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Mobilität

Unsere Vertriebsaktivitäten, zahlreiche Auftragsabwicklungen beim Kunden vor Ort und die immer internationalere Struktur unseres Konzerns machen Dienstreisen erforderlich. Wo immer möglich versuchen wir jedoch, unser Reiseaufkommen zu reduzieren oder möglichst umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen. Entsprechende ökologische Kriterien sind fester Bestandteil unserer Dienstreiseordnung. Immer häufiger nutzen wir Telefon- und Videokonferenzen, um Präsenzveranstaltungen zu ersetzen – insbesondere jene, die Fernflüge erfordern würden.

Eine ganz besondere Diät

Es gibt einen Punkt, in dem sich Mahlzeiten und Dienstreisen verblüffend ähnlich sind: Oft ist den Betreffenden gar nicht bewusst, was sie eigentlich gerade an Kalorien verdrücken – respektive an Emissionen erzeugen. Unter dem Motto »AMD TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH lässt die CO2-Kilos purzeln« initiierte der Umweltmanagementbeauftragte unserer Konzerngesellschaft AMD deshalb 2012 eine Sensibilisierung der direkten Art. Anhand einfacher Rechenbeispiele veranschaulichte er seinen Kollegen, wie viele Reisekilometer und CO2-Emissionen durch eine intensivere Nutzung von Telefon- und Videokonferenzen eingespart werden könnten. Neben dem unbestreitbar recht abstrakten Umweltnutzen stellte er zudem die äußerst greifbaren Vorteile für den einzelnen Mitarbeiter heraus: keine anstrengenden Anreisen, mehr Zeit für die eigentliche Arbeit und damit unter dem Strich spürbar weniger Stress. Ein Anreiz, der künftig auch in anderen Unternehmensbereichen den Appetit auf Videokonferenzen erhöhen dürfte.


Unsere Mitarbeiter in Deutschland legten im Jahr 2012 hochgerechnet ca. 59 (Vorjahr: 51) Millionen dienstlich veranlasste Kilometer mit Kraftfahrzeugen (Dienstwagen, Mietwagen, Privat-PKW) zurück. Unverändert sind wir bei dieser Berechnung davon ausgegangen, dass die Nutzer unserer Leasingfahrzeuge ihr Dienstfahrzeug zu 70 % dienstlich nutzten. Auf unsere etwa 1.130 (Vorjahr: 970) Leasingfahrzeuge in Deutschland entfielen dabei hochgerechnet rund 26,8 (Vorjahr: 19,6) Millionen Kilometer. Für diese Dienstreisen tankten unsere Mitarbeiter hochgerechnet knapp 1,8 (Vorjahr: 1,4) Millionen Liter Treibstoff.

Mit der Einführung der neuen Dienstfahrzeugordnung, die erstmals ein CO2-Emissionskriterium für die Fahrzeugklassen enthielt, hatten wir uns seit 2011 zum Ziel gesetzt, den spezifischen Treibstoffverbrauch unserer Firmenfahrzeugflotte in Deutschland jedes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zu senken. Unter Nutzung der 2011 erstmals vollständig zur Anwendung gekommenen Flottenmanagement-Datenbank »Speedfleet« ist für 2012 die Zielerreichung in diesem Punkt sehr anschaulich nachweisbar. Betrug der durchschnittliche Flottenverbrauch 2011 noch knapp 7 Liter pro 100 km (entsprechend 182 g CO2 pro Kilometer), konnte der Flottenverbrauch in 2012 auf 6,6 Liter pro 100 km (entsprechend 173 g CO2 pro Kilometer) reduziert werden, also um knapp 5 %.

Rückenwind für TÜV Rheinland

Sollten wir irgendwann einmal unsere Erfolgsgeschichte im Bereich der Windenergie zu Papier bringen, wird das Jahr 2012 aus gutem Grund eine gewichtige Rolle darin spielen. Genauer gesagt sogar aus zwei guten Gründen.

So wurden wir nach fast zweijähriger intensiver Vorbereitungszeit von der Deutschen Akkreditierungsstelle als Zertifizierungsorganisation für Windenergieanlagen anerkannt – und zwar für Zertifizierungen nach der internationalen Normenreihe IEC 61400-22. Seitdem dürfen wir nicht nur Konformitätsbewertungen von On- und Offshore-Windenergieanlagen sowie deren Komponenten durchführen, sondern auch die entsprechenden international anerkannten Zertifikate vergeben. Insbesondere im Ausland eröffnen sich für uns dadurch ganz neue Geschäftschancen.

