Energiesparend sanieren
Ältere Häuser verbrauchen meistens zu viel Energie. Ihre Schwachstellen:
- die Heizanlage ist überdimensioniert oder veraltet,
- Dächer und Wände sind ungenügend gedämmt
- und Fenster undicht.
Angesichts der steigenden Preise für Öl, Gas und Strom zahlt sich eine Sanierung in der Regel schnell aus. Hinzu kommen ein deutlich verbesserter Wohnkomfort und ein höherer Marktwert des Hauses. Dieser macht sich spätestens dann bezahlt, wenn das Gebäude verkauft oder vermietet wird. Nicht zuletzt tragen die Energie sparenden Maßnahmen zum Umweltschutz bei.
Mehrere Maßnahmen kombinieren
Eine Modernisierung bietet sich immer dann an, wenn sowieso Umbauten oder Renovierungen fällig werden. Zum Beispiel beim Verputzen der Fassade. Das Gerüst steht, die Handwerker sind vor Ort: Jetzt lohnt sich die Wärmedämmung der Außenwände. Denn wer mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert, spart Geld. In der Regel lässt sich das Material in größeren Mengen günstiger einkaufen oder die Handwerker gewähren eventuell einen Rabatt. Bevor die Renovierungsarbeiten losgehen, folgende Punkte beachten:
- Finanzierung: Für viele Modernisierungen existieren attraktive Förderprogramme, zum Beispiel zinsgünstige Darlehen der KfW Förderbank. Bei einigen Maßnahmen – wie Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung – greifen unter Umständen auch staatliche Zuschüsse.
- Baugenehmigungen: Kleinere Veränderungen an Wohnhäusern bis zu drei Geschossen sind normalerweise genehmigungsfrei. Für größere Maßnahmen oder für Baudenkmale ist meist eine Genehmigung erforderlich.
- Ausschreibung: Um die besten Handwerker zu finden, sollten mindestens drei Angebote eingeholt werden. Die Angebote lassen sich jedoch nur vergleichen, wenn ein einheitlicher Ausschreibungstext zu Grunde liegt. Er sollte alle anstehenden Maßnahmen und die benötigten Mengen an Baumaterial so genau wie möglich beschreiben.
- Angebot: Ein gutes Angebot ist vollständig und führt die wesentlichen Leistungen detailliert auf. Bei Geräten und Materialien nennt es Hersteller, Fabrikat und den Typ. Auch die technischen Daten, Angaben zur Leistung und Qualitätsmerkmale sollten aufgelistet sein. Außerdem gehören in das Angebot Rohrlängen, die Anzahl von Bauteilen und die zu bearbeitenden Flächen.
- Bauvertrag: Sinnvoll ist ein Bauvertrag, der Preise, Zahlungsfristen und Gewährleistung festhält. Auch sollte er vereinbarte Termine, nennen.
Wärmedämmung
Unter Wärmedämmung versteht man sämtliche Maßnahmen, die Wärmeverluste an die Umgebung verringern. Das sind im Einzelnen:
- Das Anbringen von Dämmstoffen – also Materialien mit schlechten Wärmeleitungseigenschaften – an Außenwänden und Dächern,
- der Einbau von wärmedämmenden Fenstern (Wärmeschutzverglasung),
- sowie das Vermeiden von Wärmebrücken und einem unkontrollierten Luftaustausch.
Außenwände
Eine gute Dämmung der Außenwände ist besonders wichtig. Putz und Farbe allein genügen zur Isolierung nicht. Die beste Wahl ist eine Dämmung, die von außen angebracht wird. Erprobte Konstruktionen:
- Das Wärmedämmverbundsystem, bei dem das Dämmmaterial direkt auf die Wand kommt und anschließend verputzt wird.
- Die Vorhangfassade. Sie enthält auf der Wetterseite statt eines Putzes eine Verkleidung, beispielsweise aus Holz, die mit einer Unterkonstruktion an der Außenwand befestigt wird. Die Zwischenräume füllt man mit Dämmstoff aus.
Eine Alternative zur Isolierung von außen ist die Innendämmung. Dieses Verfahren bietet sich zum Beispiel bei Denkmal geschützten Gebäuden an. Die Nachteile: Die Wohnfläche verringert sich und es entstehen meistens Wärmebrücken. Die energetische Wirkung ist deshalb geringer als bei einer Außendämmung.
Dach
In alten Häusern vernachlässigte man oft die Isolierung des Dachs. Zu Unrecht, denn die warme Luft steigt nach oben und entweicht. Wenn der Dachboden nicht genutzt wird, kann man ihn mit ein bisschen Geschick selbst dämmen. Dazu wird der Dämmstoff auf dem Boden des Daches ausgelegt. Um ihn besser begehbar zu machen, kann man den Boden zusätzlich mit Brettern belegen. Eine andere Möglichkeit ist die Dämmung der Dachschräge. Das spart nicht nur Energie, sondern schafft noch einen zusätzlichen Wohnraum.