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Bilanzpressekonferenz
Sechstes Rekordjahr in Folge / Auslandsumsatz erreicht 40 Prozent / Investitionen steigen auf mehr als 80 Millionen Euro
Köln/Düsseldorf, 24. April 2008. TÜV Rheinland legte heute mit der Bilanz des Geschäftsjahres 2007 das sechste Rekordergebnis in Folge vor. Das Unternehmen zeigt sich in allen wesentlichen Wirtschaftsdaten nochmals verbessert. Umsatz, Ergebnis sowie Mitarbeiterzahl erreichten den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte.
Der Vorstandsvorsitzende Prof. Bruno O. Braun sagte: „Unser Ziel, zugleich national wie international dynamisch zu wachsen, haben wir erreicht. Wir schaffen weltweites Wachstum mit Qualität und Sicherheit."
Die Zahlen
Der TÜV Rheinland-Umsatz stieg 2007 um 9,1 Prozent auf 984,4 Millionen Euro. Seit 2002 wurde eine Steigerung von 55 Prozent erreicht. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 15,4 Prozent und erreichte 59,2 Millionen Euro.
Ein wichtiger Indikator für die Wachstumsdynamik, erläuterte Prof. Bruno O. Braun, sei das Verhältnis von Wachstum aus eigener Kraft zu den Zukäufen. Bei TÜV Rheinland seien zwei Drittel der Umsatzsteigerung durch organisches Wachstum begründet, also Wachstum aus eigener Kraft des Unternehmens.
Die Umsatzrendite stieg auf nunmehr 6,0 Prozent von 5,7 Prozent im Geschäftsjahr 2006. Der Jahresüberschuss betrug 35,1 Millionen Euro, eine Steigerung von 20 Prozent. Das Eigenkapital beträgt nunmehr knapp 140 Millionen Euro.
Arbeitsplätze durch Wachstum
Ein Konzern wie TÜV Rheinland, der von Dienstleistungen lebt, braucht hoch qualifizierte Mitarbeiter. Die Steigerung des Umsatzes geht mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze einher. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg 2007 gegenüber 2006 im Jahresdurchschnitt um 1.735 weltweit. Insgesamt lag die Zahl der Beschäftigten 2007 durchschnittlich bei 12.085.
Vorstandsvorsitzender Prof. Bruno O. Braun: „Der Trend zu neuen Arbeitsplätzen durch Umsatzwachstum hält weiterhin an. Zurzeit beschäftigen wir in der Unternehmensgruppe bereits mehr als 12.500 Mitarbeiter."
TÜV Rheinland ist der international führende deutsche Prüfdienstleister mit weltweit 360 Standorten in 62 Ländern auf allen Kontinenten. Der außerhalb Deutschlands erzielte Umsatz erreichte 2007 einen Anteil von 40 Prozent am gesamten Konzernumsatz.
Deutschland
Innerhalb Deutschlands stieg der Umsatz 2007 auf 598 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland wuchs um 382 auf über 6.000.
Die TÜV Rheinland LGA mit Sitz in Nürnberg ist Weltmarktführer in der Spielzeug- und Möbelprüfung und gehört seit letztem Jahr zu 100 Prozent zum Konzern. Dieses Tochterunternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 68,5 Millionen Euro gegenüber 56,9 Millionen Euro im Jahr 2006. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrug 655 zum Stichtag Ende 2007, die größtenteils in der Produktprüfung und Bautechnik tätig sind. Seit Beginn der Beteiligung des TÜV Rheinland an der LGA ist die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter somit um rund 150 gestiegen.
Ausland
Im Ausland erwirtschaftete die TÜV Rheinland Group 2007 einen Umsatz von 386 Millionen Euro. Das ist ein Wachstum von 16 Prozent. Die fortschreitende Internationalisierung ist auch an der Entwicklung der Mitarbeiter abzulesen: 2007 arbeiteten im Ausland 6.078 Menschen für TÜV Rheinland. Erstmals sind demnach mehr Mitarbeiter im Ausland tätig als in Deutschland.
Investitionen für Wachstum
2007 war ein Jahr der Investitionen, sowohl in Anlagen als auch in Zukäufe von Unternehmen. Die Investitionen stiegen von 66,1 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 81,2 Millionen Euro 2007.
