Nutzgarten und Blütenpracht: arbeiten und genießen

In den Sommermonaten ist der Gartenbesitzer hauptsächlich mit Gießen und Ernten beschäftigt. Von seinem Gartenstuhl aus bestaunt er die blühenden Rosensträucher. Weitere wichtige Arbeitsschritte in dieser heißen Jahreszeit sind jedoch die Schnittmaßnahmen bei Stauden, Obst- und Ziergehölzen. Einige Tipps für die Gartenarbeit im Juni und Juli.


Sträucher – der goldene Schnitt

In der Sommerzeit trifft der Gärtner bereits erste Vorbereitungen für den Herbst. Schließlich soll der Garten bis weit in den Oktober hinein üppig blühen.

  • Weinreben: Im Juli am besten die zu langen Triebe von Weinreben gut einkürzen. Dabei mindestens sechs Blätter nach der letzten Traube stehen lassen. So entsteht genügend Zucker für die Früchte.
  • Süßkirsche: Die erste Ernte ist vorbei. Ein günstiger Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen. Denn: Im Sommer verheilen Schnittwunden schneller. So gibt es weniger Probleme mit Gummifluss. Ein jährlicher Rückschnitt der Triebe ist für Sauerkirschen – vor allem Schattenmorellen – Pflicht.
  • Birn- und Apfelbäume: Hier müssen nur die so genannten Wasserschosse entfernt werden. Solange sie noch weich sind, kann sie der Gärtner einfach abreißen. Weitere Schnittarbeiten entfallen.
  • Stauden: hier immer wieder die alten Blüten beseitigen. Das fördert die Bildung neuer Blüten. Besonders Rittersporn zeigt noch einmal seine ganze Pracht, wird er nach der ersten Blüte bodennah zurückgeschnitten und mit Dünger versorgt. Bei anderen Stauden wie Salbei, Margerite oder Taglilie verblühte Blütenstiele entfernen. So können diese Pflanzen ihre Kraft in neue Blütenbildung investieren.

Kräutergarten – kleine Freuden

  • Petersilie: Wird sie im Sommer ausgesät, keimt sie häufig besser als im Frühjahr, wenn der Boden teilweise noch gefriert. Bei gleich bleibend feuchtem Boden wächst sie besonders gut. Achtung: Petersilie erst nach vier bis fünf Jahren wieder an derselben Stelle aussäen.
  • Melisse: Sie muss geerntet werden, bevor sie sich zu sehr verzweigt oder Blüten ansetzt. Der Juli ist die ideale Zeit dafür. Das Kraut am besten ernten, wenn es an die 40 cm misst. Dann ist die Konzentration an Wirkstoffen besonders hoch. Für Teeliebhaber: Melissenblätter mit heißem, nicht kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.

Rosen – paradiesische Blütenpracht

Der Juli ist der Monat der Rosen. Sie entfalten jetzt ihre volle Schönheit. Einige Tipps für die heißen Sommermonate:

  • Richtig gießen: Ist die Blumenerde sehr hell oder ist die oberste Schicht ein bis zwei Zentimeter tief getrocknet, dann braucht die Pflanze dringend Wasser. Wichtig: Rosen nicht von oben gießen, denn Feuchtigkeit auf den Blättern fördert Pilzinfektionen. Der beste Zeitpunkt für die Gießkanne ist entweder morgens oder spät am Nachmittag, wenn die Sonne nicht zu heiß scheint.
  • Gut düngen: Nährstoffe machen sie widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Ende Juli bis Mitte August sollten sie zum letzten Mal gedüngt werden. Am besten mit Kompost – höchstens zwei bis drei Hände voll. So können die Triebe bis zum Herbst gut ausreifen.
  • Kraft geben: Bei Rosen, die öfter im Jahr blühen, sollte der Gärtner die welken Blüten regelmäßig abschneiden. Dazu die Rosenschere unterhalb des ersten fünffach gefiederten Blattes ansetzen. Strauch- und Kletterrosen können über dem nächsten oder übernächsten Blatt abgeschnitten werden.

Fest der Sinne – Mund und Nase

Laue Sommernächte bei klarem Sternenhimmel – für Gartenliebhaber die Zeit, sich von der Arbeit zu erholen und den Geräuschen der Natur zu lauschen. Doch nicht nur das Gehör, auch die Nase ist gefordert: Blütenpflanzen, die in der Nacht einen betörenden Duft verströmen, wirken nicht nur auf die menschlichen Sinne, sondern locken gleichzeitig interessante Nachtfalter in den Garten. Einige Blüten duften nicht nur besonders, sondern sie schmecken auch gut …

  • Für die Nase: Zu den duftenden Sommerblumen gehören zum Beispiel Ziertabak, Vanilleblume, Levkojen und Palmlilien. Aber auch Gehölze wie Waldgeißblatt und Akebie, deren Duft an exotische Gewürze erinnert, machen den Abend zu einem besonderen Erlebnis für die Sinne.
  • Für den Mund: Gut schmecken Blüten von Kapuzinerkresse, Senf und Dill. Zum Füllen und Backen eignen sich die großen Blüten der Kürbisgewächse, wie zum Beispiel Zucchini. Eine weitere Delikatesse: Holunderblüten, in Bierteig gebacken. Und als besonderen Hingucker: Gänseblümchen im Salat.
Suche
Standort

Deutschland
anderes Land wählen

Kontakt

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.