Armaturen und die TA-Luft

Ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz: TA-Luft und der TÜV

Die erste allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, die "Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft" (24.07.2002) - kurz TA-Luft - regelt die zulässigen Begrenzungen für staub-, dampf- oder gasförmige Emissionen bei Verarbeiten, Fördern oder Umfüllen. Damit soll einer zunehmenden Verschmutzung der Atmosphäre entgegengewirkt sowie einer Belästigung oder Gesundheitsschädigung von Personen vorgebeugt werden.

Dabei beinhaltet die Verwaltungsvorschrift nicht nur Emissionsgrenzwerte, ebenso sind bauliche Maßnahmen zu deren Sicherheit genannt.

Am Beispiel von Armaturen...

...lautet die konkrete Maßnahme:
"Zur Abdichtung von Absperr- oder Regelorganen, wie Ventile oder Schieber, sind

  • hochwertig abgedichtete metallische Faltenbälge mit nachgeschalteter Sicherheitsstopfbuchse oder
  • gleichwertige Dichtsysteme
zu verwenden."

Betreiber, deren Anlagen den Forderungen der TA-Luft unterliegen, müssen gegenüber der zuständigen Genehmigungsbehörde den Nachweis der baulich entsprechenden Konzeption bzw. einer gleichwertigen Lösung erbringen.

Faltenbälge sind eine konstruktive Lösung zur Erfüllung hoher Dichtheitsanforderungen. Allerdings haben Faltenbälge auch erhebliche Nachteile: Faltenbälge...

  • lassen nur axiale Schaltbewegungen zu, die aus Gründen der Prozessführung bei verfahrenstechnischen Anlagen häufig ungeeignet sind.
  • führen bereits bei mittleren Nennweiten zu enormen Baulängen
  • sind ungeeignet bei Medien, die polymerisieren können und damit den Balg unbeweglich machen

So verwendet man häufig andere Dichtsysteme, deren Gleichwertigkeit nachgewiesen werden muss.

Der Gesetzgeber hat als Gleichwertigkeitkriterium die Festlegungen der Verbändevereinbarung VDI 2440 festgelegt. Leider sind in dieser Vereinbarung Kriterien festgelegt, die nicht dem heutigen Stand der Technik genügen. Die Mindestanforderungen an die Leckrate von Schaltspindeln oder -wellen von 10-2 mbar x l x s-1 x m -1 bei Temperaturen oberhalb 250°C und 10-4 mbar x l x s-1 x m -1 bis 250°C entsprechen bei weitem nicht dem heutigen Anspruch der Technik an dynamisch belastete Dichtsysteme und sind von den Betreibern von Anlagen, die der TA-Luft unterliegen auch nicht erwünscht

So bescheinigt der TÜV Anlagentechnik GmbH nach den TÜV Rheinland Verfahren in Anlehnung an die VDI 2440 nur solche Armaturen als TA-Luft geeignet, die das Dichtigkeitskriterium von 10-8 mbar x l x s-1 erreichen und zwar unabhängig von der Baugröße des Dichtsystems oder der Betriebstemperatur. Das dies von vielen Produkten eingehalten wird, beweist unsere Referenzliste der TÜV Anlagentechnik GmbH TA-Luft zertifizierten Produkte, die von vielen Betreibern als Empfehlungsliste angesehen wird.

Die TÜV Anlagentechnik GmbH prüft, in dem sie ähnlich der VDI 2440 die Dichtheit von Schaltwellendurchführungen mittels Helium-Leck-Test nachweist. Im Gegensatz zur VDI 2440 wird die Verweildauer des Testgases Helium beim TÜV Rheinland Verfahren nur auf kurze Zeit beschränkt (in der Regel 10 Minuten, max. jedoch nur bis zum Beginn der Permeation des Testgases durch den Dichtungswerkstoff.) Dabei werden Betriebszustände wie Schaltzyklen, Mediumdruck und ggf. Betriebstemperatur berücksichtigt. Die Gleichwertigkeit der Produkte mit den in der TA-Luft primär geforderten, quasi durch Faltenbalg hermetisch geschlossenen Bauarten, lässt sich so kostengünstig und reproduzierbar belegen.

Der Nutzen

Die objektive und neutrale Bewertung der Schaltwellen- und Spindeldurchführungen durch die TÜV Anlagetechnik nach dem strengeren praxisorientierten TÜV Rheinland Verfahren, liefert Herstellern und Anbietern von Armaturen sicherlich gute Verkaufsargumente.

Der Zugriff auf gesicherte, reproduzierbare Messergebnisse erleichtert bei der Begutachtung der Anlage den Nachweis der Verwendungsfähigkeit der eingesetzten Armaturen.

Da sich die Messwerte problemlos auf andere Medien umrechnen lassen, sind sie wertvolle Unterstützung bei der Abschätzung der Gesamtleckrate sogenannter defuser Leckagequellen in der Anlage. Außerdem erhält man einen zuverlässigen Nachweis der Fertigungsqualität von Armaturen mittels dieser Messergebnisse.

Unsere schnelle und kostengünstige Prüfung hilft, sowohl Termine als auch Kosten im Griff zu halten. Mit dem Zertifikat der TÜV Anlagentechnik Verbindung mit der detaillierten Prüfbescheinigung schafft man Vertrauen in das Produkt - ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Kundenbetreuung und ein wichtiger Aspekt für die Akzeptanz durch die Fachgutachter der Anlage.


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