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Aufzüg in Betrieb: Infos für Betreiber

Ein Aufzug in einem Geschäftshaus legt in zwanzig Jahren durchschnittlich rund 460 000 Kilometer zurück – mehr als elf Erdumrundungen. Dabei werden hohe Anforderungen an die Aufzüge gestellt: maximale Sicherheit bei permanenter Verfügbarkeit und größtmöglicher Wirtschaftlichkeit. Daher lohnt es sich, Betriebskosten und Lebensdauer im Auge zu behalten.


Aufzugprüfungen

Um die Sicherheit von Aufzuganlagen zu gewährleisten, gelten strenge Vorschriften. Bevor ein Aufzug in Europa in Verkehr gebracht werden kann, wird er nach der europäischen Aufzugrichtlinie geprüft. Im laufenden Betrieb folgt dann nach der Betriebssicherheitsverordnung alle zwei Jahre die sogenannte „wiederkehrende Prüfung“, bei der unter anderem alle Sicherheitseinrichtungen gecheckt werden. Ein Jahr nach der wiederkehrenden Prüfung erfolgt eine Zwischenprüfung – in Deutschland werden Aufzüge also mindestens einmal im Jahr einer eingehenden Kontrolle unterzogen. Ob darüber hinaus weitere Prüfungen notwendig sind, hängt davon ab, wie stark ein Lift genutzt wird. Grundsätzlich aber gilt: Nur zugelassene Überwachungsstellen wie TÜV Rheinland dürfen Aufzugprüfungen vornehmen. Der Betreiber des Aufzuges ist gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit der Aufzuganlage zu gewährleisten.

Betriebskosten

Die Betriebskosten einer Aufzuganlage setzen sich im Wesentlichen aus den Ausgaben für Energie, Wartungen und Prüfungen zusammen. Die größten Potenziale für Einsparungen bieten die Energiekosten, etwa bei der Beleuchtung: In vielen Aufzügen brennt permanent das Licht. Eine einfache Relaisschaltung könnte dafür sorgen, dass sich das Licht nur dann einschaltet, wenn der Aufzug tatsächlich benutzt wird. Ferner lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob etwa in einem Geschäftshaus wirklich alle Aufzüge rund um die Uhr in Betrieb sein müssen. Auch der Antrieb des Aufzugs beeinflusst den Energieverbrauch: Aufzüge mit einem geregelten Antrieb weisen im Allgemeinen die höchste Energieeffizienz auf, während sich Hydraulikaufzüge häufig als Energiefresser entpuppen. Eine weitere Möglichkeit zum Energiesparen lauert im Aufzugschacht: Viele Aufzugschächte verfügen über eine permanente Öffnung, sie dient im Brandfall dem Rauchabzug. Eine solche permanente Öffnung reißt aber eine Lücke in die Wärmedämmung des gesamten Gebäudes. So geht reichlich Energie verloren. Die Alternative: Ein spezielles Abzugssystem analysiert die Rauchgaskonzentration im Schacht und öffnet nur bei Bedarf Rauchabzugsöffnungen. Durch diese ziehen dann Brandrauch und toxische Gase ab.

Lebensdauer

Die Lebensdauer eines modernen Aufzugs liegt bei rund zwanzig Jahren. Es gibt allerdings auch noch viele ältere, funktionstüchtige Modelle. Der Grund: Ihre Technik ist zwar weniger ausgefeilt, dafür lassen sich Ersatzteile leichter besorgen. – Der älteste Aufzug in Deutschland stammt übrigens aus dem Jahr 1899 und befindet sich in einem Wohnhaus in Berlin-Charlottenburg. Anders als seinerzeit üblich wurde der Aufzug nicht nachträglich in der Mitte des Treppenaufgangs installiert, sondern separat in einen Schacht eingebaut.