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Kräuter: das gesunde Plus in der Küche

Thymian, Basilikum, Dill und Co.: Wer mit frischen Kräutern kocht, versorgt seinen Körper ganz automatisch mit Inhaltsstoffen, die die Gesundheit positiv beeinflussen. Ein Überblick über die Wirkung der gängigsten Küchenkräuter.


Basilikum

Ursprünglich in den Tropen Afrikas, Asiens und Amerikas beheimatet, erfreut sich dieses bis zu 40 cm hohe und stark duftende Kraut heute auch in Mitteleuropa großer Beliebtheit.

  • Verwendung:
    Genutzt werden ausschließlich die grünen Blätter des Basilikums. Sie verleihen Tomatensaucen ihren charakteristischen Geschmack und passen hervorragend zu Nudeln und Salaten sowie Fisch- und Fleischgerichten. Für das perfekte Aroma am besten frische Blätter verwenden, denn getrocknetes Basilikum verliert während des Trocknens den Großteil seines Aromas. Auch große Hitze wirkt sich negativ auf den Geschmack der Pflanze aus. Daher die Blätter niemals mitkochen, sondern erst kurz vor dem Servieren zum fertigen Essen geben.
  • Heilwirkung:
    Basilikum wirkt sich nicht nur günstig auf die Verdauung aus, sondern hilft auch gegen Gastritis, Darmbeschwerden und Migräne.

Dill

Schon die alten Römer kannten Dill als Gewürz- und Heilpflanze. Zur Zeit Karls des Großen wurde diese leicht bittere, im Volksmund als Gurkenkraut bekannte Pflanze auch in Mitteleuropa populär.

  • Verwendung:
    Dill eignet sich unter anderem zur Verfeinerung von Salaten, Saucen oder Fischgerichten sowie zum Einlegen von Gurken. Nutzbar sind sowohl die getrockneten Früchte (fälschlich als Dillsamen bezeichnet) als auch das frische oder getrocknete Kraut. Allerdings verliert Dill beim Trocknen an Aroma.
  • Heilwirkung:
    Würzen mit Dill macht viele Gerichte nicht nur schmackhafter, sondern auch leichter verdaulich. Er wirkt gegen Magenverstimmungen, Blähungen und Darmkrämpfe und ist außerdem sehr vitaminreich.

Majoran

Ursprünglich in Kleinasien beheimatet, wird dieses sehr aromatische Gewürz heute auch in Mittel- und Osteuropa angebaut. Bereits in der Antike war es als Heilmittel bekannt.

  • Verwendung:
    Die Blätter werden frisch oder getrocknet zum Würzen von deftigen Kartoffelgerichten, Suppen, Soßen, Salaten und Eintöpfen verwendet. Wichtig: Das Gewürz nur kurz mitkochen, da es sonst sein Aroma einbüßt.
  • Heilwirkung:
    Das Gewürz wirkt beruhigend und hilft bei Husten, Asthma, Schnupfen, Verdauungsschwäche, Magenkrämpfen, Durchfall und Migräne. Äußerlich aufgetragen, hilft er gegen Wunden, Juckreiz, rheumatische Schmerzen und Krampfadern.

Petersilie

Ob glatt oder kraus: Petersilie gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern in Deutschland und darf in keinem Kräutergarten fehlen. Ihren Ursprung hat die Petersilie allerdings im südlichen Europa. Bereits die Griechen verwendeten sie als Kulturpflanze. Im Nordeuropa des Mittelalters wurde sie in zahlreichen Klostergärten angebaut.

  • Verwendung:
    Petersilie wird meist roh verwendet oder nur kurz erhitzt, da sie sonst ihr typisches Aroma verliert. Sie ist ein fester Bestandteil verschiedener Mittelmeerküchen, wo sie zum Beispiel in Spaghetti „aglio olio“ zusammen mit Knoblauch, Olivenöl und Chili verwendet wird. Petersilie gilt als Universalgewürz und lässt sich gut mit den meisten anderen Gewürzen kombinieren.
  • Heilwirkung:
    Dass die Petersilie auch eine Heilpflanze ist, ist kaum bekannt. Durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt wirkt sie belebend und ist bei Frühjahrsmüdigkeit ein guter Muntermacher. Darüber hinaus regt sie den gesamten Verdauungsvorgang an, wirkt harntreibend und somit förderlich auf Niere und Blase.

