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TÜV Rheinland Ingenieursstudie

Schleichende Dequalifizierung führt zu massivem Fachkräftemangel

In der beruflichen Laufbahn vieler Ingenieure findet eine schleichende Dequalifizierung statt. Deshalb ist ihre Arbeitskraft „jenseits der 40“ nicht mehr so gefragt wie in jungen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die nunmehr 2. Studie von TÜV Rheinland zur Fachkräfteproblematik in Deutschland.

Der Zusammenhang zwischen Weiterbildung und Karriere in der beruflichen Biografie von Ingenieuren

Die gleichnamige Studie untersucht, inwieweit die Qualifikation älterer Ingenieure noch den Anforderungen der Industrie entspricht. Der Anlass: Immer mehr Unternehmen klagen, dass sie ihren Ingenieurbedarf nicht decken können. Zugleich sind in Deutschland über 60.000 Ingenieure arbeitslos. Hiervon ist beinahe die Hälfte älter als 45 Jahre. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Qualifikation vieler älterer Ingenieure nicht mehr den Anforderungen der Industrie entspricht.

An der Befragung, die der Studie zugrunde liegt, nahmen 203 Personalverantwortliche teil; außerdem 349 Ingenieure, die älter als 42 Jahre waren. Hiervon waren 44 Prozent arbeitslos. Die Untersuchung ergab: Aus Sicht der Unternehmen sind ältere Ingenieure zwar in ihrer eigenen wissenschaftlich-technischen Disziplin fit, zum Beispiel im Maschinenbau. Eher niedrig wird aber ihr Fachwissen in angrenzenden (wissenschaftlichen) Disziplinen und ihr Prozesswissen eingestuft. Als wenig ausgeprägt erachten die Unternehmen ihre Team- und Veränderungsfähigkeit.

Ein Grund, warum ältere Ingenieure oft nicht die von der Industrie gewünschte Qualifikation haben: In vielen Unternehmen erfolgt keine systematische (Weiter-)Entwicklung der Kompetenz der Ingenieure - insbesondere der Fachkräfte. Außerdem sinkt der Umfang der Weiterbildung im Laufe der beruflichen Biografie von Ingenieuren kontinuierlich. Auch die inhaltliche Breite der Weiterbildung schrumpft. Vor allem bei den Fachkräften reduziert sich die Weiterbildung zunehmend auf ein Fitmachen für aktuelle Aufgaben. Dies ist insofern relevant, als die Studie zeigt: Die angestellten Ingenieure bildeten sich breiter weiter als ihre arbeitslosen Berufskollegen. Sie wurden zudem häufiger für künftige Aufgaben qualifiziert. Insofern ist das Schrumpfen der Weiterbildung auch ein Risikofaktor für Arbeitslosigkeit. Hiermit lässt sich auch erklären, warum Personalverantwortliche Stellensuchern weniger Fachwissen als ihren angestellten Kollegen attestieren, obwohl sich beide Personengruppen ähnlich intensiv weitergebildet haben: Die Inhalte ihrer Weiterbildung waren verschiedene. Während bei den Stellensuchern die Inhalte weitgehend aus der eigenen Fachdisziplin kamen, spielten bei den Angestellten auch Inhalte aus den angrenzenden Disziplinen eine große Rolle. Bei den Stellensuchern erfolgte also vor allem eine Vertiefung des Spezialwissens. Bei den Angestellten hingegen fand eine Kompetenzerweiterung statt. Folglich sind sie als ältere Ingenieure breiter qualifiziert und flexibler einsetzbar.

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Die Original-Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Studie steht kostenlos als PDF-Datei zur Verfügung.
Die komplette Studie „Der Zusammenhang zwischen Weiterbildung und Karriere in der beruflichen Biografie von Ingenieuren“ kann bestellt werden. Sie kostet in der Printversion 99 € (zzgl. Mwst.), als PDF-Datei 49 € (zzgl. MwSt).

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