Zwei Stunden braucht Ken Sato jeden Morgen von seiner Wohnung zur Arbeit im German Technology Assessement Center in Yokohama. Der 57-jährige Elektroningenieur lebt mit seiner Frau, seinen drei erwachsenen Kindern und seiner Mutter in Tokio. Zu einem Umzug nach Yokohama konnte sich die Familie bisher nicht durchringen. Ken Sato möchte unter anderem seinen Garten nicht aufgeben – ein seltenes Kleinod inmitten der Megacity. Hinzu kommt: Die Familie fühlt sich in der Stadt richtig zuhause. „Tokio hat einfach mehr Großstadtflair, zwei meiner Kinder studieren außerdem noch hier an der Universität“, so Ken Sato.
(Bild und Name zum Schutz der Privatsphäre geändert.)
Der Ingenieur arbeitet seit April 2005 für TÜV Rheinland, er leitet ein Team von 13 Produktprüfern. Sato hält den Kontakt zu seinen Kunden, entwickelt die Testpläne etwa für neue Digitalkameras und spricht die Ergebnisse später mit seinen Kunden durch. Bevor der Ingenieur zu TÜV Rheinland kam, hat er 30 Jahre lang für einen Hersteller von Unterhaltungselektronik gearbeitet. In dieser Zeit war Sato oft in Europa. „In Deutschland, Frankreich und Österreich habe ich wirklich viel gesehen“, so der weit gereiste Ingenieur. Inhaltlich hat sich Ken Sato bei seinem früheren Arbeitgeber um die Qualitätssicherung in einem sehr spezifischen Bereich gekümmert. „Heute sind meine Aufgaben spannender, denn ich arbeite nicht nur mit einzelnen Bauteilen sondern begleite die Entwicklung verschiedenster Geräte vom DVD-Recorder über einen Plasmabildschirm bis hin zur Digicam“, erzählt er.
Seine zweistündige Heimfahrt von der Arbeit unterbricht Ken Sato immer mal wieder, um gemeinsam mit Kollegen oder auch alleine neue Restaurants auszuprobieren. Dass der Ingenieur viel Wert auf gutes Essen legt, verwundert kaum. Denn der 57-Jährige beschäftigt sich in seiner Freizeit intensiv mit Düften und Kräutern. „Düfte wie Bergamotte, Rosmarien oder Pfefferminz machen mir einfach gute Laune, deshalb habe ich die kleinen Fläschchen immer bei mir“, gesteht Sato. „Es ist allerdings nicht so einfach hochwertige Düfte zu bekommen. Ich bestelle über das Internet, da ist die Qualität zuverlässiger, als wenn ich in Tokio in ein Geschäft gehe“, sagt er. In seinem Garten pflanzt der Ingenieur Blumen, Kräuter und Gemüse an. „Mein japanischer Basilikum (Shiso) gedeiht hervorragend, besonders stolz bin ich aber auf meinen Tee aus selbst angebauten Kräutern. Ein Hochgenuss und außerdem sehr gesund“, erzählt Ken Sato von seiner in Japan recht ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung. Wenn sich der Ingenieur ein paar Tage im Jahr mal eine Pause von der Arbeit gönnt, verbringt er die übrigens auch am liebsten im Garten: „Ich genieße mit meiner Familie mein kleines Paradies, lese und höre Musik.“