Im Ausland erfolgte die bedeutendste Akquisition des vergangenen Jahres mit dem Erwerb von Ductor SA. Das Unternehmen mit Sitz im brasilianischen Sao Paulo beschäftigt 700 Mitarbeiter – überwiegend Ingenieure. Durch den Erwerb ist
TÜV Rheinland do Brasil mit 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun die zweitgrößte Prüfgesellschaft Brasiliens.
Ein Investitionsschwerpunkt war der Aufbau neuer Laborkapazitäten unter anderem am Stammsitz in Köln, in Indien, dem japanischen Osaka, Shanghai und Vietnam. Zur Prüfung von Photovoltaik-Modulen wurde ein neues Labor in Yokohama eröffnet, weitere Anlagen in China werden noch in diesem Jahr folgen, denn China ist der größte Wachstumsmarkt für die Herstellung von Solarmodulen.
Prof. Bruno O. Braun sagte zum Standort Köln: „In Köln bauen wir derzeit ein voll¬ständig neues Prüflabor für Solarmodule, weil die bisherigen Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Dort investieren wir bis Ende 2008 drei Millionen Euro. Insgesamt investieren wir am Standort Köln mehr als 12 Millionen Euro, über¬wiegend in neue Labore und Prüfeinrichtungen."
Für das laufende Geschäftsjahr 2008 erwartet TÜV Rheinland erneut ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich. „Die ersten Monate bestätigen uns in unseren Erwartungen sowohl in Deutschland als auch weltweit", sagt Professor Braun.
Wissensträger Mensch
TÜV Rheinland investiert auch in personelle Ressourcen und das Know-how seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Umgerechnet hat jeder der 12.500 Mitarbeiter 2007 mindestens einen Tag Fortbildung erhalten. Zudem haben im vergangenen Jahr rund 3.000 Mitarbeiter erfolgreich Sprachtrainings in Englisch absolviert.
Die lebenslange berufliche Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für TÜV Rheinland aus zwei Gründen von wachsender Bedeutung:
1. Aufgrund des demographischen Wandels wird von immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer länger eine hohe Leistungsfähigkeit erwartet.
2. Deutschland muss mit einem zunehmenden Fachkräftemangel wirtschaften. Speziell bei Ingenieuren herrscht Vollbeschäftigung. Der Fachkräftemangel besonders im Ingenieursektor führt auch bei TÜV Rheinland dazu, dass offene Stellen schwer adäquat zu besetzen sind. Derzeit werden weltweit rund 230 offene Stellen geführt, davon fast 40 für deutsche Fachkräfte, die im Ausland arbeiten sollen.
Die Investitionen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlen sich aus: 2008 gehört TÜV Rheinland erstmals zum Kreis der insgesamt 88 Unternehmen, die die Auszeichnung als Top-Arbeitgeber in Deutschland erhielten und tragen dürfen.
Prof. Bruno O. Braun: "Der Wandel zur Wissensgesellschaft erfordert künftig Wissensunternehmen wie TÜV Rheinland, die weltweit ihre Dienstleistungen anbieten können. Wir sehen uns daher sehr gut gerüstet für das, was künftig auf uns zukommt."
Global Compact
TÜV Rheinland ist ein gutes Beispiel dafür, wie Globalisierung und Wachstum im Ausland im Inland neue Arbeitsplätze schaffen kann. Drei neue Arbeitsplätze außerhalb Deutschlands schaffen einen Arbeitsplatz im Inland und umgekehrt.
Das Leitbild beschreibt TÜV Rheinland als ein Unternehmen mit dem Auftrag der nachhaltigen Entwicklung von Sicherheit und Qualität im Spannungsfeld von Mensch, Technik und Umwelt. Dieses Leitbild ist Anspruch und Verpflichtung zugleich.
Als Konkretisierung des Leitbildes und der Bedeutung des Global Compact für den Alltag im Unternehmen wurde 2007 eine Konzernpolitik zu Werten und Verantwortung vereinbart. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einführungen und Fortbildungen über die Prinzipien des Global Compact informiert. Im Oktober 2008 wird zudem erstmals der TÜV Rheinland Global Compact Award verliehen werden, ein mit 25.000 Euro dotierter Preis, der herausragende Persönlichkeiten ehrt, die den Global Compact und dessen Ziele nachhaltig fördern und unterstützen.
Geschäftsbereiche
TÜV Rheinland bietet seine rund 2.500 Dienstleistungen weltweit in sechs Geschäftsbereichen an.
