Arbeitsmedizinische Betreuung nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

Prävention sichert Ihren unternehmerischen Erfolg

Arbeiten Sie mit Gefahrstoffen, herrscht in Ihrem Betrieb ein hoher Lärmpegel oder planen Sie, demnächst die Arbeitsabläufe umzustellen? Im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung begutachten unsere Arbeitsmediziner Arbeitsabläufe und aktualisieren die Gefährdungsbeurteilung. Wir nehmen an Sitzungen Ihres Arbeitsschutzausschusses, kurz ASA, teil, beraten Ihre Mitarbeiter zur Arbeitssicherheit und unterstützen Sie bei der Prävention. Mit der Unterstützung der Betriebsärzte von TÜV Rheinland fördern Sie die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz.

Ihre Vorteile auf einen Blick

Mit einer arbeitsmedizinischen Betreuung nach dem Arbeitssicherheitsgesetz, kurz ASiG,
durch TÜV Rheinland

  • gewinnen Sie Rechtssicherheit und erfüllen Ihre Fürsorgepflicht als Arbeitgeber.
  • beugen Sie Berufskrankheiten vor und erkennen arbeitsbedingte Erkrankungen frühzeitig.
  • profitieren Sie von unserem bundesweiten Experten-Netzwerk und Service aus einer Hand –
    zum Beispiel durch die Kombination von arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Betreuung durch unsere Experten oder durch unser Kompetenznetzwerk bei ergänzenden Fragestellungen zu Umwelt oder Technik.

Betriebsärztliche Beratung

Der Umfang der Betreuung hängt von der Art und Größe des Betriebes ab, er wird von den jeweiligen Versicherungsträgern konkretisiert. Nach Vertragsabschluss vereinbaren wir regelmäßige Betreuungszeiten, zu denen unser Betriebsarzt in Ihr Unternehmen kommt und legen die jährlichen Inhalte der arbeitsmedizinischen Beratung fest. Sie erhalten standardisierte Dokumentationen.

Typische Beratungsanlässe

  • Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen
  • Einführung neuer Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe oder Gefahrstoffe, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial mit sich bringen
  • Grundlegende Änderungen von Arbeitsverfahren
  • Einführung neuer Arbeitsverfahren
  • Gestaltung neuer Arbeitsplätze und -abläufe
  • Beratung der Beschäftigten über besondere Gesundheitsgefahren bei der Arbeit
  • Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten
  • Grundlegende Umgestaltung von Arbeitszeit-, Pausen- und Schichtsystemen
  • Notwendigkeit arbeitsmedizinischer Untersuchungen, Beurteilungen und Beratungen
  • Betriebliche Suchtprävention
  • Fragen des Arbeitsplatzwechsels, der Eingliederung und Wiedereingliederung oder bei Häufung gesundheitlicher Probleme

Analyse psychischer Belastungen

§5 Arbeitsschutzgesetz fordert neben der Beurteilung der mechanischen, physikalischen und biologischen Gefährdungen auch eine Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz als Teil der Gefährdungsbeurteilung. Unsere Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner nutzen ein evaluiertes Tool, das die Merkmale der Arbeitssituation und des Arbeitshandelns erfasst. Aus dem Ergebnis leiten sie Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen ab.

Arbeitsmedizinische Betreuung für Kleinbetriebe

Für Kleinbetriebe gibt es spezielle Formen der arbeitsmedizinischen Betreuung:

  • Grundbetreuung und anlassbezogene Betreuung
    Ohne feste Mindesteinsatzzeiten für den Betriebsarzt. Für Betriebe bis zu 10 Beschäftigten. Der Betreuungsbedarf ergibt sich aus den regelmäßig von Ihnen selbst durchgeführten Gefährdungsbeurteilungen.
  • Alternative bedarfsorientierte Betreuung
    Bestimmte Berufsgenossenschaften, kurz BGen, erlauben die alternative bedarfsorientierte Betreuung für Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten. Voraussetzung: Sie nehmen an Schulungen der BG teil, um Fragen zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit selbst zu beantworten und geeignete Maßnahmen umzusetzen.

