Fahrradkauf: Tipps für Lenker, Schaltung und Bremsen

Wie beim Auto – vor dem Fahrradkauf steht die Probefahrt. Sie entlarvt mögliche Schwachstellen am Rad, lässt den Interessenten das individuelle Fahrgefühl erleben und zeigt, ob das Rad tatsächlich alle Vorzüge bietet, die sich der Käufer wünscht. Unabhängig davon gilt es, im Vorhinein einige Komponenten des Rads genau unter die Lupe zu nehmen – besonders bei Kinderrädern.


Rahmen

Knackpunkt eines jeden Rahmens sind die Schweißnähte, da er hier brechen kann. Deshalb: Die Nähte regelmäßig auf Risse überprüfen. Für Alltagsradler eignen sich am besten Aluminium- oder Stahlrahmen. Stahlrahmen taugen besser für unwegsames Gelände. Der Vorteil von Aluminiumrahmen: Sie sind rostfrei. Eine Alternative für Spezialisten sind Karbonrahmen. Sie zeichnen sich durch hohe Festigkeit und geringes Gewicht aus, liegen allerdings im oberen Preissegment.
Bei Kinderrädern sollte der Rahmen leicht und stabil sein. Für ein leichtes und sicheres Auf- und Absteigen darauf achten, dass die Querstange nicht zu hoch sitzt – optimal sind fünf bis zehn Zentimeter Abstand zum Körper – und die Abmessungen kindgerecht sind. Den Sattel so einstellen, dass das Kind mit beiden Füßen den Boden berühren kann – mindestens mit dem Ballen, besser mit dem ganzen Fuß.

Lenker

Lenker mit unterschiedlichen Griffmöglichkeiten beugen bei längeren Fahrten Schmerzen in Schultern und Nacken vor. An den Handballen angepasste „Biogrips“ wirken weniger ermüdend.
Bei Kinderrädern Sicherheitsgriffe mit Prallschutz an den Enden wählen. Sie fangen Stöße ab und schützen so vor Verletzungen. Diese Gummiaufsätze gibt es auch als Zubehör zum Nachrüsten. Wichtig: Die Lenkergriffe müssen fest sitzen und dürfen sich nicht drehen lassen. Grundsätzlich fahren Kinder mit einem gepolsterten Lenkervorbau sicherer.

Bremsen

Der klassische Seitenzug gilt mittlerweile als veraltet. Das Modell „V-Brake“ weist eine bessere Bremswirkung auf. Ideal für nasses Terrain und Bergfahrten: Hydraulikbremsen.
Für Kinder eignet sich eine Rücktrittbremse besser als eine Felgenbremse. Bei der Felgenbremse sollten die Bremshebel auf die Kinderhand ausgelegt sein und nicht zu weit vom Lenker abstehen. Oft installieren die Hersteller auch an Kinderrädern V-Brakes für Erwachsene, die besonders „bissig“ zugreifen. Doch Vorsicht: Dadurch kann das Vorderrad blockieren und das Kind über den Lenker stürzen. Deshalb unbedingt mit dem Kind das Bremsen üben und erklären, dass das Vorderrad nicht blockieren darf.

Schaltung

Bei der Probefahrt unbedingt in den kleinsten und den höchsten Gang schalten, um eventuelle Reibungen oder störende Geräusche zu entdecken.
Für Kinder reicht meist eine Drei-Gang-Nabenschaltung, mehr überfordert gerade Kinder unter zehn Jahren häufig. Zudem vertragen es diese Schaltungen besser, wenn das Rad häufig umfällt. Drei-Gang-Nabenschaltungen sind immer mit einer Rücktrittbremse ausgestattet und nahezu wartungsfrei. Nur an Mountainbikes fehlt bei Nabenschaltungen die Rücktrittbremse.

Beleuchtung

Bei der Probefahrt immer auch den Dynamo anschalten, um Funktion und Geräuschpegel zu testen.
Bei Kinderrädern empfiehlt es sich, als Rücklichter Leuchtdioden mit Standlichtfunktion zu verwenden. Zudem sollte der Dynamo aus Sicherheitsgründen am Hinterrad sitzen. Andernfalls könnte ein loser Dynamo das Vorderrad blockieren und Stürze verursachen. Besonders sicher: Nabendynamos. Sie sind zudem leise, reibungsarm und nahezu wartungsfrei. Erst für Kinderstraßenräder schreibt der Gesetzgeber eine Lichtausrüstung vor. Aber auch Spielräder sollten zumindest Rück- und Frontreflektoren sowie Speichenstrahler besitzen.

Sonstiges

Kinderfahrräder müssen viel aushalten – deshalb auf breite Reifen achten, um Stöße zu dämpfen und die Sicherheit zu erhöhen. Außerdem: Wert auf einen stabilen Gepäckträger legen, der mindestens 25 Kilogramm Belastung verträgt – denn schließlich fahren hinten gerne Freunde mit.

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