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- TÜV Rheinland Methode zur Bewertung des Gefahrenpotentials von Anlagen
Methodenübersicht zur Bewertung des Gefahrenpotentials von Anlagen
Checkliste
Dow und Mond Index
Die Vorläufige Gefahrenanalyse
What-it-Methode
Hazard and Operability Studies
Failure Modes Effects and Criticality Analysis
Ausfalleffektanalyse
Fehlerbaumanalyse
Ereignisablaufanalyse
PQM
Die Forderung der TRGS 300 nach einer systematischen Sicherheitsbetrachtung kann auch mit anderen Methoden als der in der TRGS 300 dargelegten Methode erfüllt werden. Eine vergleichende Analyse hinsichtlich der praktischen Anwendbarkeit der zur Zeit zur Verfügung stehenden Methoden wurde an der TU Berlin durchgeführt ("Methoden zur Bewertung des Gefahrenpotentials von verfahrenstechnischen Anlagen und Verfahren, Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, Forschung - Fb 820.")
Die Methoden wurden daraufhin untersucht, ob sie eine nachvollziehbare methodische Vorgehensweise besitzen und inwieweit sie dem Umfang der Sicherheitsgrundsätze und -anforderungen der TRGS 300 entsprechen. Es wurde gleichzeitig untersucht, inwieweit diese Methoden bei der Ermittlung des Standes der Sicherheitstechnik, z.B. in Form von Kennzahlen oder mit Hilfe von Risikodarstellungen, unterstützend wirken.
Checkliste
Bei der Checklistenmethode handelt es sich um eine einfache Vorgehensweise, um Abweichungen von der "good practice" in einer Anlage oder einem Betrieb festzustellen. Sie ist demnach auch für unerfahrene Prüfer geeignet. Checklisten beruhen ausschließlich auf Erfahrung und können immer nur so gut sein wie ihr Verfasser. In den verschiedenen Monographien der Berufsgenossenschaften sind jedoch bereits Checklisten für diverse Fragestellungen veröffentlicht. Eine Checkliste sollte regelmäßig überarbeitet werden und kann je nach Bedürfnis mehr oder weniger detailliert ausfallen. Eine Risikobewertung erfolgt nicht.
Dow und Mond Index
Die Index-Methoden sind direkte und einfache Methoden zur relativen Bewertung von Risiken in einer Anlage. Es werden Straf- und Anerkennungspunkte (z. B. für gefährliche Stoffe oder bestimmte Betriebsbedingungen, für Anlageneinrichtungen zur Minderung eines Risikos usw.) vergeben, die sich zu einem Index kombinieren lassen, der den Vergleich verschiedener Anlagen bzw. Anlagenteile bezüglich ihres Gefahrenpotentials zulässt.
Die Vorläufige Gefahrenanalyse
Die Vorläufige Gefahrenanalyse dient als erste Vorprüfung und kann einen späteren Test mit Hilfe einer anderen Methode, wenn mehr Details über den Prozess und die Anlage bekannt sind, nicht ersetzen. Sie konzentriert sich auf beteiligte gefährliche Stoffe und die groben Anlagenelemente und kann deshalb zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Designphase eingesetzt werden, auch wenn keine oder nur wenige Erfahrungswerte über den geplanten Prozess bzw. die geplante Anlage vorliegen. Die Vorläufige Gefahrenanalyse wird oft als Methode beschrieben, die Stellen unkontrollierter Energiefreisetzung lokalisiert und überprüft. Zur Umsetzung dieser Methode sollte man Hilfsmittel wie Checklisten und Reaktionsmatrix heranziehen.
What-it-Methode
Übertragung eines grundlegenden Sicherheitskonzeptes auf ein konkretes Anwendungsbeispiel durch Brainstorming im interdisziplinären Team. Durch Fragen des Musters "Was würde passieren, wenn...?" wird das Beispiel auf unerwartete Ereignisse hin untersucht und mögliche Konsequenzen werden betrachtet. Die Fragen werden in verschiedene Untersuchungsbereiche eingeteilt, z.B. elektrische Sicherheit. Die Fragen werden an Hand der vorhandenen Fließbilder für die betreffende Anlage erarbeitet.
Hazard and Operability Studies,
HAZOP- deutsch: PAAG Verfahren
(Prognose, Auffindung der Ursachen, Abschätzen der Auswirkungen, Gegenmaßnahmen) Bei diesem Verfahren handelt es sich um die bekannteste und anerkannteste Methode, die systematisch und bei richtiger Wahl der Sollfunktion sehr genau und vollständig ist. Betriebsabweichungen, die nicht unbedingt sicherheitsrelevant sind, werden miterfasst, was zu Verbesserungen in der Handhabung führen kann.
Failure Modes Effects and Criticality Analysis
Es wird eine Liste erstellt, in der alle Anlagenteile mit ihren möglichen Fehlfunktionen (z.B. "offen", "geschlossen") sowie deren Konsequenzen aufgeführt sind. Sie werden nach Kritikalität geordnet. Die Methode ist ausrüstungsbezogen und orientiert sich weniger an Prozessparametern. Die Methode benennt einzelne "failure modes", die entweder direkt zu einem Ereignis führen oder zumindest einen erheblichen Beitrag dazu leisten. Menschliches Fehlverhalten wird nicht direkt berücksichtigt, kann aber durch die entsprechende Formulierung eines Ausrüstungsfehlers miteinbezogen werden. Der Grad der Detaillierung ist sehr flexibel.
Ausfalleffektanalyse
Bei diesem Verfahren handelt es sich um ein induktives Verfahren zur vollständigen Untersuchung der einzelnen Ausfallarten aller Bauteile eines Systems und deren Auswirkungen auf das System. Funktionen, die vom Betriebspersonal auszuführen sind, können als Systemfunktionen formuliert werden.
Fehlerbaumanalyse
Deduktive Methode zur Feststellung von möglichen Ursachen für das Eintreten eines bestimmten Ereignisses. Die Methode ist besonders geeignet, die logischen Zusammenhänge zwischen einer Störung und den verschiedenen Ausgangsereignissen, die sie in Folge bewirkt haben , zu verdeutlichen. Der Aufbau eines Fehlerbaums beginnt immer mit dem Hauptereignis, dessen Auswirkungen z. B in einer Ereignisablaufanalyse untersucht werden können.
Ereignisablaufanalyse
Methode zur Beurteilung von Ereignisabläufen aufgrund von einzelnen Ausrüstungsfehlern oder menschlichen Fehlhandhabungen. Ausgehend von dem Auslöser werden verschiedene Ereignisabläufe einschließlich Funktionieren bzw. Versagen der Sicherheitseinrichtungen bis hin zu den endgültigen Auswirkungen an Hand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten verglichen. Die Darstellung erfolgt graphisch in einem Ereignisablaufdiagramm mit festgelegten Symbolen, z.B. für Verknüpfungen (verschiedene sich gegenseitig ausschließende Zustände könnten zur gleichen Wirkung führen).
PQM
PQM steht für das 3-stufige Vorgehen beim Erarbeiten einer Sicherheitsanalyse:
1. Stufe: Prognose der Gefahrenpotentiale
2. Stufe: Quantifzierung der Risikofaktoren
3. Stufe: Minimierung durch Gegenmaßnahmen.
