn es handelt sich um zwei verschiedene Kraftfahrzeugtechnologien. Mehr zu den verschiedenen Gassorten finden Sie hier.
- Autogas: Je nach Fahrzeug und Tankgröße gibt es diverse Einbaumöglichkeiten:
- Reserveradmulde-Tank (34 bis 85 Liter Flüssiggas), hier ersetzt ein Pannenspray das Reserverad.
- Kofferraum-Tank (60 bis 200 Liter Flüssiggas), meist in Zylinderform
- Unterflurtank (Fassungsvermögen je nach Hersteller)
- Die Reichweite im Gasbetrieb beträgt zwischen 350 bis 1.000 km – je nach Tankgröße und Leistung des Motors. Beim Umbau bleibt der normale Benzintank erhalten, so dass das Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder Autogas betrieben werden kann.
- Erdgas
Serienmäßige Erdgasfahrzeuge haben eindeutig den Vorteil, dass dort die Gastanks im Unterboden des Fahrzeugs angebracht werden.
Eine Nachrüstung dagegen führt meistens zu erheblichen Platzverlusten im Kofferraum, denn untergebracht werden muss der Gastank, ein Gemischaufbereitungssystem und eine elektronische Steuerung im Pkw.- In einen 80-Liter-Erdgastank passen ca. 14 Kilogramm Erdgas. Bei einem Verbrauch von ca. 5.5 kg/100 km liegt die Reichweite bei nur ca. 250 km.
Kosten im Vergleich
- Autogas: Fahrzeuge auf Autogasbetrieb nachzurüsten, kostet je nach Modell zwischen 1.400 und 3.000 Euro. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern rechnet sich die Umrüstung durchschnittlich nach ungefähr zwei Jahren. Ökonomische Vorteile kommen jedoch nur dann zur Geltung, wenn so viel wie möglich auf Gas gefahren wird.
- Erdgas: Die Umrüstung liegt preislich je nach Fahrzeugtyp bei 3.200 bis 4.500 Euro. Im Durchschnitt rentiert sich eine Erdgasanlage nach 50.000 bis 60.000 gefahrenen Kilometern.
Betrieb und Wartung
Vom Umbau selbst sieht der Fahrer wenig: Nur ein kleiner Knopf am Armaturenbrett sowie eine Leuchtanzeige informieren über Betriebszustand und Tankfüllung. Über einen Schalter kann der Fahrer wählen, ob er Benzin- oder Gasantrieb nutzen möchte. Keine Angst: Geht das Gas zur Neige, wechselt das System automatisch den Kraftstoff.
Nach Einbau sind Gasanlagen fast wartungsfrei: Alle zwei Jahre überprüfen TÜV-Sachverständige vorschriftsmäßig mit der Hauptuntersuchung die Dichtigkeit der Gasanlagen. Der Zusatztank wird nur alle zehn Jahre überprüft. Für ältere Gastanks gelten unterschiedliche Fristen.
Erlaubnis und Garantie
Nur von den Handwerkskammern geschulte und zertifizierte Werkstätten dürfen Autos in Deutschland auf Gasantriebe umrüsten. Ohne Eintrag des Gasantriebs in die Fahrzeugpapiere verliert der Fahrer allerdings die Betriebserlaubnis.
Achtung:
Je nach Hersteller erlischt die Fahrzeuggarantie nach der Umrüstung von Neuwagen. Vor der Umrüstung ist daher grundsätzlich eine Beratung zu empfehlen.