Pfefferminze

Die Pfefferminze entstand vermutlich zufällig durch eine Kreuzung zwischen der Bach- und Krauseminze und tauchte erst Ende des 17. Jahrhunderts erstmals im Garten eines englischen Züchters auf. Aufgrund der enthaltenden ätherischen Öle gilt Pfefferminze als eine der wirkungsvollsten Naturarzneien. Im Jahr 2004 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

  • Verwendung:
    Pfefferminze eignet sich als Zutat für Lammfleisch, Salate, Joghurt- und Süßspeisen sowie als Dekoration für Desserts, Torten oder Cocktails. Die Blätter lassen sich auch zum Aufbrühen von Tee verwenden.
  • Heilwirkung:
    Die Inhaltsstoffe der Pfefferminze, darunter vor allem das Menthol, wirken auf den Magen-Darm-Trakt krampflösend und antiseptisch. Pfefferminz kann daher bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen helfen. Darüber hinaus regt sie die Galleproduktion in der Leber an. Das aus der Pfefferminze gewonnene ätherische Öl wird auch zum Inhalieren bei Atemwegserkrankungen wie etwa Schnupfen genutzt.

Rosmarin

Der Name Rosmarin kommt aus dem lateinischen „ros marinus“ und bedeutet „Tau des Meeres“. Vor allem in der mediterranen Küche Italiens ist der an Tannennadeln erinnernde Rosmarin eine der wichtigsten Zutaten.

  • Verwendung:
    Rosmarin passt hervorragend zu Schmorgerichten mit Lamm, Geflügel, Wild und Rind. Darüber hinaus verleiht er Kartoffeln einen außergewöhnlichen Geschmack. Am besten entfaltet sich das Aroma, wenn er eine Zeitlang mitgekocht wird.
  • Heilwirkung:
    Rosmarin wirkt anregend auf Kreislauf und Nerven und soll besonders beim sogenannten „Altersherz“ durch milde Unterstützung stärkend wirken. Außerdem hilft er bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen.

Salbei

Bereits der lateinische Name Salvia (salvare = heilen) deutet auf die Heilkraft dieser Pflanze hin. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, gelangte der Salbei im Mittelalter über die Alpen nach Mitteleuropa.

  • Verwendung:
    Salbei schmeckt sehr intensiv, in frischem wie in getrocknetem Zustand. Daher sollte das Gewürz in der Küche grundsätzlich sehr sparsam verwendet werden. Sein Aroma entfaltet er am besten, wenn er in Fett mitgebraten wird. In Deutschland würzt man mit Salbei vor allem Fischgerichte wie gebratenen Aal oder gegrillten Fisch. In Italien ist er ein beliebtes Gewürz für geschmorte Fleischgerichte, Risotto sowie Soßen auf Tomatenbasis.
  • Heilwirkung:
    Salbei hilft bei Verstopfung, Durchfall und chronischen Ermüdungserscheinungen. Er regt Leber und Galle an und wirkt bei Fieber schweißtreibend. Als Kräutertee aufgebrüht, hilft er gegen Halsschmerzen und Husten.

Thymian

Im Mittelmeerraum beheimatet, würzten schon die alten Griechen ihre Speisen mit Thymian. Die Ägypter nutzten ihn zur Einbalsamierung ihrer Toten. Benediktinermönche brachten das Würzkraut nach Nordeuropa. Heute wächst er auch bei uns wild und verleiht vielen Wiesen ihren herben, aromatischen Sommergeruch.

  • Verwendung:
    Aus der mediterranen Küche ist der Thymian nicht wegzudenken. Vielen Speisen verleiht er ihren typischen Geschmack. Dazu gehören Gerichte mit Geflügel, Schalentiere, Wild, Lamm, Fisch, Gemüse, Kräuteressig, Kräuteröl, Suppen, Saucen, Kartoffeln und Ragouts. Das Aroma des Thymians ist sehr beständig. Die zarten Zweige können mitgekocht und gegart werden. Vorsicht bei getrocknetem Thymian: Dieser besitzt eine dreimal höhere Würzkraft.
    Deshalb: vorsichtig dosieren!
  • Heilwirkung:
    Thymian fördert die Verdauung und hilft vor allem bei der Verdauung fettreicher Speisen. Bei Heiserkeit und Halsschmerzen hilft Gurgeln mit einem Sud aus Blättern und Stängeln. Thymian-Tee und -Bonbons helfen gegen Husten.