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Gassorten: Autogas und Erdgas
Autos, die mit Gas statt Benzin laufen, schonen die Umwelt und den Geldbeutel. Was steckt hinter den Bezeichnungen LPG und CNG? Welche Vorteile haben Gasantriebe im Vergleich zu diesel- oder benzinbetriebenen Fahrzeugen?
Autogas (LPG)
Autogas (auch bekannt unter dem Kürzel LPG – Liquefied Petroleum Gas) ist ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan, das bei der Erdölaufbereitung und Erdgasförderung anfällt. Es ist in seiner chemischen Zusammensetzung mit Benzin verwandt und kann nach entsprechender Umrüstung des Fahrzeugs in Ottomotoren eingesetzt werden. Unter geringem Druck wird das Gas in flüssiger Form im Tank gelagert. Erst im Motorraum verwandelt sich das Gemisch wieder in Gas. Autogas erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bis heute haben sich mehr als 230.000 Autofahrer für die schadstoffarme Antriebstechnologie entschieden. Eine umweltfreundliche Entscheidung, denn im Vergleich zu einem Benziner bläst ein autogasbetriebenes Fahrzeug bis zu 15 Prozent weniger CO2 in die Luft.
Erdgas (CNG)
Genau wie Erdöl und Kohle gehört Erdgas zu den brennbaren organischen Rohstoffen. Es besteht aus 85 Prozent Methan sowie zehn Prozent Stickstoff und Kohlendioxid. Den Rest bilden höhere Wasserstoffe wie Ethan, Propan und Butan. Erdgas ist in zwei Aggregatzuständen erhältlich: komprimiertes Erdgas in Gasform (CNG – Compressed Natural Gas) und flüssiges Erdgas (LNG – Liquefied Natural Gas). Flüssiggas LNG entsteht durch extreme Abkühlung und ist derzeit im Alltag kaum gebräuchlich. Im Gegensatz zu CNG: Druckgas ist in der Praxis energiesparender und einfacher zu nutzen als eine dauerhafte Gaskühlung. Vorsicht: Erdgas (weder CNG noch LNG) darf nicht mit Autogas (LPG) verwechselt werden. Hier handelt es sich um zwei verschiedene Kraftfahrzeugtechnologien. Während Erdgas mit Hochdrucktechnik arbeitet, nutzt Autogas Niedrigdruck. Das heißt: Mit Erdgas betriebene Pkw können nicht mit Autogas fahren und umgekehrt. Die Tanksysteme, die Einfüllstutzen und die Tanköffnung sind aber so unterschiedlich gestaltet, dass grundsätzlich sofort auffällt, dass man sich an der falschen Tanksäule befindet.
Vorteile Erdgas
- Umweltfreundlich: Im Gegensatz zum Autogas ist Erdgas ein reines Naturprodukt. Bei der Verbrennung von Erdgas wird bis zu 25 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Schwefel und Ruß sowie Feinstaub sind nicht vorhanden.
- Sparsam: Ein Kilogramm Erdgas entspricht 1,2 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel. Der niedrige Erdgaspreis sowie die bis 2018 festgeschriebene steuerliche Begünstigung gleichen einen Mehrverbrauch aber aus.
Vorteile Autogas
- Gut ausgebautes Tankstellennetz: Inzwischen gibt es bundesweit 3.800 Stationen, die Autogas anbieten. Auch im nahen Ausland wie den Niederlanden und Belgien besteht ein relativ dichtes Tankstellennetz.
- Weniger Schadstoffe, leisere Motoren: Durch den Einsatz von Autogas werden Emissionen wie zum Beispiel Stickstoffoxide (NOx), Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (HC) vermindert. Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen wird dadurch die Bildung von Ozon um etwa 80 Prozent reduziert.
- Weniger zahlen, länger unterwegs: Autogas ist wesentlich billiger als Benzin. Derzeit kostet ein Liter Autogas etwa 71 Cent. Wirtschaftliche Vorteile ergeben sich vor allem für Vielfahrer. Auch LPG ist bis 2018 nur mit einem reduzierten Mineralölsteuersatz belegt.
