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Nahrungsergänzungsmittel – Pülverchen ohne Wirkung?

Sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Sie versprechen nicht selten Schönheit, Gesundheit und Vitalität. Dabei sind zumindest für Gesunde die meisten Nahrungsergänzungsmittel schlichtweg überflüssig und können bei zu hoher Dosierung eher schaden als nutzen.


Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel, die einen oder mehrere Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten – etwa Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Sie werden meist in Form von Brausetabletten, Dragees, Pulvern oder Kapseln angeboten. Spätestens seit dem 01.12. 2005 müssen alle Nahrungsergänzungsmittel als solche erkennbar sein und die Aufschrift „Nahrungsergänzungsmittel“ tragen.
Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel. Gesetzlich untersagt sind deshalb Aussagen in Werbung und auf der Verpackung, die Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten versprechen.

Nahrungsergänzungsmittel meist unnötig

Grundsätzlich ist es nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung für gesunde Menschen nicht notwendig, Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Denn bei ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er benötigt. Doch auch wer sich einseitig und ungesund ernährt, sollte seinen Nährstoffmangel nicht einfach mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen. Denn der Laborware fehlen die sekundären Pflanzen- und Ballaststoffe, die wichtig sind für die gesundheitsstärkende Wirkung von Vitaminen und anderen Nährstoffen.

Ausnahme: Schwangere und Kinder

Dennoch gibt es Personengruppen, für die die Einnahme von bestimmten Präparaten sinnvoll erscheint: Für Säuglinge und Kleinkinder werden Vitamin-D-Präparate empfohlen, für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch Folsäure-Tabletten. Doch der Griff zur Vitaminpille sollte nicht wahllos erfolgen, da Vitaminpräparate sehr unterschiedlich zusammengesetzt sind. Im Idealfall entscheidet der Arzt, welche Ergänzungen in welcher Dosis nötig oder sinnvoll sind.

Überdosierung kann schädlich sein

Wer ohne die Konsultation eines Arztes zu Nahrungsergänzungs­mitteln greift, kann seinem Körper womöglich großen Schaden zufügen. So kann etwa zu viel Vitamin C zu Nierensteinen und Durchfall führen. Wer es mit der Einnahme von Eisenpräparaten übertreibt, steigert das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten. Wer dennoch nicht auf die Einnahme von Nahrungsergän­zungsmitteln verzichten möchte, sollte zumindest einen Blick auf die Verpackung werfen. Denn dort muss die täglich empfohlene Verzehrmenge und die Nährstoffzusammensetzung angegeben werden.

Gut versorgt durch ausgewogene Ernährung

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) versorgt eine vollwertige und ausgewogene Ernährung den Körper mit allem, was er braucht: Eiweiß, Fettsäuren, Kohlenhydrate, lebenswichtige Vitamine, Spurenelemente, Mineral- und Ballaststoffe sowie weitere gesundheitsfördernde Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe. Nahrungsergänzungsmittel sind dann schlichtweg überflüssig. Die wichtigsten Regeln zur ausgewogenen Ernährung im Überblick:

  • Vielseitig essen: Es kommt immer auf die Menge, Auswahl und Kombination der Lebensmittel an, die man isst.
  • Mehrmals am Tag: Getreideprodukte und reichlich Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn sowie Kartoffeln essen.
  • Gemüse und Obst: fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit oder als Zwischenmahlzeit.
  • Täglich: Milch- und Milchprodukte, einmal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen.
  • Lebensmittel: wenig gesättigte Fettsäuren essen, die unter anderem in Pommes frites enthalten sind. Stattdessen besser auf eine ausreichende Menge an ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl) und tierischen Fetten (Makrele, Lachs) achten.
  • Zucker und Salz in Maßen: mit Zucker und Zuckerzusatz hergestellte Getränke nur gelegentlich. Jodsalz verwenden.
  • Reichlich Flüssigkeit: 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken.
  • Ganz wichtig: Zeit nehmen beim Essen.
  • Nicht vergessen: auf das Gewicht achten und reichlich Bewegung.

Quelle: www.dge.de