Die gesetzlichen Grundlagen

  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
  • Arbeitsschutzgesetz als Umsetzung der EG-Richtlinie zum Arbeitsschutz von 1996
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
  • Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • Lärm- und Vibrationsverordnung (LärmVibrationsArbSchV)

Arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung nach DGUV V2

1. Was ist das Neue an der DGUV Vorschrift 2?

Neben einer Grundbetreuung, deren Umfang durch die DGUV Vorschrift 2 definiert ist, gibt es auch einen betriebsspezifischen Teil der Betreuung, dessen Volumen sich individuell an den Bedürfnissen und Notwendigkeiten des Unternehmens orientiert und das der Unternehmer festzulegen hat. Der Unternehmer hat jetzt mehr Handlungsspielraum, die Betreuung bedarfsgerecht zu gestalten, aber auch mehr Verantwortung, die betriebliche Gefährdungssituation ausreichend zu berücksichtigen. Neu ist, dass explizit auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung im betriebsspezifischen Teil verankert sind.

2. Betrifft mich die DGUV Vorschrift 2?

Die DGUV Vorschrift 2 ist für alle Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zu beachten und umzusetzen.

3. Wo ist das für mein Unternehmen erforderliche Zeitvolumen für die Grundbetreuung festgelegt?

Die Unfallversicherungsträger haben anhand der Wirtschaftszweige alle Betriebe nach Gefährdung in 3 Betreuungsgruppen eingeteilt und für diese Gruppen den Umfang der Grundbetreuung pro Jahr und Mitarbeiter definiert:

  • Gruppe 1: 2,5 h/ Jahr/ Beschäftigtem/r
  • Gruppe 2: 1,5 h/ Jahr/ Beschäftigtem/r
  • Gruppe 3: 0,5 h/ Jahr/ Beschäftigtem/r

Die Zuordnung eines Betriebes zu einer bestimmten Betreuungsgruppe erfolgt anhand der Tabellen im Punkt 4 - Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2.

4. Kann ich mich auf die Grundbetreuung beschränken?

Nein, der Leistungskatalog des betriebsspezifischen Betreuungsanteils ist so umfangreich, dass es in jedem Unternehmen einen Bedarf gibt.

Neben

  • der Arbeitsplatzgestaltung
  • den arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen
  • dem Einsatz von Fremdfirmen oder Zeitarbeitnehmern
  • der Beschäftigung von besonderen Personengruppen (Schwangere, Jugendlichen, …)
  • dem Wiedereingliederungsmanagement
  • der Einführung eines Gesundheitsmanagements
  • der Anschaffung neuer Maschinen und Anlagen
  • der Einführung neuer Arbeitsstoffe und Materialien
  • der Implementierung und Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilungen

gibt es viele weitere Anlässe, die einen Betreuungsbedarf notwendig machen.

5. Sind alle Aufgabenfelder des betriebsspezifischen Teils für mein Unternehmen relevant?

Es ist unwahrscheinlich, dass alle Punkte des Leistungskataloges für den betriebsspezifischen Betreuungsteil der DGUV Vorschrift 2 auf ein Unternehmen zutreffen. Eine fachlich qualifizierte Zuordnung und Einteilung der Themen mit Unterstützung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll.

6. Wie groß ist das betriebsspezifische Volumen?

Ein Schätzen des betriebsspezifischen Betreuungsvolumens ist nicht nötig. Dem Unternehmer stehen einige Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen er das notwendige Volumen realistisch einschätzen und festlegen kann: der Leistungskatalog der DGUV (im Anhang 4 der DGUV Vorschrift 2), die Checklisten zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Auswertung der Gefährdungsbeurteilungen und die Betrachtung des individuellen Unfallgeschehens. Dabei wird er durch seine Fachkraft für Arbeitssicherheit und seinen Betriebsarzt beratend unterstützt.

7. Kann ich die Einsatzzeiten für die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt auch selbst einteilen?

Das Unternehmen hat sich bei der Festlegung der Grundbetreuung und der betriebsspezifischen Betreuung vom Betriebsarzt und von der Fachkraft für Arbeitsicherheit beraten zu lassen.

8. Ist mein bestehender Vertrag noch gültig?Ich habe einen bestehenden Vertrag zur arbeitsmedizinischen / sicherheitstechnischen Betreuung. Muss ich diesen Vertrag jetzt ändern lassen?

Die Regelung der arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Betreuung in der DGUV Vorschrift 2 ermöglicht mehr Gestaltungsspielraum für den Unternehmer: Anstelle der Vorgabe starrer Einsatzzeiten wird der Betreuungsumfang zukünftig maßgeblich durch die betriebsindividuelle Gefährdungssituation und Bedarfslage bestimmt.