In Deutschland eröffnete das Unternehmen 2007 unter anderem neue Niederlassungen in Hamburg und München; vor zwei Wochen kam das TÜV Rheinland-Haus in Stuttgart hinzu. Ein wesentlicher Grund für die Eröffnung neuer Standorte ist die nunmehr eingetretene letzte Stufe der Liberalisierung von Dienstleistungen zur Prüfung von Aufzügen sowie Dampf- und Druckbehältern in Deutschland. Diese Prüfungen sind Dienstleistungen des größten Geschäftsbereichs Industrie Service. Er erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 273 Millionen Euro.
Im Geschäftsbereich Mobilität erwirtschaftete die TÜV Rheinland Group 2007 einen Umsatz von 263,8 Millionen Euro.
Das mobile und stationäre Autoprüfgeschäft der Haupt- und Abgasuntersuchungen ist mit weltweit rund 4 Millionen Prüfungen jährlich eine wichtige Kernkompetenz des TÜV Rheinland. Neben rund 2 Millionen Prüfungen in Deutschland machen die TÜV Rheinland-Prüfer genauso viele Untersuchungen an Autos in Spanien, Frankreich, Chile, Argentinien und Lettland. In neue Servicestationen wurden im vergangenen Jahr mehr als 7 Millionen Euro investiert. Der Kompetenzsch¬werpunkt Bahntechnik ist bereits seit Jahren in internationale Großprojekte erfolgreich eingebunden. Jüngstes Projekt: In Dubai beraten TÜV Rheinland Experten die Regierung bei der Schaffung eines neuen Eisenbahnrechts.
Der Geschäftsbereich Produkte ist derjenige mit der internationalsten Ausrichtung. Von den 223,7 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007 wurden zwei Drittel im Ausland erwirtschaftet, insbesondere in Asien. In Asien beschäftigt TÜV Rheinland 2.500 Menschen, die für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Qualität von Produkten arbeiten und zudem Produktionsprozesse begleiten und die Einhaltung sozialer Standards überprüfen.
Die Erfahrungen der TÜV Rheinland-Experten werden inzwischen sowohl von der deutschen als auch von der chinesischen und der US-amerikanischen Regierung eingefordert.
TÜV Rheinland unterhält 40 Prüflabore in Asien. Große Prüfzentren befinden sich auch in Deutschland. In Nürnberg stehen die größten Prüfeinrichtungen Europas für Spielzeuge und Möbel bei TÜV Rheinland LGA. In den Aufbau und Ausbau von Prüfkapazitäten für Produkte hat das Unternehmen 2007 weltweit einen zwei¬stelligen Millionenbetrag investiert.
Der Geschäftsbereich Leben und Gesundheit erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 54,6 Millionen Euro mit Dienstleistungen zur Gesundheit und Gesund¬heitsvorsorge von Menschen. Eine der Kernkompetenzen in diesem Geschäfts¬bereich sind der Arbeitsmedizinische Dienst und das Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Als drittgrößter Anbieter für Arbeits- und Gesundheitsschutz in Deutschland verfügen wir über 140 Fachärzte für Arbeitsmedizin und Betriebsärzte, die auch DAX-30-Unternehmen und internationale Konzerne betreuen.
Der Geschäftsbereich Bildung und Consulting entwickelte sich 2007 ebenfalls positiv und erwirtschaftete einen Umsatz von 114,2 Millionen Euro. TÜV Rheinland ist mit seiner Akademie in Deutschland der zweitgrößte private Bildungsanbieter und trainiert rund 30.000 Fach- und Führungskräfte jährlich.
Darüber hinaus gehören auch das Projektmanagement und das Controlling bei der Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben öffentlicher Auftraggeber zu diesem Bereich.
Der Geschäftsbereich Systeme erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 106,7 Millionen Euro mit der Zertifizierung von Managementsystemen und Leistungen zur Informationssicherheit. Mehr als 1.000 Auditoren arbeiten in 62 Ländern in diesem Bereich für TÜV Rheinland und haben in den vergangenen zehn Jahren über 30.000 Zertifi¬zierungen durchgeführt.
Zugeschnitten auf die jeweiligen Branchenbedürfnisse zertifizieren die Auditoren zunehmend nach eigens entwickelten Standards. Beispiele hierfür sind verschiedene Standards für Servicequalität im Tourismus, für die Beratungsqualität von Finanzinstituten oder die Zertifizierung der Lebensqualität in Wohnsiedlungen. Diese Standards orientieren sich an bekannten internationalen Normen, gehen aber zum Teil darüber hinaus.