Die Attraktivität unseres Leistungsportfolios für internationale Windenergieprojekte steigert darüber hinaus unsere strategische Kooperation mit EuroWind, einem innovativen Unternehmen für Wind- und Ertragsgutachten. Mit seinem hauseigenen, höchst anpassungsfähigen Berechnungsverfahren gilt EuroWind als der Experte für langfristige Ertragsprognosen, insbesondere im Offshore-Bereich. Als einer der Marktführer für Kurzfrist-Windleistungsprognosen für ganz Europa und China trägt unser neuer Partner zudem zu einer optimierten Integration von Erneuerbaren Energien in die Stromnetze bei. Wir sind uns sicher, mit gebündelten Kräften unsere Position im Zukunftsmarkt Windenergie deutlich ausbauen zu können.


Auf ihren Dienstreisen mit dem Flugzeug legten unsere deutschen Mitarbeiter rund 26,8 (Vorjahr: 26,8) Millionen Kilometer zurück. Dieser Wert enthält sowohl Inlandsflüge als auch Flüge ins Ausland. Unter Berücksichtigung unserer internationalen Gesellschaften verzeichneten wir im Berichtsjahr 88,6 (Vorjahr: 83,3) Millionen Flugkilometer. Der Rückgang der CO2-Emissionen aus Flugreisen in 2012 ist großteils auf die Anpassung des CO2-Umrechnungsfaktors für Flüge von 346 g/Meile auf 240 g/Meile zurückzuführen. Durch die Umstellung wird nun einheitlich ein Umrechnungsfaktor angesetzt, der uns von unserem Reisedienstleister zur Verfügung gestellt wird. Unverändert kalkulieren Fluggesellschaften hinsichtlich des Kerosinverbrauchs pro Flugkilometer mit sehr unterschiedlichen Werten. Um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen, setzten wir 2012 als realistischen Mittelwert für den Pro-Kopf-Kerosinverbrauch pro Flugkilometer 0,05 (Vorjahr: 0,07) Liter an. Demnach verbrauchten wir auf dienstlichen Flugreisen konzernweit im Jahr 2012 etwa 4,4 (Vorjahr: 5,9) Millionen Liter Kerosin.

Mit der Deutschen Bahn legten unsere Mitarbeiter im Fernverkehr rund 5,9 (Vorjahr: 4,8) Millionen Kilometer zurück. Dabei verbrauchten sie 388 (Vorjahr: 313) MWh Strom. Wir beteiligen uns weiterhin am bahn.corporate Umwelt-Plus Angebot der Deutschen Bahn (DB), sodass auch im Jahr 2012 alle Dienstreisen mit der DB klima- und CO2-neutral waren.

Ein Denkanstoß

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Deutschland wird auf Dauer als Herstellermarkt für Photovoltaikmodule keine sehr große Rolle mehr spielen. Ist es also an der Zeit, den Stift für einen Nachruf auf die deutsche Solarindustrie zu spitzen? Keineswegs! Mit seiner leistungsfähigen Forschung und Entwicklung kann Deutschland auch in Zukunft eine globale Vorreiterrolle in der Photovoltaik einnehmen. So gilt es, praxis- und massentaugliche Lösungen für die Einbindung der Photovoltaik in intelligente Energie- und Speichersysteme von Gebäuden zu entwickeln. Auch einen zweiten Punkt sollten wir nicht außer Acht lassen: Deutschland ist mit rund 1,4 Millionen Anlagen das größte existierende Testfeld für die praktische Anwendung der Photovoltaik. Unser neuer Exportartikel muss Kompetenz heißen. Kompetenz in der Qualitätssicherung. Kompetenz hinsichtlich eines dauerhaften, verlässlichen Betriebs von Anlagen. Ohne Qualität wird eine nachhaltige Entwicklung der Solarbranche unmöglich sein, denn nur in Qualität wird investiert und nur Qualität ist zu vernünftigen Konditionen versicherbar. Die damit verbundenen Marktpotenziale für mittelständische Unternehmen, Planungsbüros und Prüfdienstleister wie TÜV Rheinland sind enorm. Es ist Zeit für eine deutsche Solarwende. Wir sind bereit.