Es ist daher zu empfehlen, vorhandene Verträge an die neue Regelung anzupassen, um die Vorteile einer bedarfsgerechten Betreuung auszuschöpfen.

9. Gibt es Übergangsfristen für die neue DGUV Vorschrift 2?

Nein, es gibt keine Übergangsfristen.

10. Kostet die Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 jetzt mehr?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da der Umfang des betriebsspezifischen Betreuungsteils variabel ist, je nachdem, welche Aufgabenfelder als relevant eingestuft werden. Ein vorhandenes Arbeitschutzmanagement kann den Betreuungsbedarf aber reduzieren.

11. Kann meine Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) die Betreuungsleistungen in der Grundbetreuung komplett erbringen?

Der Sachverstand sowohl von Betriebsärzten als auch der FaSi muss bei der Grundbetreuung einbezogen werden. Es wurde ein Mindestvolumen für die Tätigkeit von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit festgelegt; sie beträgt jeweils mindestens 20% des Gesamtumfangs der Grundbetreuung. Darüber hinaus ist die individuelle Notwendigkeit von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt im Unternehmen zu berücksichtigen.

12. Ist noch eine Gefährdungsbeurteilung (GBU) erforderlich, wenn die betriebsspezifische Betreuung nach BG-Katalog ermittelt wird?

Ja, der Leistungskatalog der DGUV Vorschrift 2 schätzt nur Schwerpunkte für Aktionen im Arbeits- und Gesundheitsschutz ab. Gefährdungsbeurteilungen ermitteln sehr detailliert die betriebsspezifischen Gefährdungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in einem Unternehmen. Die Verpflichtung, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen und zu aktualisieren, findet sich überwiegend in staatlichen Vorschriften, wie z.B. dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung wieder.

13. Bin ich verpflichtet, gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen?

Eine Verpflichtung besteht nicht. Dennoch sind gesundheitsfördernde Maßnahmen nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für das Unternehmen sinnvoll, um im Rahmen von besonderen Belastungen der Mitarbeiter und der demographischen Entwicklung (die arbeitende Bevölkerung wird immer älter) die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern und zu erhalten. Hierzu kann Sie Ihr Betriebsarzt beraten.

14. Bin ich verpflichtet, sicherheitstechnische Gefährdungen zu untersuchen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen?

Ja, nach den verschiedensten Rechtsvorschriften, z.B. dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung, besteht die Verpflichtung, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, diese regelmäßig, bei Veränderungen und nach Ereignissen anzupassen und dieses zu dokumentieren. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen zu ergreifen und eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

15. Ist es aufgrund der gemeinsamen Betrachtung von betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Betreuung in der DGUV Vorschrift 2 sinnvoller, die Leistungen von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit einzeln oder kombiniert einzukaufen?

Gerade im Hinblick auf die neue Regelung im Rahmen der DGUV Vorschrift 2 ist eine Betreuung aus „einer Hand“ sinnvoll und effizient, da so flexibel und unbürokratisch eine interne Verschiebung von der sicherheitstechnischen zur arbeitsmedizinischen Betreuung und zurück möglich ist - orientiert am tatsächlichen Betreuungsbedarf des Kunden. Bei mehreren involvierten Dienstleistern besteht die Gefahr, dass jeder Beteiligte versucht, die Kontingente möglichst im eigenen Interesse zu beeinflussen.

16. Kann ich die arbeitsmedizinischen Untersuchungen im Rahmen der Grundbetreuung durchführen lassen?

Nein. Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sind eindeutig dem betriebsspezifischen Teil zugeordnet.

17. Wer kontrolliert, ob ich die neue Betreuung umsetze?

Die DGUV ist eine Regelung der gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Diese werden auch die Umsetzung überwachen.

18. Kann ich bei Minimaleinsatz des Betriebsarztes zu Gunsten der Fachkraft für Arbeitssicherheit Kosten sparen?

Grundlage der Verteilung von Leistungen des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit sowohl bei der Grundbetreuung wie auch beim betriebsspezifischen Betreuungsvolumen sind die betrieblichen Gefährdungen und Gesundheitsgefahren. Wirtschaftliche Aspekte sind nicht als Maßstab vorgesehen!

19. Wir haben in unserem Betrieb viele Teilzeitkräfte. Wie werden diese bei der Berechnung der Einsatzzeiten der Grundbetreuung berücksichtigt?

Teilzeitbeschäftigte sind bei der reinen Berechnung der Grundbetreuung mit dem Faktor 1 zu zählen!